| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||
| Datum: | 18. 11. 2005 | ||||||||||
| Zeit: | 20.00 bis 23.00 MEZ | ||||||||||
| Ort: | Wien 12 | ||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Philips ToUCam Pro | ||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Nach einem ziemlich unfreundlichen Nachmittag, der von einem winterlichen Durchzug einer Kaltfront gekennzeichnet war, beschliesse ich, keine Experimente ausserhalb Wiens zu unternehmen. Da die Wolkenlöcher aber größer werden, wende ich mich von zu Hause dem Mars zu. Das Seeing stellt sich als nicht perfekt, aber brauchbar heraus. Nachdem Mars mit einer Rotationsperiode von 24 Stunden 37 Minuten der Erde etwas nachhinkt, kann man den Roten Planeten von Tag zu Tag in einem um 37 Minuten früheren Rotationszustand beobachten (zum Glück; hätte Mars auch eine Rotationsdauer von 24 Stunden, wäre es langweilig). In den Abendstunden ist wieder die Große Syrte zu sehen, und da fällt mir doch gleich etwas auf. Ich decke das Fernrohr in den Beobachtungspausen ab, und das ist gut so, denn ein kleiner Eisregenschauer dürfte niedergegangen sein, während ich die ersten Bilder auswerte. Fast eineinhalb Stunden später hat sich Mars deutlich weitergedreht, und jetzt erscheint diese Region der Südhalbkugel einmal mehr sehr dunkel. Ein Indiz, dass die Äquatorregion recht klar ist, ist aber, dass die Große Syrte auch nahe am Rand noch ziemlich gut zu sehen ist. Noch ein Detail: Mars bekommt wieder einen Hauch von einer Phase. Der rechte (westliche) Rand ist merklich schärfer als der linke (östliche). Noch etwas später hat sich Mars so weit gedreht, dass man gut erkennt, wie die hohe Wolkenschicht im Norden über dem Mare Acidalium, der nördlichsten dunklen Formation, liegt. Im Süden hingegen herrscht eine eintönige dunkle Färbung vor, so ganz anders als noch vor einigen Monaten oder vor zwei Jahren. Auch wenn Mars sehr klein und daher schwierig zu beobachten ist, er ist ein hochinteressantes Objekt, das sich laufend verändert. Schade, dass die beste Zeit zur Beobachtung bald vorbei ist. Gegen 22.30 Uhr wird es dunstig und ich baue ab. Gut so, denn in der Nacht beginnt es auch in Wien zu schneien. |