| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||
| Datum: | 25. 12. 2005 | ||||||||||||
| Zeit: | 22.00 bis 23.00 MEZ | ||||||||||||
| Ort: | Wien 12 | ||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Philips ToUCam Pro | ||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Nach einen total verregneten ersten Weihnachtsfeiertag denkt wohn niemand mehr ernsthaft an einen Abend hinter dem Fernrohr. Und doch, im Lauf der Nacht klart der Himmel auf. Der Regen hat die Atmosphäre ziemlich rein gewaschen und die niedrige Temperatur und die Windstille sorgen für wirklich gutes Seeing. Ein Blick zum Mars zeigt rasch, dass sich der Einsatz der Webcam lohnen wird. Obwohl nicht einmal mehr 13" gross (oder besser klein) zeigt der Planet überraschend viel Detail.
Sogar mit der 3x-Barlowlinse kommt noch ein wirklich brauchbares Bild mit vielen Details heraus, die kleinsten sind so um die 0,2". Nach wie vor ist die Südhalbkugel des Mars (im Bild links oben) sehr dunkel und wenig strukturiert, während in der Äquatorregion schöne Details herauskommen. Auffällig der sehr helle Fleck nahe Meridiani Planum (im Bild bei ca. 1 Uhr nahe dem Rand), es könnte ein Staubsturm sein. Sehr deutlich auch das Mare Acidalium (eigentlich Acidalia Planitia); es erscheint randferner als noch vor ein paar Wochen, unser Blick fällt also schon zentraler auf den Mars, mit ein Grund, warum wir derzeit von den Polkappen eigentlich gar nichts sehen. Ein Blick zu Saturn, auch sehr schön. Zwar ist das Seeing, bedingt durch die noch geringere Höhe, nicht so gut wie beim Mars, doch auch hier geht sich ein Foto aus. Da Saturn eine viel geringere Flächenhelligkeit besizt als Mars, und auch wegen des viel größeren scheinbaren Durchmessers, kann ich nicht mit der 3x Barlowlinse arbeiten. 1,5x erweist sich als optimal heute.
Nicht nur der Farbkontrast zwischen Planet und Ringen kommt heute sehr deutlich heraus, sondern viele Strukturen in der Atmosphäre des Planeten wie die auffälligen Bänder nahe des Südpols (oben rechts) und einige Details in den gemäßigten Breiten und auch in der Äquatorzone. Zum Vergleich stelle ich Mars im gleichen Maßstab dar. Alles in allem ein sehr erfreulicher Planeten-Weihnachtsabend. |