| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||
| Datum: | 07. 01. 2006 | ||||||||||||
| Zeit: | 22.30 bis 23.30 MEZ | ||||||||||||
| Ort: | Wien 12 | ||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Minolta Dimage Z3, Philips ToUCam Pro | ||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Wie heißt es so schön? Any observing is better than no observing. Nach Wochen schlechten Wetters erscheint der Anblick des Mondes am Himmel geradezu exotisch. Obwohl es schon recht spät ist, baue ich mein Instrument auf. Ein Blick zum Mond, fast so beeindruckend wie vor unzähligen Jahren das erste Mal. Die Phase ist sehr schön und das Seeing einigermaßen gut.
Beeindruckend die extreme Libration, die seltene Formationen wie das Mare Australe und die Mare Marginis und Smythii zeigt. Aber auch der Terminator ist nicht ohne. Noch zwei schöne Details, aber irgendwie kämpfe ich mit dem Fokus.
Auch wenn es die erste Beobachtung in diesem Jahr ist und vor allem eines zählt, nämlich "es gibt wieder Sterne", ein bisschen Lehrinhalt muss sein. Denn was jetzt kommt ist ein Lehrstück für Dinge, die man nicht machen soll. Ich montiere die Webcam und nehme mir den schon winzigen Mars und den Saturn vor (beide nur mit 3m Brennweite):
Na geht das nicht besser? Nein, heute kann es nicht besser gehen. Das Seeing wäre nicht so schlecht. Aber mein Fernrohr hat die lange Schlechtwetterphase in der warmen Wohnung verbracht. Jetzt, erst vor kurzem ins Freie bei -1°C gebracht, spielt es sich im Inneren des Instruments grausig ab. Kalte und warme Luftschichten liefern einander einen brutalen Kampf, der sich in wallenden Konvektionszellen manifestiert. Der Spiegel hat irgendeine Form, aber nicht die Idealform. Kurzum: Das Instrument "schielt", und zwar ordentlich. Nach ein paar Stunden, besser noch einem ganzen Tag, wird sich die Sache wieder gelegt haben. Fazit: Ein Fernrohr gehört nicht ins warme Kämmerchen, sondern raus. Nur, wenn es sich an die Außentemperatur (in der Nacht) angepaßt hat, funktioniert es optisch einwandfrei. Eigentlich ein alter Hut, heute eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Lüfter sind übrigens nur eine halbe Sache: Sie beruhigen zwar die Luft im Tubus rascher, können aber nichts an der Tatsache ändern, dass die Optik ihre Zeit braucht, die Idealform anzunehmen. Aber wie gesagt: Es gibt wieder Sterne! |