| Beobachter: | Roland Graf, Alexander Pikhard | ||||||||||||||
| Datum: | 08. 01. 2006 | ||||||||||||||
| Zeit: | 18.00 bis 22.00 MEZ | ||||||||||||||
| Ort: | Sofienalpe | ||||||||||||||
| Instrument: | 18" Obsession Dobson, 12" Meade LX200 mit diversen Kameras | ||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Endlich ist es so weit. Ein stabiles Hochdruckgebiet hat sich über uns ausgebreitet. Eigentlich wollten wir heute die Hohe Wand ansteuern, doch Reste einer Staubewölkung machen die Sache unsicher. Warum in die Ferne schweifen, wo doch in Wien das Wetter so schön ist und der Mond ohnedies den Himmel aufhellt. Also peilen Roland und ich die Sofienalpe an. Die Zufahrt und der Parkplatz sind vorbildlich geräumt, besser als so manche Straße in einem Wiener Außenbezirk. Kein Problem, einen Stellpatz für Auto und Instrument zu finden, die Schaufel kann im Kofferraum bleiben.
Zugegeben, es ist kalt. Die Temperatur sinkt im Lauf des Abends von -5°C auf -7°C. Doch es ist windstill und mit entsprechender Kleidung ist das Beobachten überhaupt kein Problem. Mit freiem Auge fällt heute der Mars nahe beim Mond auf. Ein herrliches Beispiel, die subjektive Vergrößerung des Mondes zu studieren. Jeder hätte mit freiem Auge den Abstand Mond-Mars auf weniger als einen halben Monddurchmesser geschätzt, doch es ist mehr als doppelt so viel in Wirklichkeit. So viel, dass zwischen Mond und Mars ein ganzes düsteres, leeres Gesichtsfeld klafft. Ich halte die Konstellation daher mit dem Teleobjektiv fest.
Auch die Kamera lügt natürlich nicht und stellt Mond und Mars im richtigen Maßstab dar. Ein Blick zum Mars zeigt sehr gutes Seeing, und so mache ich mich an die erste Webcamserie an dem nur 11" kleinen Mars. Und oho, erstaunlich, was man bei gutem Seeing auch bei einem so kleinen scheinbaren Durchmesser alles herausholen kann!
Da habe ich bei doppeltem scheinbaren Durchmesser schon schlechtere Fotos gemacht. Schade, dass einmal mehr die völlig uninteressante Seite des Planeten zu sehen ist. Eine Aufnahme wie diese macht Mut für 2007, wo Mars in Opposition (genau am 24. 12.) immerhin 16" erreichen wird. Jetzt widme ich mich dem Mond mit der Digitalkamera. Durch das 75mm Projektionsokular mache ich mit der Minolta Z3 einige schöne Schnappschüsse. Alle Aufnahmen bei ISO 100.
Das Seeing ist so gut, dass ich beschliesse, mit der Webcam weiterzumachen. Einige ausgewählte Regionen auf dem Mond nehme ich mir mit 3m Brennweite und IR Passfilter vor. Ich mache jeweils 600 Frames, stacke aber nur die 30 - 40 besten. Beim Mond gilt, weniger ist mehr.
An Deep Sky ist nicht zu denken. Roland hat ein anderes Projekt mitgebracht: Kleinplaneten. Am 18" Dobson suchen - und finden! - wir die beiden Kleinplaneten (4) Juno und (60) Echo. Das Aufsuchen der beiden kleinen Objekte ist recht witzig. Jetzt steht endlich Saturn hoch genug, um einen Blick zu riskieren. Das Seeing ist in dieser Richtung zwar nicht so gut wie bei Mond und Mars, aber schön ist der Anblick allemal. Da muss auch noch einmal die Webcam her und mit einer ca. 1,5-fachen Barlowverstärkung und IR Passfilter wird auch Saturn ganz nett.
Vor allem die Details in der Planetenatmosphäre sind heute beeindruckend, sowie, visuell, die vielen Monde - allerdings steht Saturn im Randbereich der Praesepe, da haben sich wohl auch viele Feldsterne ins Bild gemischt. Visuell ist bei dem Mondlicht nicht viel zu machen. Ein paar Blicke zu offenen Sternhaufen (M35, M37, M50), das war's dann. Gut ausgerüstet kann man also wirklich vier Stunden bei diesen Temperaturen aushalten. Eine schöne erste Beobachtungsnacht in diesem Jahr. |