Mond

Wien 12, 11. 01. 2006

20060111api21.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:11. 01. 2006
Zeit:21.30 bis 22.30 MEZ
Ort:Wien 12
Instrument:12" Meade LX200, Minolta Dimage Z3
Bedingungen:
Durchsicht:gut (2)
Aufhellung:ausreichend (3)
Seeing:ausreichend (3)
Temperatur:-5 °C
Wind:kein
Bemerkungen:Bodendunst.
Bericht:

Heute: Das Seeing ist noch schlechter als gestern und der Mond noch heller; also wird es wieder eine Mondbeobachtung, bei der ich mich aber auf die großflächigen Strukturen und vor allem angesichts des schon sehr vollen Mondes auf Albedostrukturen konzentrieren möchte.


Terminator in der Totalen

Etwas herangezoomt, nehme ich zunächst zwei markante Terminatorregionen auf, nämlich Aristarch (zu nahe dem Terminator, um das Schrötertal ernsthaft zu erkennen) und Schickard.


Aristarch


Schickard

Wie man sieht, das Seeing taugt nicht wirklich für kleine Strukturen. Also auf zu den Albedostrukturen. Die Libration in Länge ist heute etwas geringer als gestern, dafür hat sie in Breite ein Maximum erreicht. Das macht die randnahen Formationen einmal mehr interessant.


Mare Australe


Die Mare Anguis, Crisium, Marginis, Undarum und Smythii
(v.l.n.r., Legende siehe gestrigen Bericht)

Ermuntert durch diese kontrastreichen Ansichten nehme ich mir drei Regionen auf dem Mond vor, die aus diesem Blickwinkel selten beobachtet werden: Die großen Mare Fecundidatis und Tranquillitatis sowie eine Region südlich des Mare Imbrium. Sie zeigen sehr deutlich, dass die bekannten große Krater, die nur durch ihren Schattenwurf wirken, praktisch nicht erkennbar sind, während es vor allem kleine, helle Strukturen (meist kleine Krater) oder eben die großen, dunklen Lavabecken sind, die den Anblick dominieren.

Die kleinen Krater sind jung und der helle Regolithboden reflektiert das Sonnenlicht ähnlich wie ein reflektierendes Nummernschild; daher sind sie um Vollmond so gut zu erkennen. Sie eignen sich auch sehr gut, während einer Mondfinsternis Kontaktzeiten mit dem Kernschatten zu messen.

Meist haben diese kleinen Formationen keinen Namen, sondern nur die "Sekundärbezeichnung" A, B, C, usw., in einer Region. Zu den drei Aufnahmen gibt es jeweils eine Legende mit den wichtigsten Formationen. Mit einem guten Mondatlas kann man noch viel mehr identifizieren.


Mare Fecundidatis


Legende dazu


Mare Tranquillitatis


Legende dazu


Südlich des Mare Imbrium


Legende dazu

Im letzten Bild erkennt man eine sehr auffällige Albedostruktur, die an einen Katzenkopf oder eine Gabel erinnert. Sie hat keinen Namen und ist auf keiner Mondkarte als solche eingezeichnet. Komisch, dabei ist sie bei Vollmond eine der auffälligsten Strukturen überhaupt.

Auch ziemlich voll beleuchtet kann der Mond sehr spannend sein.