Mars, Saturn und Mond

Wien 12, 15. 01. 2006

20060115api20.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:15. 01. 2006
Zeit:20.00 MEZ
Ort:Wien 12
Instrument:12" Meade LX200, Philips ToUCam pro, Minolta Dimage Z3
Bedingungen:
Durchsicht:ausreichend (3)
Aufhellung:schlecht (4)
Seeing:gut (2)
Temperatur:-5 °C
Wind:leicht aus SE
Bemerkungen:Zeitweise sehr dünne, rasch ziehende Nebelschwaden.
Bericht:

Eiskalter und gar nicht so schwacher Südostwind verheisst keine allzu ruhige Beobachtung, andererseits ist es klar und nicht, wie der Wetterbericht "wollte", durch Hochnebel bedeckt. Umso überraschender die Erkenntnis, dass trotz des Windes das Seeing richtig gut ist. Einzig leichter Dunst und zeitweise dahin rasende Nebelfetzen beeinträchtigen die Freude, vor allem beim Saturn, wo sie mir doch etwas zu viel Licht wegnehmen.

Schon der nicht einmal mehr 10" kleine Mars ist für eine Überraschung gut.


Mars aus 600 von 1200 Frames bei 9m Brennweite (3x Barlow) und IR Passfilter

Ich kann in der Tat sogar die 3x Barlowlinse einsetzen und erkenne auf dem winzigen Scheibchen nicht nur den Solis Lacus, sondern noch ein paar andere Details. 0,5" Details sind locker zu erkennen. Das macht Mut.

Der noch fast volle Mond ist ein gefundenes Fressen für die Digicam. Ich bemerke, dass auch für solche Aufnahmen gutes Seeing durchaus kein Nachteil ist, obwohl sie große Teile der Mondoberfläche abdecken.


Fast noch voller Mond, Totale (Mosaik)

Am bereits zu erkennenden Terminator nehme ich zwei Details unter die Lupe:


Mare Crisium


Die Kraterkette Langrenus - Vendelinus - Petavius (mit Rille) - Furnerius (v.l.n.r.)

Der leichte Dunst stört beim Mond nicht, im Gegenteil, und die rasch fliegenden Nebelfetzen sind kein Hindernis, einfach abwarten, lautet die Devise. Jetzt aber zum Saturn. Hier tut sich ein Problem auf: Für den IR Passfilter ist definitiv zu wenig Licht da mit f/20 (nur mehr Rauschen) und fast zu wenig mit f/15. Ohne diesen Filter bringe ich doch kein scharfes Bild zusammen. Ich wähle als Kompromiss also die rund 1,5-fache Brennweitenverlängerung (f/15, F=4,5m), wissend, dass ich damit leider an Auflösung verliere. Bei den Aufnahmen mit f/20 bekomme ich das Rauschen auch bei 800 Frames nicht mehr weg. Schade.


Saturn, f/15 (F=4,5m), 600 von 1200 Frames, IR Passfilter

Eigentlich kommen fast alle Details schön heraus, nur die Encketeilung (mit Phantasie erkennbar) wird ein Opfer des leichten Hochnebels (der ja auch streut). Trotzdem: Der Farbkontrast zwischen Planet und Ring, der um die nahe Opposition am deutlichsten ist, der kommt in bestechender Weise heraus. Auch der C-Ring ist sehr deutlich, die Wolkenstrukturen um den Südpol (oben) des Saturn sind auch sehr klar zu sehen. Um den Äquator ist der Planet ruhiger geworden.

Fazit: Für eine "Hochnebelnacht" nicht schlecht.