| Beobachter: | Alexander Pikhard, Natalie Ebner | ||||||||||||
| Datum: | 19. 03. 2006, 00.00 bis 01.30 Uhr MEZ | ||||||||||||
| Ort: | Wien 12 | ||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Minolta Dimage Z3, Philips ToUCam Pro | ||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Im Lauf des Abends haben sich die Wolken zurückgezogen - erstmals seit Wochen. An sich hatte ich nicht vor, zu beobachten, doch der traumhafte gemeinsame Aufgang von Mond und Jupiter im Südosten ließ mich dann doch zu sehr später Stunde das Fernrohr aufbauen. Das Fernrohr? Oh Schreck, das steht ja noch im Arbeitszimmer, vor dem letzten Schneesturm in Sicherheit gebracht. Das heisst, der Tubus hat jetzt wohlige 21°C, draußen hat es 0°C, ob sich das überhaupt lohnt? Auf einen Versuch kommt es an.
Zunächst einmal eine Testaufnahme mit der Canon EOS 350D von Mond und Jupiter, ca. 90mm Kleinbildäquivalent, 100 ISO. Ganz nett, aber ohne Tricks bringe ich auch mit dieser Kamera Monddetails und Jupiter nicht gleichzeitig aufs Bild. Die gelbliche Farbe der tief stehenden Gestirne kommt aber perfekt heraus. So, jetzt etwas warten, bis sie höher stehen und der Tubus etwas kühler geworden ist.
Tubusseeing vereitelt Fotografie völlig, das zeigt der Schnappschuss durch das 75mm Projektionsokular. Der abnehmende Mond ist ein müder Abklatsch dessen, was möglich wäre. Doch zum Glück geht es von einem Moment zum nächsten besser. Ich montiere die Webcam und nehme ein paar Serien vom Jupiter auf. Mit dem IR Passfilter wird Jupiter, im Gegensatz zum Mars (rhetorische Frage, warum wohl) ziemlich monochrom. Daher mache ich auch Serien mit IR Sperrfilter und bastle ein LRGB Komposit.
Es sollte sich lohnen. Die Jupitersaison ist eröffnet. "Red Junior" ist zwar nicht zu sehen, dafür aber zeigt sich die Atmosphäre selten turbulent. Eine markante dukle Struktur liegt zwischen EZ und SEB (unten), zahlreiche weitere Störungen sind zu sehen. Das kann ein hochinteressantes Jupiterjahr werden. Schade, dass das Rohr nicht gut temperiert war. Das Seeing war gut bis sehr gut und da wäre mit einer größeren Brennweite mehr möglich gewesen. Aber immerhin, ein Anfang für heuer, mal sehen, was auf der anderen Seite des Planeten los ist. |