| Beobachter: | Wolfgang Vollmann |
| Datum: | 22. 03. 2006 |
| Zeit: | 04.47 MEZ |
| Ort: | Wien 21 |
| Instrument: | Digitalkamera auf Stativ, freies Auge |
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Heute morgen um 4h47 knipste ich vom Schlafzimmerfenster aus diese Himmelsszenerie mit Mond (links; abnehmend, fast Halbmond) und Jupiter (rechts), gesehen etwa Richtung Süden. Warum fand ich diesen Anblick so ungewöhnlich? Süden ist am Bild etwas links der grössten Baumspitze links der Bildmitte. Der Mond stand also kurz vor der Kulmination und war trotzdem viel tiefer als Jupiter der schon mehr vor als 1 1/2 Stunden kulminierte! Der Mond hatte zum Aufnahmezeitpunkt eine Deklination von nur -29,4 Grad (gesehen vom Beobachtungsort; geozentrisch: -28,5°) und war daher nur 12 Grad hoch. Auch zum Kulminationszeitpunkt um 5h28 MEZ (bei dem die Wolken leider alles zudeckten) wäre der Mond heute nur 12,4 Grad hoch zu sehen gewesen. Grund für diesen aussergewöhnlich tiefen Stand des Mondes ist die Neigung der Mondbahn gegen die Erdbahnebene von etwa 5 Grad. Derzeit befindet sich der aufsteigende Knoten der Mondbahn etwa im Frühlingspunkt, der Mond erreicht also seinen tiefsten Stand nahe dem Winterpunkt der Sonne -- dort war er heute morgen nahe dem Letzten Viertel zu sehen! Seinen höchsten Stand erreicht der Mond nahe dem Sommerpunkt: am Abend des 3. und des 4.April können wir den zunehmenden Mond zur Kulminationszeit in Wien daher etwa 70 Grad hoch bewundern. |