| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||
| Datum: | 05. 05. 2006 | ||||||||||
| Zeit: | 19.45 bis 23.30 MESZ | ||||||||||
| Ort: | Wien 12 | ||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Canon EOS 350D, Philips ToUCam Pro | ||||||||||
| Bedingungen: |
| ||||||||||
| Bericht: | Der Abend ist sehr dunstig, aber der Mond steht, wie es sich für die Jahreszeit gehört, nahe dem Ersten Viertel hoch am Himmel; eine tolle Phase. Für mich eine gute Gelegenheit, die Canon EOS 350D erstmals direkt am Fernrohr auszuprobieren (den nötigen Adapter habe ich jüngst erstanden). Herausforderung ist das Fokussieren, der Rest ist aber einfach. Sogar mit Belichtungsautomatik kommen brauchbare Bilder heraus, besser geht es aber schon mit manueller Einstellung. Klar, mit F=3m (f/10) bekomme ich den Mond nicht mehr auf den Chip (das geht ja nicht einmal beim Kleinbildfilm). Für Ausschnitte aber eine tolle Brennweite.
Mit einer Brennweitenverkürzung auf f/6.3 (F=1890mm) passt dann der Mond ganz auf den Kamerachip. Es ist hier viel schwieriger, den Fokus zu finden. Ich muss wohl in Zukunft auf die Software bauen, schade, das heisst wieder, mit Laptop aufnehmen. Vorerst tut es die unscharfe Maske aber auch.
Bleibt zu erwähnen, dass das Mare Australe und auch die Randmeere Marginis und Smythii aufgrund der Libration gut zu erkennen sind. Etwas später steht Jupiter, praktisch in Opposition, auch schon hoch genug und zeigt visuell bei gutem Seeing schöne Details. Der heuer sonst so unruhige Planet zeigt sich überraschend friedlich, mit geraden, kaum gestörten Bändern. Ein Fall für die Webcam. Zunächst nehme ich Jupiter mit 1,5fach verlängerter Brennweite (F=4,5m, f/15) mit IR-Sperrfilter auf. Das Farbbild ist voller Überraschungen.
Faszinierend ist vor allem, wie homogen die nördliche Polkalotte (unten) ist. Bemerkenswert auch, dass das SEB (oben) praktisch dreigeteilt ist. An der Grenze NEB / EZ gibt es nach wie vor die blauen Wolken, die ich seit drei Jahren beobachte (wahrscheinlich sind sie schon länger da). Im STrB dann die auffälligste Formation, das Band hört praktisch in der Scheibenmitte auf. Ich nehme den Planeten noch einmal mit einem IR Passfilter auf; das gibt zwar ein Schwarzweissbild, doch die Strukturen kommen viel deutlicher heraus.
Im nahen Infrarot kommen viele Weiße Ovale und vor allem in den gemäßigten Breiten viele helle und dunkle Spots heraus. Die EZ zeigt sich von Girlanden durchzogen und die Polarregionen sind auffällig dunkel (eigentlich klar, oder?). Gegen Ende meiner Beobachtungen ziehen Wolken auf, aber mehr als diese beiden Objekte macht heute ohnedies keinen Sinn. |