Mond und Jupiter

Wien 12, 08. 05. 2006

20060508api23.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:08. 05. 2006
Zeit:23.00 bis 00.30 MESZ
Ort:Wien 12
Instrument:12" Meade LX200, Canon EOS 350D, Philips ToUCam Pro
Bedingungen:
Durchsicht:gut (2)
Aufhellung:ausreichend (3)
Seeing:gut (2)
Wind:kein
Bericht:

Nach unserem Astrotreff im Plutzerbräu baut Roland noch seinen 18" Dobson vor dem Lokal am Spittelberg auf und beschert so vielen Besuchern dieser schönen Beiselszene den einen oder anderen unvergesslichen Blick zu Mond und Jupiter. Vom guten Seeing animiert, eile ich nach Hause und baue mein Teleskop auf.

Erstes Ziel: Der Mond. Nachdem ich schon erfolgreich Aufnahmen mit der Canon EOS 350D und auf f/6.3 verkürzter Brennweite gemacht habe, wage ich mich heute an das nächste Projekt: Ein Mondmosaik. Ich nehme mit vollen 3m Brennweite auf, das entspricht auf den Bildausschnitt bezogen (aber nicht auf den Abbildungsmaßstab) einer Brennweite von 4,8m.

Das Ergebnis beeindruckt mich. Die Chipfläche ist, da Okular und Objektiv wegfallen, absolut homogen ausgeleuchtet und ein Mosaik so überhaupt kein Problem!


Mond, Mosaik aus 6 Aufnahmen bei F=3m, stark verkleinert

Schärfe und Kontrast sind ungleich besser als bei der afokalen Fotografie durch ein Okular. Und obwohl ich die Aufnahmen ganz oberflächlich mit Corel Paintshop Pro zusammengesetzt habe, erkennt man keine Kanten.

Jetzt zu Jupiter. Leider ist das Seeing nicht mehr so gut wie am Spittelberg (mitten in der Stadt!),. Aber Jupiter zeigt tolle Details:


Jupiter mit IR Sperrfilter, 800 Frames bei F=4,5m
Zentralmeridian System I = 47°, System II = 327°


Jupiter mit IR Passfilter, 1000 Frames bei F=4,5m
Zentralmeridian System I = 51°, System II = 331°

Auffällig ist die homogene nördliche (untere) Polarregion, allerdings ist sie nur im visuellen Bereich so homogen. Im nahen IR zeigt sie doch zahlreiche kleine Ovale und auch dunkle Punkte. Sehr gestört ist die EZ. Das SEB (oben) ist nach wie vor geteilt. Auffällig auch in der STZ die dunklen Spots, genauso wie in den beiden EBs. Der Mond ist Io - man beachte ihre Helligkeit im nahen IR!

Ein IRGB Komposit ist wegen der raschen Rotation des Planeten nicht möglich - hier müsste man wirklich mit einem Binokular und zwei Webcams arbeiten!