7. Abend unseres Kurses "Erlebte Astronomie, Teil 2". Von Frühlingswetter keine Spur mehr. Es ist unangenehm kalt und zu Beginn des Abends regnet es sogar noch. Das Thema "Wir sind Sternenstaub" - es geht um die Entstehung der Elemente - sorgt in der Pause für angeregte Diskussionen.herrscht strahlendes, warmes Frühlingswetter. Zu Beginn des Kurses um 19 Uhr ist noch heller Tag und der Park zeigt sich in außergewöhnlicher Pracht.
Schon zur Pause klart der Himmel auf, und nach dem Ende des Vortrags dürfen wir uns unerwarteter Weise an Mond und Planeten erfreuen. Wir haben heute zwei Teleskope im Einsatz, das 10" LX200GPS und Rolands 18" Dobson.
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Die Kombination von extrem später Dunkelheit und feuchter Abendkühle ist unangenehm. Ein warmer Winterabend ist da viel einladender. So kommt man sich eher vor wie im Norden, wo helle Nächte mit niedrigen Temperaturen durchaus normal sind. Zum Glück gibt es Mond, Saturn und Jupiter, diese drei Gestirne sind auch in der hellen Dämmerung schon gut zu beobachten.
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... und natürlich zum Mond
Das Seeing ist zeitweise gut und so sind die Blicke zu Saturn und Jupiter durchaus bemerkenswert. Auch der Mond beeindruckt durch das helle aschgraue Mondlicht, das zwei Sternbedeckungen in rascher Folge leicht zu beobachten macht. Einige Doppelsterne (Gamma Leonis, Beta Lyrae) folgen noch, doch für Deep Sky ist es selbst um 22.30 Uhr noch viel zu hell.
Etwas später fange ich einige der Eindrücke von zu Hause (ganz in der Nähe vom Springerschlössl) ein, und noch etwas mehr. Alles mit 12" Meade LX200. Zunächst den Mond; er steht heute in einer sehr schönen Phase, in der das Mare Nectaris und der Altai-Bogen sehr gut zu sehen sind. Direkt am Terminator steht der Krater Katharina. Doch nicht minder beeindruckend ist die von der Sonne unbeleuchtete Seite des Mondes im Licht unserer Erde.
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Die Fotos entstehen am 12" LX200 mit f/6.3 Reducer und Canon EOS 350D. Die 4 Sekunden lang belichtete Aufnahme des aschgrauen Mondlichts zeigt leider viele Reflexe, die von diesem Reducer her rühren. Dennoch erkennt man fast alle vom Vollmond bekannten Strukturen.
Bei Jupiter ist das Seeing phasenweise gut, allerdings sehen wir wieder eine sehr ruhige Seite des Planeten. Mit der Webcam bei 3m Brennweite entsteht ein Komposit aus einer Serie im nahen IR und einer normalen Farbserie mit IR-Sperrfilter. Bei der IR-Serie sind 900 von 1200 Frames verwertbar, bei der Farbserie aber nur rund 600.
Jupiter mit Callisto (links oben) und Ganymed (rechts unten)
Zentralmeridian (IR-Serie): System I = 212°, System II = 309°
Zugegeben, im Park des Springerschlössl, in Rolands Dobson, war Jupiter beeindruckender. Sicher mit ein Grund für das schlechte Seeing: Es wird wieder eingeheizt!
Der Himmel ist sehr klar, und so mache ich mich noch an ein paar Deep Sky Ziele. Mit genauer ausgerichtetem Instrument geht das Fotografieren bei f/6.3 heute besser und so mache ich von M5 und M10, zwei Kugelsternhaufen in der Region, Serien von je 10 Aufnahmen bei 800 ISO. Bei dieser Gesamtbelichtung von 200 Sekunden macht sich der Himmelshintergrund im Endeffekt aber doch schon bemerkbar. Und die Schärfe wird heute leider vom Seeing begrenzt, das immer schlechter wird.

M5. 12" LX200 @ f/6.3, 10 x 20s bei 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.

M10. 12" LX200 @ f/6.3, 10 x 20s bei 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.
Eine Aufnahme von M4, der sehr tief steht, scheint gar nichts zu enthalten. Schade, ich habe nur nicht genau genug geschaut, mit etwa 20 Aufnahmen hätte ich auch ein sehr gutes Bild gewinnen können, trotz der geringen Höhe.
Um Mitternacht ziehen Wolken auf. Für einige Tage ist leider wieder Beobachtungspause zu erwarten.
Text und Fotos: Alexander Pikhard