Astrofotoversuche

Wien 19, Neustift / Sommerhaide, 24. 06. 2006

20060624mra21.html

Beobachter:Martin Rathmayer
e-Mail:rathmayer@zid.tuwien.ac.at
Datum:24. 06. 2006
Zeit:21.15 bis 23.45 MESZ
Ort:Wien 19, Neustift / Sommerhaide
Instrument:Meade LXD55 SC-8, KoMi Dynax 5D DSLR
Bedingungen:
Durchsicht:ausreichend (3)
Aufhellung:schlecht (4)
Seeing:gut (2)
Freis. vis. Grenzgroesse:4.5
Temperatur:24 °C
Luftfeuchtigkeit:mittel
Wind:kein
Bemerkungen:Sehr starke Aufhellung durch das Donauinselfest (im Speziellen durch das Feuerwerk um ca. 22h)
Bericht:

Da ich am Sonntag nach dem Seminar leider gleich weg musste, nutzte ich den Abend davor endlich einmal um im Garten etwas mit meiner DSLR zu experimentieren. Obwohl Jupiter in der Dämmerung schon recht ordentlich war, wendete ich mich sobald es finster war (leider war an diesem Wochenende Donauinselfest) Deep Sky Objekten zu. Ich versuchte auf der schiefen Wiese meine LXD55 so gut wie möglich auszurichten, und legte los. Am Anfang übte ich mit einigen Testaufnahmen das Scharfstellen. Das funktionierte zwar nicht schlecht, für richtig knackscharfe Aufnahmen muss aber eine Hartmann Maske her. Das nächste Problem war, wie bringe ich das eigentliche Objekt nach dem Scharfstellen in die Suchermitte. Wenn das Teleskop einigermassen gut ausgerichtet ist, klappt es mit Autostar im High Precision Mode ganz gut. Ich verwende den Stern dann gleich zum Scharfstellen. Helle Objekte wie Kugelsternhaufen sieht man auch im Sucher, bei anderen hilft ein Testfoto, nur ganz schwache wie z.B. M51 sieht man auch am Display nicht. Aber meistens funktioniert der Autostar ganz gut.

Drittes Problem die Nachführung. Was für die visuelle Beobachtung ausreicht, reicht für die Fotografie schon lange nicht. Da Nachführen per Leitrohr derzeit kein Thema für mich ist (Ich will keinen Computer ins Feld mitschleppen), sind Belichtungszeiten über 30 Sek. nicht realistisch. Da das Stativ auf suboptimalem Untergrund stand, und nur ungenau ausgerichtet war, merkte man schon ab 10 Sek. bei Objekten die etwas weiter vom Himmelspol entfernt waren, eine leichte Verzerrung der Sterne. Ein weiteres Problem, bei dem ich noch einiges ändern muss betraf das Handling. Das LXD55 Stativ ist nicht sehr hoch und wenn die Kamera mit Focal Reducer und Schneckenfokussierer dran hängt muss man zum Fokussieren schon recht tief hinunter. Bei zenitnahen Objekten bedeutet das Genickstarre. Der Schneckenfokussierer ist zwar recht praktisch, allerdings besitzt er teleskopseitig 1,25" was zu einer leichten Vignettierung führt und ist mit dem Gewicht der DSLR fast schon überfordert. Wahrscheinlich werde ich irgendwann komplett auf 2" umrüsten. Auch muss man sagen, dass bez. Stabilität, Positionier- und Nachführgenauigkeit und Alignment das LX200 dem LXD55 klar überlegen ist.

Die nachfolgenden Aufnahmen sind Einzelaufnahmen. Ich wollte eigentlich Stacken, was mir allerdings nicht so richtig gelang. Da bei Sternhaufen die Einzelsterne nicht ausreichend scharf waren, war das Ergebnis schlechter, da der Kern zu einem Brei verwaschen wurde. In anderen Fällen scheint die Kamera nicht ausreichend stabil montiert gewesen zu sein, wodurch die einzelnen Bilder leicht gedreht waren. Abgesehen davon bekam ich das Rauschen nach dem Addieren nicht richtig in den Griff. Ich hatte überhaupt den Eindruck, dass ich mit der internen Rauschunterdrückung bessere Ergebnisse erzielte. Leider habe ich von M51 nicht mehrere Aufnahmen gemacht, da ich glaubte nichts am Monitor zu sehen. Schade, denn dort war der Nachführungsfehler so gut wie nicht zu sehen. In Zukunft werde ich versuchen doch mehrere aber kürzere Aufnahmen zu machen und mich noch ausführlicher in die EBV einzuarbeiten. Alle Aufnahmen sind übrigens JPEG Einzelaufnahmen mit autom. Rauschunterdrückung zu je 30 Sek. bei 1600 ISO.


Grosser Kugelsternhaufen M13 (für ein Einzelbild ganz ok)

Ringneben M57 (deutliche Verzerrungen sichtbar)

Hantelnebel M27 (etwas schwach da nur eine Foto)

Im Vergleich zu den ersten Versuchen war es für mich doch eine deutliche Steigerung, was sehr viel für die Zukunft hoffen lässt, da ich nun weiss an welchen Schrauben ich beim nächsten Mal drehen muss.