| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||
| Datum: | 18. 07. 2006 | ||||||||||||
| Zeit: | 20.00 bis 00.00 MESZ | ||||||||||||
| Ort: | Sofienalpe | ||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Philips ToUCam pro, Canon EOS 350D | ||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Die sommerliche Schönwetterperiode hält an und heute ist es auch wieder deutlich wärmer an diesem wolkenlosen Abend. Die Sonne versinkt malerisch im Nordwesten ...
... und hinterläßt eine nicht minder malerische Dämmerung.
Hans Peter Müllner mit seinem Astrophysics-Refraktor und ich sind heute hier, um unter klarem Himmel auszuloten, was die Canon EOS 350D so kann. Doch zunächst ist es noch zu hell für schwächere Objekte und Jupiter ein lohnendes Ziel. Ein Schattenvorübergang von Io und eine Passage des GRF sind zweifellos ein sehr attraktives Programm auf dem Riesenplaneten. Daher kommt zunächst die Webcam am 12" LX200 zum Einsatz, mit 1,5-fach Barlowlinse, also einer Brennweite von 4,5m. Das Seeing ist durchaus gut und daher kommen viele Details heraus, auch bei noch hellem Dämmerungshimmel.
Angesichts der Dämmerung nehme ich Jupiter auch mit dem IR Passfilter auf; das gibt ein sehr kontrastreiches Schwarzweißbild.
Die Entwicklung um GRF und Red Junior ist bisher anders verlaufen als erwartet. Von einer Verschmelzung der beiden Flecken ist nach wie vor nichts zu sehen, vielmehr hat Red Junior den GRF einfach überholt.
Endlich ist es dunkel genug für Deep Sky geworden und zunächst steht visuelles Durchstöbern auf dem Programm, doch dann geht es ans Fotografieren. Erstes Ziel ist der hoch stehende M13. Ich nehme mit je 20 Sekunden bei 1600 ISO auf, eine gute Kombination, wie sich herausstellen soll. Längere Belichtungszeit ist nicht drin, trotz genauer Aufstellung ist die Nachführung meines LX200 heute wieder extrem ungenau.
Ja, das ist ein M13, wie er sein soll. Durch die Zenitnähe war die Bildrotation sehr stark, AstroArt schaffte das nicht mehr automatisch. Ich musste die 8 Aufnahmen händisch ausrichten, aber es hat sich gelohnt.
Bei M57 macht sich das schlechter werdende Seeing doch recht unangenehm bemerkbar (der Bildausschnitt ist kleiner, da ja M57 sehr klein ist). Aber immerhin: Der Zentralstern ist mehr als deutlich. Jetzt will ich es wissen und wage mich an ein wesentlich schwächeres Objekt vor.
OK, das ist eindeutig die Grenze, erstens von der Nähe zu Wien und zweitens von der Einzelbelichtungszeit. Das Hintergrundrauschen ist nicht mehr ganz wegzubekommen, unäshtetische Artefakte bleiben im Bild. Für ein Objekt wie M51 braucht man noch dunkleren Himmel und vor allem eine längere Einzelbelichtung. Eine Minute müsste allerdings reichen. Ohne Autoguider ist das leider nicht mehr möglich. Allerdings: Wer nicht Wert auf ästhetische Bilder legt, sondern etwa Supernovae jagen will, wird die 20 Sekunden ausreichend finden. Es bewahrheitet sich einmal mehr, dass man in einer Nacht wesentlich weniger Objekte fotografieren als visuell beobachten kann. Es ist Mitternacht und angesichts eines anstrengenden morgigen Arbeitstags baue ich ab. |