| Beobachter: | Michael Stiendl | ||||||||||
| Datum: | 19. 07. 2006 | ||||||||||
| Zeit: | 22.30 bis 02.30 MESZ | ||||||||||
| Ort: | Gleinalm/Steiermark | ||||||||||
| Instrument: | LX200 f/10 10" und Fujinon Fernglas 10x50 | ||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Nachdem ich gestern ebenfalls hier auf der Alm eine Kugelsternhaufentour mit den populäreren KS unternahm, nahm ich mir heute vor, neben Skizzen zeichnen von M8 usw., ein paar exotischere KS und andere Objekte aufzusuchen. Nahm da vor allem die Herschel 400 Liste her http://www.ngcic.org/DSS/dss_H400.asp. Steckte das 27er Panoptik rein und als erstes: NGC5897 von Zubenelgenubi/α Lib SE zu ι Lib und dann knapp 2° SE. Der KS war nur als schwacher diffuser rundlicher Nebelfleck (ca. 10+) ohne Konzentration zum Zentrum hin zu erkennen mit einem wagen Ansatz von einer körnigen Sternpünktchenstruktur und zum. nicht sehr leicht mit einer Glx zu verwechseln. lt. Deep Sky Browser http://www.messier45.com: 13,6' Durchmesser, KS Klassifikation: XI in ca. 39.000ly Entfernung. Dann von 36 Oph beim Pipe Nebula ein gutes Grad nach Westen zum KS 6293. 36 Oph: ein Doppelstern mit zwei identischen Komponenten in Helligkeit und Farbe - gelborange. lt. Karkoschka: zwei 5,1m Sterne in 5" Distanz, K2. 6293 war merklich kleiner als vorhin besuchter KS dafür aber viel konzentrierter mit einem dreieckigen hellen Kerngebiet. lt. DSB: 8', IV in 24.000ly Gute 1,5° W lag dann M19 den ich letztes Monat das erste mal aufsuchte und nun als Kontrast zum vorherigen KS. M19 war auch gut im Fernglas zu erkennen. Im Teleskop war er um ca. 30 Prozent größer als 6293, allgemein heller aber weit weniger konzentriert. lt. DSB: 13,5', VIII in 35.000ly 1,5° NNE zu 6284: deutlich weniger konzentriert als 6293 und kleiner. lt. DSB: 5,6', IX in 33.000ly Noch mal 2° Richtung N: 6287 empfand ihn noch lichtschwächer als 6284 aber größer und weniger konzentriert!? ...muss ich nächstes noch mal nachchecken ob ich beim hin und herwechseln zwischen den KS da nichts vertauscht habe ...denn lt. DSB: 5,1', VII in 29.000ly Gab mir dann alle vorhin aufgesuchten KS noch mal im 17er Nagler wo Sie noch besser zur Geltung kamen und suchte dann damit gleich das sonderbare Objekt 6540 auf welches ich gestern, nachdem ich mit dem 27er den OS 6520 aufsuchte, stieß. Zuerst aber noch mal gleich im 17er den OS 6520: 2,5° N von Alnasl/γ Sgr. Ein netter kleiner sehr konzentrierter Sternreicher OS mit dem erkennbaren Dunkelnebel B86 um einen gleich westlich gelegenen 6m Stern. I 2 r, ca. 60 Sterne auf 6' (hellster: 9,0m) 6.000ly Ein gutes halbes Grad E in Richtung einer Dreiergruppe von 7m Sternen (ungefähr mittig zwischen diesen Sternen und 6520) schließlich zu 6540 einem Kugelsternhaufen lt. DSB. mit einer OS Klassifikation von I 1 p auf 1,5'. Es war nur ein recht unscheinbares längliches (E-W) bis leicht dreieckiges Nebelfleckchen, dessen Form aber auch durch Vordergrundsterne erklärt werden könnte, zu sehen. Bei Beobachtung mit meiner Öffnung konnte ich der Erscheinung dieses Objekts weder eindeutig einem KS noch einem OS zuordnen auch nicht mit 11er Plössl. Wahrscheinlich auch sehr weit entfernt konnte aber keine Daten diesbezüglich finden. Ein Objekt der Herschel 400 Liste und nicht im Tirion verzeichnet. RA: 18:06:8,6 / Dec.: -27:45:55 Nahm dann noch zwei Planetarische Nebel und die hellste Region in M8 dem Lagunennebel unter die Lupe im 17er und im 11er und dann alles noch mit UHC-Filter: 6309 ein PN 3° NNE von Sabik/η Oph gelegen. Sah ihn als länglichen kleinen Nebel (NNE-SSW) mit einem schwachen Stern beim nördl. Ende und einem helleren Knoten oder Stachel raus am südlichen Ende. Kaum besser mit Filter. 6369 0,5° WNW von 51 Oph im nördlichen Teil des Pipe Nebula. Der PN war heller als 6309 und als kleiner runder Nebel zu sehen. Im 11er Plössl mit Filter als kleiner Ringnebel mit hellerem nördlichen Teil. M8 beobachtete ich dann das erste mal mit höherer Vergrößerung 11er Plössl mit Filter wo recht gut der Stundenglasnebel im hellsten Nebelteil und seine westliche Abgrenzung zum dunkleren Nebelteil zu sehen war. Dann machte ich wie geplant endlich wieder mal ein paar Skizzen mit eingeschraubten UHC-Filter:
Stöberte dann mit dem Fernglas noch in der wunderschönen Sommer-Milchstraße und stieß unter anderem auf die besonders markanten Dunkelnebel westlich von Tarazed/γ Aql. Überhaupt bin ich ganz begeistert von dem Fujinon 10x50 Fernglas für das ich mich vor ein paar Monaten als Nachfolger meines alten 8x30 Fernglas entschied + und eine optimale Ergänzung zum Teleskop für ausgedehnte Sternfelder darstellt. Besonders jetzt bei der sommerlichen Milchstraße wo man mit dem Fernglas wunderbar in den zarten Milchstraßenwolken stöbern kann. Bahnte mir danach auch mit dem 41er im Teleskop den Weg dorthin von Altair/α Aql dem zauberhaft weiß strahlenden 0,8m A7 Stern in 16,7ly Entfernung. NW rauf zu Tarazed einem tiefgelb strahlenden 2,7m K3 Stern in 500ly und 1° W davon begannen die Dunkelnebel Barnard142 im Süden und B143 im Norden. 2° NW davon: ein schmaler gewundener Dunkelnebel nördlich eines 6,5m Stern. B334,37,36. Um halb zwei ging dann auch eine fette abnehmende Mondsichel auf und widmete mich dann inspiriert von den professionellen Veränderlichen Berichten von Wolfgang Vollmann den Veränderlichen Sternen χ Cyg und R Sct. Versuchte dabei das erste mal die Helligkeit durch Verhältnisschätzung mit zwei Vergleichsternen zu bestimmen. χ Cyg's Position ermittelte ich das erste mal eindeutig im Dezember letzten Jahres wo er um die 9m herumdunkelte (keine gewähr, da ich damals gar nicht direkt verglich) und wartete seit Cygnus wieder sichtbar wurde auf seine Helligkeitszunahme. χ Cyg verglich ich mit η Cyg (3,9m) und φ Cyg (4,7m) als auch η Cyg und 39 Cyg (4,4m) verwendete im Feld zwar die AAVSO Karte doch differierten die Sternhelligkeiten dort mit z.B. denen von +Cartes du Ciel+ oder auch +Redshift+ so dass ich dann letztere zur Berechnung hernahm und auf 4,1m Helligkeit für χ Cyg kam. Auf alle Fälle beeindruckend wenn man bedenkt das vor ein paar Monaten kein weiterer 4m Stern zwischen η und φ Cyg zu sehen war und nun plötzlich mit freiem Auge beobachtend quasi ein neuer Stern am Himmel steht. R Sct's Veränderungen verfolgte ich doch schon ein wenig länger wenn auch nur mit plumper Schätzung und verglich ihn heute mit dem helleren westlichsten 7,1m (7,06m) Stern des kleinen auf M11 hinweisenden Sterntrapez und einem 7,6m Stern (lt. AAVSO Karte) recht genau 1° W von R Sct. Obige Quellen geben diesem Stern 7,66m bzw. 7,68m. Kam somit mit meiner Schätzung auf 7,2m für R Sct und im Vergleich zum nun immer heller werdenden χ Cyg wird R Sct zur Zeit immer lichtschwächer. Am 26.06.06 war er der dritthellste des kleinen Sterntrapez und schätzte ihn damals auf 6,4m. Nach 02:00 widmete ich mich noch ein wenig dem Mond wo der Rand vom Ringgebirge Copernicus gerade noch zu sehen war. Der südlich gelegene Krater Reinhold war ganz zu sehen. Besonders mächtig erschienen in dieser Phase die Karpaten nördlich von Copernicus. Und im Norden erschien Sinus Iridium mit dem besonders plastisch wirkendem Juragebirge eindrucksvoll. Die Lunardome nördlich des Kraters Hortensius waren schon wieder erkennbar ebenfalls schon Milichius π der einzelne Lunardom beim Krater Milichius. Für weitere Mondbeobachtung war ich aber schließlich schon zu müde und da ich auf weiter klares Wetter für eine weitere DeepSky Nacht morgen hoffte beendete ich nach halb drei und packte zusammen. |