Ferienspiel

Krummnussbaum a. d. Donauuferbahn, 14. Juli 2006

Wir sind heute mit unserer Mobilen Sternwarte im Dienst der Wiener Urania-Sternwarte unterwegs. Diese hat uns als Partner auserkoren, um Astronomie auch weit ausserhalb dieser traditionsreichen Sternwarte zu verbreiten. Ein erster Pilot soll das Ferienspiel in Krummnussbaum an der Donauuferbahn in Niederösterreich sein. Natürlich haben wir, im neuen Geist der österreichweiten Kooperation aller astronomischen Organisationen, daran gedacht, diese Station an unsere Freunde von Antares weiter zu vermitteln, doch der heutige Termin kollidiert mit einer wichtigen Veranstaltung in Michelbach. So bauen wir denn unsere Mobile Sternwarte eine gute Autobahnstunde von Wien entfernt auf.


Unser heutiger Einsatzort liegt 100km stromaufwärts

Der Platz für die Aktion "Sternderlschauen" ist gut gewählt - ein Sportplatz etwas oberhalb des Ortes, durch Hecken gut vom Streulicht geschützt. Schon weniger optimal: Das Wetter: Es hat untertags geregnet und auch jetzt ziehen noch Reste von Gewittern ab.


Abendrot über Maria Taferl


Die WM ist vorbei, jetzt ist Astronomiezeit

Wir haben heute zwei Verbündete (die Organisatoren der Gemeinde Marbach, allen voran Gemeinderätin Zimmerl, und ein großes, interessiertes Publikum) und zwei Gegner (die späte Dunkelheit und die Wolken). Was werden wir daraus machen?


Die Mobile Sternwarte wartet auf Dunkelheit und Wolkenlöcher


Der Mini-Dobson findet rasch irdische Ziele und ist ideal für Kinderhände

Auch wenn es noch zu hell und zu bewölkt ist: Geschichten über das Weltall werden gerne gehört. Wobei wir nicht nur auf große Begeisterung, sondern auch auf enormes Wissen stoßen. Was sollen wir den Kindern (und auch ihren Eltern) noch über das Weltall erzählen, sie wissen ja schon fast alles! Wir erfahren, dass hier Astronomie in der Volksschule einen recht hohen Stellenwert hat. Kein Wunder, hier auf dem Land hat man ja doch noch mehr Bezug zum Sternenhimmel.

Was tun, wenn sich der Himmel noch nicht zeigt? Raketen starten!


Da sind alle lautstark dabei: Ein Raketenstart


Letzte Startvorbereitungen


Woooooooooooooooow!

Die von Roland gebastelten Luftraketen sind ein echter Hit. Bei einem Ferienspiel muss sich einfach etwas tun. Doch wir würden so gerne durch die Fernrohre schauen. Die Dobsons finden irdische Ziele, vor allem die Wallfahrtskirche von Maria Taferl, die hoch über uns strahlt. Auch der Computer muss herhalten, um Jupiter und seine Monde zu zeigen. Und dann der erlösende Schrei: "Ein Stern!". Es ist kein Stern, es ist Jupiter.


Endlich kann man durchs Fernrohr schauen


Aufregend, so ein großes Teleskop

Der Spruch "hat einen Bart": Warum heisst eine Sternwarte eigentlich Sternwarte? Na, weil man dauernd auf die Sterne warten muss. Jedenfalls werden wir für unsere Geduld belohnt und sehen endlich Jupiter, wenn auch meist durch Wolken. Doch dann klart der Himmel im Norden auf und wir bewundern Vega, den Polarstern, Alkor-Mizar und zum Schluss sogar noch zwei Sternhaufen, nämlich M103 in der Cassiopeia und h+χ im Perseus.

Die letzten interessierten Besucher verlassen uns erst gegen Mitternacht. Es war eine tolle Veranstaltung, hier fällt unsere astronomische Saat auf einen enorm fruchtbaren Boden. Die Heimfahrt nach Wien ist lang. Wien ist anders, aber in dieser Hinsicht muss man sagen, leider. Da müssen wir wohl noch viel Arbeit hinein stecken, um eine ähnliche Begeisterung für Astronomie bei den Kindern zu erzeugen.

Unser Dank gilt jedenfalls Günther Sidl von der Wiener Urania und GR Zimmerl für die Einladung zu dieser Veranstaltung.

Text und Fotos: Alexander Pikhard