Beobachtung

Edlach/Rax, 25. 08. 2006

20060825sfl21.html

Beobachter:Thomas Schröfl
Datum:25. 08. 2006
Zeit:21.30 bis 23.00 MESZ
Ort:Edlach/Rax
Geogr. Länge:15 48 11
Geogr. Breite:47 41 21
Seehöhe:600
System:
Instrument:Myiauchi 20x77
Bedingungen:
Durchsicht:gut (2)
Aufhellung:gut (2)
Seeing:gut (2)
Freis. vis. Grenzgroesse:5.5
Temperatur:14 °C
Luftfeuchtigkeit:65
Wind:kein
Bericht:

Das Fräulein Tochter äußert den Wunsch Papa möge einmal Astronomie nicht alleine machen, sondern auch ihr +schöne Sachen am Himmel+ zeigen. Bolam hat für heute abend einige Stunden klaren Himmels prognostiziert und darauf ist auch Verlaß. Also wird auf der Terrasse der Myiauchi am Parallelogramm aufgestellt. Damit läßt sich überaus bequem die Einblickhöhe zwischen Kind und Erwachsenem umstellen, ohne das eingestellte Objekt aus dem Gesichtsfeld zu verlieren. Da wir durch das Haus in der Sicht nach N-O etwas beschränkt sind, bietet sich die Cygnus-Region bis südwestlich des Adlers an.

Zuerst wird Albireo hergezeigt, denn erstens ist er bunt und zweitens leicht ein Erfolgserlebnis.

Dann folgt der Kleiderhaken Cr 399, auch Brocchi+s Cluster oder Coathanger genannt, sechs markante Sterne in einer Linie und vier, die den Haken formen. Da kommt kindliche Freude auf, wenn die Natur am Himmel aus Sternen einen am Kopf stehenden Kleiderbügel zeichnet. Doch auch ein Erwachsener kann sich an einem derart schönen Asterismus durchaus erfreuen. Im übrigen war das Finden gar nicht so leicht, denn mit den 2,5 Grad Gesichtsfeld des Myiuchi bin ich ein paar mal darüber hinweg gefahren. Geholfen habe ich mir klassisch und erfinderisch. Das klassische Hilfsmittel war der Swarovski Habicht mit mehr als 6 Grad Gesichtsfeld, erfinderisch der Laserpointer an den Sucher des Myiauchi gehalten, der genau zeigt wohin das Fernglas schaut.

Besondere Freude bereitete mir M 27 der Hantelnebel. Einerseits war er im Fernglas hervorragend zu sehen, andererseits gelang es mir erstmals Mariella das indirekte Sehen erfolgreich beizubringen, indem ich M 27 einfach ganz an den Rand des Gesichtsfeldes stellte und ihr sagte, sie solle einfach in die Mitte schauen.

Weil in der Nähe probierte ich mich dann am Veil Nebel, doch erfolglos. Dazu war die Aufhellung doch zu stark und 2 mal 3 Zoll sind wohl auch etwas zu wenig.

Epsilon Lyrae war dann wider ein kindgerechtes Objekt. Dabei entdeckte ich zufällig ein nettes Pärchen, nämlich Eta und Theta Lyrae, der eine blau der andere gelb, jeder für sich ein Doppelstern.

Bei der Suche nach IC 1396, einem offenen Sternhaufen in Cepheus, der sich dann eher als enttäuschend herausstellte, stieß ich auf einen Asterismus, der wie ein liegender kleiner Orion aussah. Soweit ich es mit Starry Night rekonstruieren konnte, dürfte es sich da um die ca. 2 Grad südwestlich von Xi Cephei liegenden Sterne HIP 109254 und 109311 und um Tycho 4262-768-1, gehandelt haben, die ähnlich den Gürtelsternen eine markante Dreierreihe bilden.

Dann probiere ich mich noch am Nordamerikanebel NGC 7000, ein sehr schwieriges Unterfangen. Bestenfalls kann ich behaupten ihn erahnt zu haben, weniger weil der Nebel selbst zu sehen gewesen wäre, sondern an der Identifikation der Dunkelwolke, die ihn vom Pelikannebel trennt und an der sternarmen Region im Bereich von Xi Cygni.

Zum Abschluß wandere ich bei Albireo beginnend im Ost-West-Zickzack durch die Milchstraße bis zum südwestlichen Horizont durch Pfeil, Füchschen, Adler, Schlange und Schild, wo schon meine Baumwipfel hineinragen, ein Weg entlang der spätsommerlichen Milchstraße, der von unzähligen kleineren und größeren Sternhaufen geprägt ist.