| Beobachter: | Tahir Saban | ||||||||||||
| Datum: | 22. 09. 2006 | ||||||||||||
| Zeit: | 21.00 bis 02.00 MESZ | ||||||||||||
| Ort: | Emberger Alm | ||||||||||||
| Instrument: | 12" Dobson | ||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Ich war heuer wieder auf der ITT in Kärnten. Es war wie so oft in den letzten 10 Jahren: Nicht alle Nächte waren brauchbar. Es war heuer zu warm, so dass am Tag die Sonne schien und die aufgetriebene Feuchtigkeit sich in einigen Nächten am Hang als Nebel fallen ließ, in dem wir dann manchmal stecken blieben. Dennoch, dann wenn die Sterne erscheinen bot die Emberger Alm deutlich mehr als das Wiener Umland. Das Seeing und die Transparenz waren sehr gut. Ich habe wieder einige interessante Beobachtungen gemacht: M1-92 oder "Minkowski's Fußabdruck" ist ein kleiner Planetarischer Nebel im Cygnus. Das Seeing war sehr gut, so konnte ich auf meinem nachgeführten Dobson bis ca 500x vergrößern. Das Objekt ist bei 200x noch fast stellar, ründlich elfter Größe, neben einem m10 Stern (TYC 2150-142). Erst im Nagler 6-3mm Zoom bei 3mm konnte ich abgelenkt den schwächeren dreieckigen Fußabdruck mit gebogenen Rändern im Südosten erkennen. Es schien als ob eine Unterbrechung zum helleren Teil vorhanden war. Zeitweise hatte ich das Gefühl auch im Nordwesten einen noch schwächeren und näheren Halbkreis (als im SO) zu sehen. Der Zentralstern war nicht sichtbar. Am 24.9. wollte ich mit Alex und anderen Sternfreunden auf der Hohen Wand die Beobachtung wiederholen, aber keine Chance. Bei dem mießen Seeing wurden schon bei 200x alle Sterne zu Scheibchen.. Der Planetarische Nebel PK 64+5.1 auch "Campbell's Hydrogen Star" genannt ist schon bei 200x ein kleines bläuliches elongiertes Scheibchen. 18" Durchmesser im Nagler 3-6mm Zoom bei 3mm und ca 500x. B143 und B142 "Barnard's E" ist eine zusammen hängende sehr deutliche Dunkelwolke westlich von Altair, im Nag31 gut auszumachen. Uranus habe ich so gut gesehen wie noch nie. Obwohl sehr südlich sah ich ein klares helles bläulich grünes Scheibchen das rhuig dahin schwebte. Allein deshalb hat sich die Fahrt nach Kärnten gelohnt! Bei genauerem Hinschauen erkenne ich abgelenkt Titania und Oberon im Binokularansatz mit 6mm Monocentric Okularen. Wirklich sehr schön. Von September 2006 an ziehen Monde vor Uranus vorbei. Ich plane die Bedeckung von Ariel am nächsten Abend zu beobachten. Ich weiß gar nicht, ob es da was zu sehen gibt aber vielleicht kann man bei diesem Super Seeing den Mondschatten sehen; doch es wird nichts. Wolken im Süden machen einen Strich durch die Rechnung. Am nächsten Abend ist besonders der Südhorizont sehr gut sichtbar. Ich wandere im Schützen herum. Obwohl sehr tief ist M22 unglaublich schön. Im 31mm Nagler, verleihen in Ost-West Richtung verlaufende Vordergrundsterne einen sehr ästhetischen Eindruck. Ab etwa 1,5mm Austrittspupille entdecke ich einen dunklen 'c' förmigen Kanal im M22. Hier sind die Sterne eindeutig dunkler als im Rest. das 'c' ist vom Ostrand zum Zentrum hin gekrümmt. Bei dieser Austrittspupille wirkt M22 auch nicht mehr so magisch und der Durchmesser ist nur 10'. Ich erhöhe wieder die Austrittspupille und stelle fest, dass ich mein neu entdecktes 'c' nur mehr mit abgelenkter Sicht sehen kann. Neben Beobachtungen mit dem Teleskop habe ich auch mehrere Stunden freisichtig die Milchstraße gezeichnet aber bei dem Detail werde ich wohl daran noch länger arbeiten müssen...
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