| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||||
| Datum: | 08. 10. 2006 | ||||||||||||||
| Zeit: | 19.00 bis 22.00 MESZ | ||||||||||||||
| Ort: | Sofienalpe | ||||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Canon EOS 350D, Philips SPC 900 | ||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Ein wunderschöner Herbsttag; wir verbringen den Nachmittag im Hotel Sofienalpe mit einem hochinteressanten, aber anspruchsvollen Seminar über Spätphasen der Sternentwicklung, die uns Profiastronom Dr. Bernhard Aringer näher bringt.
Ein paar Cirruswolken verschwinden zum Abend hin und es beginnt unsere Astropraxis mit einem herrlichen Sonnenuntergang.
In der hellen Dämmerung bauen viele ihre Teleskope auf, 12 werden es heute wieder.
Zunächst sorgt der -8 mag helle Flare von Iridium 32 für Aufmerksamkeit.
Dann gibt es primär zwei lohnenswerte Ziele; Nummer eins ist der noch immer fast volle Mond, der die Nacht sehr erhellt.
Ich wage trotz nicht so optimalem Seeings einen Test; erstmals nehme ich mit der Philips SPC 900 Webcam auf. Sie ist praktisch baugleich mit der ToUCam pro, hat aber einen verbesserten Treiber. Leider gibt es keine brauchbare Aufnahmesoftware mehr dabei, so dass ich mit VirtualDub aufnehme. Nach einigen Versuchen und Flüchen gelingt es dann so halbwegs.
Da müssen noch weitere Tests folgen, Farbabstimmung und Bildrauschen sind noch nicht befriedigend. Doch jetzt zum Ziel Nummer zwei: Dem Kometen C/2006 M4 (SWAN).
Die Bewegung des Kometen ist deutlich, der Schweif auch. Ich habe herausgefunden, wie ich die - bedingt durch die azimutale Montierung - auch gedrehten Bilder am bewegten Kometen zentrieren kann. Es geht mit AstroArt und dem Präprozessor in zwei Durchgängen: Im ersten entdrehen, im zweiten zentrieren. Eigentlich ganz einfach.
Der extra für Kometen entwickelte Larson-Sekanina-Filter macht den Kometenschweif dann mehr als deutlich. Nur zur Erinnerung: Der fast volle Mond strahlt zum Zeitpunkt der Aufnahmen schon recht hoch vom Himmel! Doch es soll aus dieser Nacht noch viel, viel mehr werden. Trotz des hellen Mondlichts sind im Kleinen Wagen unschwer Sterne 4,5mag freisichtig. Im Zenit ist der Himmel noch dunkler.
So wagen wir uns also wieder an Deep Sky Objekte, und das mit gutem Erfolg.
Die Kugelsternhaufen: Eine Wucht. Die offenen Sternhaufen: Toll. Die planetarischen Nebel: Beeindruckend. Auch schwache Nebel wie NGC 6781 sind trotz hellem Mondlichts zu erkennen. Und sogar Galaxien sind heute möglich, wie z.B. NGC 7331 im Pegasus. Was für eine Durchsicht!
Ein Blick zum Zenit zeigt dann das schier Unvollstellbare: Die Milchstraße bei fast vollem Mond!
Natürlich denkt heute so macher: Was wäre das für eine Nacht, wenn der Mond nicht scheinen würde? Matthias bringt es auf den Punkt: Dann würde es regnen. Keine Angst, da ist kein wissenschaftlicher Zusammenhang dahinter. Nur: "Was wäre, wenn ..." ist auch sinnlos. Wir haben diese Nacht genossen, wie sie war, und so werden wir sie in Erinnerung behalten. |