Astrofoto-Abend

Wien 12, 11. 12. 2006

20061211api22.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:11. 12. 2006
Zeit:22.45 bis 00.30 MEZ
Ort:Wien 12
Instrument:12" Meade LX200, Canon EOS 350D, Philips SPC 900
Bedingungen:
Durchsicht:sehr gut (1)
Aufhellung:gut (2)
Seeing:schlecht (4)
Temperatur:0 °C
Wind:kein
Bemerkungen:Für die Großstadt recht brauchbar.
Bericht:

Etwas Dunst am Abend läßt mich - trotz suggestiver Anrufe einiger eingefleischter WAA-Beobachter - nicht beobachten fahren. Dabei wäre heute zum ersten Mal seit langer Zeit auch über Wien keine Nebeldecke. Im Lauf des Abends wird es aber klarer und so baue ich zu fortgeschrittener Stunde das Teleskop auf der Terrasse auf. Es ist jetzt recht frisch geworden mit ca. 0°C, doch kühler als in den vergangenen Wochen.

Ein visueller Blick zum Orionnebel läßt mich alsbald die EOS 350D zücken, das Programm für die nächsten eineinhalb Stunden ist vorgezeichnet: Fernsehen, aber von der schöneren Art. Ich nehme mit f/6.3 auf, also einer Brennweite von 1.890mm. Da ich noch immer zu faul bin, mein LX200 parallaktisch aufzustellen (und mich eine Verletzung nach wie vor beim Stemmen des unhandlichen Geräts beeinträchtigt), bleibt die Belichtungszeit auf 20 Sekunden beschränkt (bei rund 50% Ausschuß). 1600 ISO machen dennoch vieles möglich.

Einziges echtes und kurzfristig nicht behebbares Problem: Tubusseing. Ich habe das Instrument zu spät ins Freie gestellt. So werden helle Sterne kleine, herzförmige Gebilde. Da das komplette Auskühlen des 12" Tubus noch gute zwei Stunden dauern würde, muss ich das in Kauf nehmen. Das Seeing ist ohnedies auch nicht überragend.

So, erstes Ziel ist der Orionnebel.


M42, 12 x 20s, 12" LX200 bei f/6.3, 1600 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.

Nicht schlecht für mitten aus der Stadt heraus fotografiert. Ich mache weiter mit ein paar offenen Sternhaufen.


M35, 8 x 20s, 12" LX200 bei f/6.3, 1600 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.


M41, 6 x 20s, 12" LX200 bei f/6.3, 1600 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.


M67, 5 x 20s, 12" LX200 bei f/6.3, 1600 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.

Bei den Sternhaufen kommen vor allem die Sternfarben gut heraus. Allerdings ist 1.890mm noch immer zu viel für diese Objekte, die sich - wie M41 - fast im Feld verlieren. A propos M41: Der Kontrast ist beeindruckend bei nur ein paar Grad Höhe aus der Stadt.

Ein Blick nach Osten läßt mich zur Webcam greifen. Endlich, ich erreiche Saturn schon um Mitternacht. Das Seeing ist, wie schon öfter erwähnt, nicht gut, aber es ist das erste Bild aus Wien in dieser Saison. Entstanden aus 700 von 1200 Frames mit der SPC-900.


Saturn, 12" LX200 bei f/15 (F=4,5m), 700 von 1.200 Frames SPC-900.

Ich stacke mit Registax 4, Einzelfeldmodus, aber wesentlich schneller als in der alten Version.

Ich frage mich, welches helle Licht sich da in meinem Tubus spiegelt, und siehe da, es ist der Mond - im letzten Viertel, einer interessanten Mondphase. Trotz schlechtem Seeings noch ein Foto.


Mond, 12" LX200 bei f/6.3, 1/60s bei 100 ISO, verkleinert.

Keine schlechte Ausbeute für einen Astrofotoabend aus der Stadt.