Astrofoto-Abend

Wien 12, 13. 12. 2006

20061213api22.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:13. 12. 2006
Zeit:22.30 bis 00.30 MEZ
Ort:Wien 12
Instrument:12" Meade LX200, Canon EOS 350D mit 300mm Tele
Bedingungen:
Durchsicht:sehr gut (1)
Aufhellung:gut (2)
Seeing:schlecht (4)
Temperatur:+7 °C
Wind:kein
Bemerkungen:Für die Großstadt recht brauchbar.
Bericht:

Schon wieder klarer Himmel über Wien, dazu milder als am Vorabend. Das Seeing ist heute allerdings so schlecht, dass ich beschliesse, statt durch das 12" LX200 durch das huckepack montierte 300mm Tele zu fotografieren. Es hat nicht die beste optische Qualität, wie ich schon feststellen musste, doch auf f/8 abgeblendet sollte es doch halbwegs taugliche Bilder machen. f/8 wähle ich auch wegen der Hintergrundaufhellung durch die Stadt.

Huckepack auf dem LX-200 montiert ist nur mehr die Bildfelddrehung mein Feind, nicht mehr die unexakte Nachführung. Ich kann aber auf jeden Fall 30 Sekunden lang belichten, das ist schon erprobt. Und als Empfindlichkeit wähle ich 800 ISO, um das Rauschen zu eliminieren.

Es kann losgehen. Sirius ist eine nette Testaufnahme.


Sirius, 30s Einzelbild bei F=300mm, 800 ISO.

Das Bild sagt nichts aus, aber der helle Einzelstern wirkt doch recht ansprechend. Jetzt aber zu Deep Sky Objekten. Ich mache Serien von je 8 Aufnahmen, die ich nachträglich mit AstroArt stacke.


Orionnebel und Nachbarschaft, 8 x 30s, F=300mm, f/8, 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.

Nicht schlecht für die Stadt. Natürlich gehen die ganzen schwachen Nebel à la NGC 1977 im Hintergrund unter. Etwas (viel) Bildbearbeitung ist schon erforderlich. Jetzt zu offenen Sternhaufen.


M35, 8 x 30s, F=300mm, f/8, 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.

Mit dieser Brennweite kommen offene Sternhaufen wirklich als solche heraus. In der Aufnahme erkennt man den kleinen, dichten NGC 2158 als kleinen diffusen Fleck rechts von M35. Auch die Sternfarben sind sehr schön. Mit 300mm kann ich mich auch an die Praesepe wagen.


M44, 7 x 30s, F=300mm, f/8, 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.
Warum nur 7 Aufnahmen? Weil ich mich verzählt habe, sorry!

Die Praesepe ist schon ein sehr lockeres Gebilde, das auch bei 300mm nur auffällt, weil es in einer sternarmen Gegend steht. Wieder sehr schön: Die Sternfarben. Weiter nach Süden, zu M41, der auch "südliche Praesepe" genannt wird.


M41, 8 x 30s, F=300mm, f/8, 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.

M41 ist schon kleiner als die Praesepe, aber eine gewisse Ähnlichkeit in der Form besteht dennoch. Der Haufen steht sehr tief im aufgehellten Himmel, es war nicht ganz leicht, den Kontrast zu bekommen, aber auch nicht unmöglich. Jetzt aber hinaus aus dem Licht des tiefen Himmels.


M45, 8 x 30s, F=300mm, f/8, 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.

Bei den Pleiaden macht sich die nicht so tolle Abbildung des Objektivs an den hellen Sternen in Form seltsamer Farbsäume bemerkbar. Aber immerhin: Auch von der Stadt aus ein Hauch von Merope-Nebel! Jetzt zu zwei weniger bekannten Haufen im Einhorn.

 


NGC 2244, 9 x 30s, F=300mm, f/8, 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.


NGC 2264, 9 x 30s, F=300mm, f/8, 800 ISO. Verkleinerter Bildausschnitt.

Gut, die beiden Haufen sind ja wirklich nicht sehr beeindruckend, auch nicht visuell. Sie sind sehr locker (weil sehr nahe), aber auch sternarm.

Das Seeing ist zwar wirklich nicht gut, aber ein visueller Blick zu Saturn läßt mich dennoch eine Aufnahme mit der Webcam wagen.


Saturn, 12" LX200 bei f/15, F=4,5m, IR Passfilter, ca. 600 Frames

Es ist kein Traumbild des Saturn, aber es ist ein Bild, das zumindest die großen Strukturen gut zeit. Saturns beste Zeit kommt ja erst.

Aber jetzt zu etwas ganz anderem: Zu den Geminiden. Nach Mitternacht treten sie im Minutentakt auf und sind durchaus hell; auch von der Stadt aus sind sie ein netter Anblick!

Zum dritten Mal keine schlechte Ausbeute für einen Astrofotoabend aus der Stadt.