Nebelflucht

Volkssternwarte Mariazell, 22. 12. 2006

20061222ned19.html

Beobachter:Anneliese Haika, Günther Eder
Datum:22. 12. 2006
Zeit:19.30 bis 00.30 MEZ
Ort:Volkssternwarte Mariazell
Instrument:Alles, was die Sternwarte so zu bieten hat
Bedingungen:
Bemerkungen:Windstill, wolkenlos, aber leider von der Durchsicht her nicht ideal. Gegen Ende der Beobachtung schon starke Reifbildung an der Kuppelklappe und einige Kristalle auf der Schmidtplatte.
Bericht:

Die Aussicht auf strahlend blauen Himmel - bzw. wolkenlosen Sternenhimmel - zog mich am Freitag nach Schulschluss spontan nach Mariazell hinaus. Der Andventmarkt war diesmal wesentlich schwächer besucht, als am Wochenende unserer Winterstarparty. Trotzdem ist die beleuchtete und geschmückte Stadt ein hübscher Anblick. Wie wir allerdings in der Sternwarte feststellen mussten, reicht die Beleuchtung der Basilika wieder einmal direkt bis zum Himmel - aus astronomischer Sicht nicht so passend.

Die ersten Beobachtungsobjekte im Westen waren daher im wahrsten Sinne des Wortes eine matte Sache. Doch in allen anderen Richtungen zeigte sich der Winterhimmel in seiner vollen Pracht (und wer will schon im Dezember den Schwan sehen?). Die Gegend um Orion und Stier ist immer wieder beeindruckend. Und was für das Teleskop nicht günstig ist, kann mit dem freien Auge recht hübsch aussehen: Sirius tat sein bestes, die Weihnachtsbeleuchtung an wechselnder Farbenpracht zu übertreffen.

Während ich durch die drei verschiedenen Teleskope (16" Meade, Astrophysics 130 Refraktor, Vixen VC 200L) visuell beobachtete, fotografierte Günther mit der Nachführkamera am Refraktor sozusagen "nebenbei" mit.

Eigentlich hätte ich den Pferdekopfnebel sehen wollen, doch schon nach den ersten Objekten, war es klar, dass die Durchsicht dazu nicht gut genug war. Im Orionnebel waren dafür alle 6 Sterne im Trapez erkennbar. Ein Highlight für mich war M35 mit NGC2158. Der schöne offene Sternhaufen M35 ist schon allein einen Blick wert, doch das kleine Fleckchen NGC 2158 (auch ein offener Sternhaufen, der aber wesentlich weiter entfernt ist) am Rand von M35 macht das Ganze zu einem besonderen Anblick. Es sieht aus, als hätte der Sternhaufen ein Junges.

Es folgten noch einige andere Objekte, darunter M1, NGC 7331 und Hubble's Variable Nebula (NGC2261). Dazwischen ging ich auch einmal hinaus, hinter die Sternwarte, um den prachtvollen Winterhimmel zu genießen.

Unten noch ein paar Schnappschüsse von diesem Abend, aufgenommen mit der Nachführkamera am Astrophysics 130.


Hubble's Variable Nebula, NGC2261