| Beobachter: | Thomas Weiland | ||||||||
| Datum: | 22. 12. 2006 | ||||||||
| Zeit: | 18.35 bis 23.35 UT | ||||||||
| Ort: | Hohe Wand / NÖ (Gasthof Postl)
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| Instrument: | Freies Auge | ||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Nur wenige, regelmäßig wiederkehrende Meteorströme sind so wenig bekannt und erforscht wie die Ursiden. Dies ist vor allem auf ihr nicht sehr ausgeprägtes Maximum kurz vor Weihnachten (22./23. Dezember) sowie das zu dieser Zeit meist schlechte Wetter zurückzuführen. Dennoch würden sie mehr Aufmerksamkeit verdienen, da sie in der Vergangenheit bereits mehrmals kleinere Ausbrüche (zuletzt im Jahr 2000) mit stündlichen zenitalen Raten (ZHRs) bis zu 50 geliefert haben. In der Regel erreichen diese jedoch nicht mehr als 10. Als erzeugendes Objekt gilt der Komet 8P/Tuttle, der eine Umlaufszeit von 13,5 Jahren besitzt. Die Ursiden ziehen als mäßig schnelle Meteore über den Himmel, helle Exemplare sind aber eher selten. Ihr Radiant befindet sich nahe Kochab im Kleinen Bären und steht die ganze Nacht über dem Horizont. Für 2006 war das Maximum laut IMO am 22.12. gegen 19h UT zu erwarten. Da eine nahezu geschlossene Hochnebeldecke über dem Flachland Ostösterreichs lag, wich ich auf die Hohe Wand / NÖ aus (Beobachtungswiese nahe dem Gasthof Postl; 16°02' E, 47°50' N, 920 m Seehöhe). Über dem Nebel war es wolkenlos, die Grenzgröße der mondlosen Nacht lag konstant bei +5,8mag. Während des ersten Beobachtungsintervalls (18:35-19:35 UT) konnte ich 8 Ursiden sichten, was bei einem über die gesamte Beobachtungsdauer ermittelten Populationsindex von r = 2,34 einer ZHR von 27 +/- 9 entspricht. Besonders helle Meteore waren nicht dabei (maximal -1mag), die meisten erreichten lediglich +2mag bis +5mag. Während der darauffolgenden Beobachtungsstunde (19:35-20:35 UT) stieg die Zahl der registrierten Ursiden geringfügig auf 9 an (ZHR 30 +/- 10). Anschließend nahm diese bis zum Ende der Beobachtung laufend ab (7 von 20:35-21:35, 5 zwischen 21:35-22:35 und 3 innerhalb von 22:35-23:35 UT), was auch durch konstant fallende ZHRs wiedergegeben wird (22 +/- 8, 15 +/- 7 sowie 9 +/- 5). Hellere Ursiden zeigten blauweiße, gelbe sowie orange Farbtöne und besaßen häufig einen "tropfenförmigen" Kopf mit kurzer Spur. Insgesamt betrachtet dürften die Ursiden 2006 also einen kleineren Ausbruch geliefert haben, wobei das nicht sehr ausgeprägte Maximum mit einer ZHR von 25-30 wahrscheinlich zwischen 19h und 20h UT eingetreten ist. |