| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||||
| Datum: | 13. 01. 2007 | ||||||||||||||
| Zeit: | 19.00 bis 23.30 MEZ | ||||||||||||||
| Ort: | Wienerhütte | ||||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Canon EOS 350D | ||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Die spannende Kometenbeobachtung auf dem Kahlenberg ist zu Ende, der Himmel bedeckt. Ich packe mein 12" LX200 zusammen und fahre nach Hause. Ein Blick nach oben lässt mich dann von meinem Plan abrücken, die Ausrüstung auszuladen und einen gemütlichen Abend daheim zu verbringen: Es ist wolkenlos! Ich habe keine Ahnung, was da in den 40 Minuten zwischen Kahlenberg und Meidling passiert ist; wahrscheinlich sind die Wolken auch nur über dem Kahlenberg. Jedenfalls habe ich ja alles im Auto, also auf zum nächstgelegenen guten Platz, und das ist die Wienerhütte. Ich war schon lange nicht hier; eine beleuchtete Tafel stört etwas (sie wird später abgedreht), ansonsten ist der Platz gut wie eh und je, sehr dunkel jedenfalls, nur im Osten etwas aufgehellt. Mutterseelenallein baue ich auf.
Anfangs verhindert der Wind noch fotografische Aktivitäten, und auch der Scheinwerfer bei der Hütte nervt etwas. So mache ich eine lange visuelle Tour durch praktisch alle sichtbaren Messier-Objekte und sonstige Highlights. Irgendwie auch ein Chill-Out nach dem Kometenstress am Nachmittag. Endlich legt sich der Wind und die Beleuchtung wird auch abgeschaltet. Das Wintersechseck kulminiert.
Das Seeing ist zwar alles andere als gut, dennoch schreite ich ans Fotografieren. Ich nehme mir die südliche Region, die jetzt so schön über den Föhrenbergen steht, vor. Sie enthält ein paar interessante und selten gut zu beobachtende Objekte. Doch zuerst zum Orionnebel. Das muss sein.
Die Aufnahme des Orionnebel zeigt das Potenzial dieses so nahe bei Wien gelegenen Platzes. Kein Vergleich mit der Sofienalpe! Vom Orion nach Süden; da liegt der kleine Kugelsternhaufen M79 im Hasen. Visuell ist nicht allzu viel dran.
Nach M79 ins Achterschiff (Puppis); dort stehen drei sehr schöne Sternhaufen. Der tiefste ist M93, eines der südlichsten Messier-Objekte überhaupt.
Etwas nördlicher steht das Paar M46 und M47. M46 ist ein dichter, reicher offener Sternhaufen und besticht durch den Planetarischen Nebel NGC 2438; er kommt auf der Aufnahme recht gut heraus.
M47 ist visuell beeindruckender als fotografisch. Seine sehr hellen Sterne werden vom Seeing auch ziemlich herumgerüttelt und verwaschen.
Jetzt noch zu einem sehr selten beobachteten Messier-Objekt in der Wasserschlange an der Grenze zum Einhorn: M48. Dieses Gebilde als offenen Sternhaufen zu bezeichnen ist mutig. M48 ist eines der "verlorenen" Objekte in Messiers Katalog, erst 1959 vermutete T. F. Morris, dass dieser Haufen mit der Bezeichnung NGC 2548 doch das Objekt sei, dass Messier als Nr. 48 in seinen Katalog eintrug, bei der Positionsangabe aber (wie öfter) einen Fehler beging.
M48 ist im Feldstecher schöner als im Fernrohr, denn immerhin ist dieser lockere Haufen 30' gross. Die Frühlingssternbilder steigen schon deutlich empor, ein gutes Zeichen. Saturn steht auch schon hoch, das Seeing macht ein Detailfoto aber heute sinnlos. Schön ist er trotzdem.
Unverhofft kommt oft. Mit dieser schönen Beobachtungsnacht hätte ich jedenfalls vor ein paar Stunden nicht gerechnet. Es gibt auch Astronomie ohne Komet McNaught! |