Spaziergang unter geschwungener Keule und Schild

Hohe Wand, 15. 01. 2007

20070115tsa21.html

Beobachter:Tahir Saban
Datum:15. 01. 2007
Zeit:21.15 bis 02.00 MEZ
Ort:Hohe Wand
Instrument:Pentax 75, 12" Dobson
Bedingungen:
Durchsicht:gut (2)
Aufhellung:ausreichend (3)
Seeing:gut (2)
Temperatur:0 °C
Wind:kein
Bericht:

Das schöne Wetter bewog mich trotz Montagnacht zum Beobachten zu fahren.

Als ich auf der Hohen Wand am Wildgehäge-Parkplatz um 21:15 ankam, waren schon 2 andere Sternfreunde da. Ich

stellte meine Teleskope auf, den Pentax zum fotografieren, den 12" Dobson zum schauen.

Mein erstes Objekt war M35 mit NGC 2158 als Einstieg. Ich wollte heute ausschließliech den

nördlichen Teil von Orion durchwandern, zwischen der geschwungenen Keule und dem Schild sozusagen

NGC2175 alias Sharpless 2-252 ist ein heller Nebel. Schon bei 50x gut sichtbar. Der UHC Filter

verbessert den Kontrast geringfügig. Etwas oval mit 4 weichen Ecken. Da mir das Objekt gut gefiel habe ich es

gleich aufgenommen. Rechts unten im Bild sieht man auch Sharpless 2-247, welches ich nicht sehen konnte.

Collinder 84 Überlagert sozusagen NGC2175 (wird manchmal fälchlicherweise auch 2175 oder 2174 genannt).

Hier ist aber kein Sternhaufen sichtbar. Laut Archinal und Hynes las ich zuhause, soll der Katalogeintrag auf

einen Übersetzungsfehler aus dem Deutschen zurück zu führen sein. Collinder hat zwar später hier einen

Sternhaufen katalogisiert, seine Existenz ist jedoch bis heute fraglich. Barnard 206, nicht sehr deutlich abgegrenzte ründliche kompakte Dunkelwolke bei 55x. Sharpless 2-254, Sh2-258 sowie IC2162 konnte ich auch mit UHC nicht bestätigen. Es ist zwar bei 55x zwar nebulos

aber bei höherer Vergrösserung sind sehr schwache Sterne sichtbar geworden. Diese täuschen visuel den Nebel vor. NGC2195 südlichöstlich des Sternes TYC1318-540-1 (m10.5) in Form eines kleinen gestreckten Balken bei 130x

sichtbar, sehr klein. Zuhause habe ich bei Corwin nachgelesen, dass das Objekt in Wahrheit ein noch schwächerer

Doppelstern ist, der zwischen dem von mir gesehehen Doppelstern und dem m10.5 Stern liegt. Es ist definitiv kein

Nebel, wie von dem Entdecker Lohse berichtet wurde. Sharpless 2-261 mit UHC Filter bei 55x sehr, sehr schwach. NGC2169, einer meiner Lieblingssternhaufen. Schöner kompakter heller Sternhaufen mit etwa ein Dutzend

Sternen bei 55x. Dann bei 130x erhöht sich die Zahl der Sterne auf ca. 20 und man erkennt wie von Zauberhand die

Zahl "37" in den Himmel geschnitzt. Ich freue mich jedes mal über dieses Objekt. Die helleren Sterne haben schöne

Farbkontraste. NGC2194 bei 55x nur ein schwacher Fleck, bei 130x etwa 20 schwache Sterne, dahinter schwache Nebulosität. Luginbuhl-Skiff 1, 2 nebulose Flecken östlich von 2194, die bei höherer Vergrösserung aus schwachen

Sternen bestehen NGC2141 ist bei 55x nur ein schwacher Fleck, bei 130x 8 Sterne, dahinter schwache Nebulosität. Immerhin

wirkt der Sternhaufen visuel besser als im Bild unten. Abell 12 Eines meiner Lieblingsobjekte! Der Planetarische Nebel mit m12 liegt ganz nahe bei Mü-Orionis.

Wäre das nicht so, hätten wir heute vielleicht 111 Messier Objekte. Doch der m4.5 Stern ist so hell, dass auch

nach Messier alle mir bekannten Beobachter den Nebel übersahen. Er ist im Katalog von Abell mit Nummer 12

eingetragen. Also, wer einen Planetarischen Nebel aus dem Abell Katalog sehen will, ohne sich dabei die Augen zu

verrenken möge hier her schauen. Er ist auch sehr leicht aufzufinden, einfach nordwestlich vom ersten freisichtig

hellen Stern nordöstlich von Betelgause schauen. Was mich auch sehr freut ist, dass mir eine Aufnahme mit der

Canon 350d gelang. Mü-Orionis ist der helle Stern unten im Bild. Nordwestlich davon sieht man die kleine Scheibe

von Abell 12. NGC 2141 ist der schwache Sternhaufen (mit 2 Balken markiert).

Am besten beobachtet man natürlich mit hoher Vergrösserung und schiebt Mü-Orionis aus dem Feld raus. Bei 330x

konnte ich mit dem 12" Dobson den Nebel auch mit Mü-Orionis sehen, aber bei meinen früheren Beobachtungen mit 5"

ging das nicht. Es ist ein kleines, graues, rundes Objekt, in der Mitte ein klein wenig dunkler. Barnard 35 eine eher erkennbare Dunkelwolke NGC2022 ein heller, kleiner Planetarischer Nebel, den ich bis heute noch nie beobachtet hatte. Bei 400x

gut erkennbar, ovale Struktur. In etwa 2' Durchmesser, kein Zentralstern sichtbar. Reagiert stark auf UHC Filter. Collinder 69 passt gerade noch ins Nagler 31, gestreuter Sternhaufen mit blauen Sternen. Er stellt den

Kopf von Orion dar. Wahrscheinlich noch schöner im Fernglas. Dolidze Dzimselejsvili (DoDz) 2 etwa 8 Sterne, verstreut. Barnard 224 im Nagler 31 eindeutig als Dunkelwolke erkennbar Barnard 30, Barnard 31, Barnard 32 sind Teile eines ausgedehnten Dunkelwolkenkomplexes Dolidze 17, schöner kleiner Sternhaufen mit 5 hellen Sternen als Viereck angeordnet, 130x. Nordwestlich

von Bellatrix Dolidze 19 5-6 Sterne in ost-west Richtung gestreut Dolidze 21 zerstreuter Sternhaufen mit 10 Sternhaufen unterschiedlicher Helligkeiten. NGC1662 schöner offener Sternhaufen mit Sternen unterschiedlicher Helligkeit. Die Hellen dominieren aber.

Dies ist zugleich das Ende meiner Himmelswanderung und es ist schon gleich 2 Uhr. Morgen früh muss ausnahmsweise

ein kräftiger Kafee her...