Nach Weihnachten ist ein guter Termin für ein Einsteigerseminar für neue oder angehende Fernrohrbesitzer/-innen. So maches Fernrohr fand sich unter dem Weihnachtsbaum. Es wird früh finster und so kann das Abenteuer zu früher Stunde beginnen - wenngleich die Witterungsbedingungen nicht immer einladend sind.
Immerhin: Es ist heuer um fast 25° wärmer als bei unserem Seminar im letzten Jahr um diese Zeit. Gegen die damaligen -15°C machen sich die +9°C am frühen Nachmittag ja frühlingshaft aus. Allerdings: Der Wind ist mindestens genauso stark wie vor einem Jahr. Doch zunächst beginnen wir ja in der warmen Stube.

Seminar im warmen Kaminsaal
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In der Theorie erklären wir, was es am Himmel zu sehen gibt, wie Fernrohre funktionieren und wie man einfach erste Fotos machen kann. Draußen verbläst der Wind die Wolken und ein schöner Abend beginnt. Schon in den Seminarpausen beobachten wir die dünne Mondsichel und die Venus.

Mond und Venus über den Wolken - die, obwohl im Westen, verschwinden werden
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Erdschein im Sturm, der das Buschwerk durchrüttelt
Nach dem Abendessen und dem letzten Vortragsteil über Fotografie geht es dann wirklich zur Praxis. Trotz Sturms werden Geräte aufgebaut.

Beobachter im Sturm. Aber: Kein Schnee, kein Eis, es hat immer noch +7°C
Wir beobachten den Mond ...

Mondschnappschuss
... obwohl er schon tief steht, und all die anderen Sehenswürdigkeiten am Winterhimmel (ist ja gleichzeitig Astropraxis zu diesem Thema). Ein Blick zum Kleinen Wagen verrät eine scheinbare visuelle Grenzgröße von 5 mag. Nicht schlecht für diesen Ort. Und erst viel später zeigt sich auf einer an sich verworfenen Aufnahmen, mit unästhetisch starker Nachverstärkung, eine kleine Sensation: Schweifstrahlen des Kometen McNaught, kaum von der Hintergrundaufhellung zu unterscheiden und fast schon zu tief.

Pegasus im Untergang, und darunter - Reste vom Kometenschweif!
Das wussten wir zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht (ich persönlich hielt den Ort einerseits für zu hell, andererseits verhinderte ung&auuml;stiges Timing des Abendessens die Beobachtung zur richtigen Zeit). So wandten wir uns anderen Zielen zu.

Passend zum Wintersturm: Der einbeinige Riese

Darf natürlich nicht fehlen: Orion mit seinen schönen Objekten
Erst nach 21 Uhr endet der praktische Teil. Ein schöner erster Kontakt und doch erheblich gemütlicher als vor einem Jahr.
Text und Fotos: Alexander Pikhard