Mond im "second photolight"

Edlitz/Wieden, 29. 01. 2007

20070129dis18.html

Beobachter:Doris Istrate
Datum:29. 01. 2007
Zeit:18.00 bis 18.45 MEZ
Ort:Edlitz/Wieden
Instrument:10"-Dobson, Olympus SP 510
Bedingungen:
Durchsicht:sehr gut (1)
Seeing:schlecht (4)
Temperatur:5 °C
Wind:sehr stark
Bemerkungen:Exzelente Durchsicht, jedoch wieder schlechtes Seeing und Sturm
Bericht:

Endlich fuhren wir wieder auf die Jagdhütte, heuer zum ersten Mal. Um so lieber, als das Wetter bis Wr.Neustadt versprach die Pleiadenbedeckung beobachten zu können. Aber nach Neunkirchen zog es zu und ab Seebenstein versanken wir im Schneesturm, also aus der Traum von der Pleidenbedeckung.

Am nächsten Tag lichtete sich der Himmel gegen Sonnenuntergang und so beschloss ich auf den Berg zu gehen, von wo aus die Wetteraussichten besser zu überblicken sind.

Die Wolken leuchteten wieder einmal feuerrot, aber diesmal färbten sie auch den Schnee rot. Mitten drinnen die treue Bauernkatze, die mich wie immer begleitete.

Als sich die Wolken großteils verzogen hatten strahlte Venus vom Himmel, begleitet von einem Kondensstreifen, der wie eine abstürzende Rakete aussah.

Die Bauern behaupten, dass ein roter Abendhimmel starken Wind bringt. Na gut, auch im Wetterbericht sagten sie Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h voraus. Aber dann fegte der Sturm mit bis zu 140 km/h über uns hinweg und blies wieder alles davon, was nicht niet- und nagelfest war. Einmal krachte es mitten in der Nacht und wir sprangen bangend aus dem Bett und im Pyjama vor die sturmgebeutelte Hütte, aber es war nur ein zusammengebrochener Holzstoß, der von der Böschung gefallen war.

Am nächsten Tag ließ der Sturm etwas nach, aber er pfiff uns noch immer mit gut 90 km/h um die Ohren. Allerdings wollte ich die neue Kamera unbedingt auch am 10"-Dobson ausprobieren und deshalb schleppte ich das Teleskop gegen Abend trotz Sturm in's Freie. Die Durchsicht war ja genial, aber das Seeing durch den warmen Wind wieder einmal sehr bescheiden, und der Sturm sowieso nervig.

Aber die Nachfolgekamera hat ein Novum gegenüber ihrer Vorgängerin: Der Selbstauslöser ist nicht mehr fix auf 12 Sekunden programmiert, sondern man hat die Wahlmöglichkeit zwischen 12 und 2 Sekunden Verzögerung. Das ist für die Astrofotografie ideal, weil bei 2 Sekunden einerseits die Objekte nicht mehr zwischenzeitig aus dem Bildfeld wandern, und andererseits, weil man schnell in einem Windloch fotografieren kann. Dafür sind die 2 Sekunden allerdings fast zu kurz, weil der Tubus nicht optimal ausschwingen kann.

Egal, ich versuchte nach dem 8-Zöller in Wien jetzt mit dem 10-Zöller mein Glück, auch wenn die Bedingungen wieder einmal nicht rosig waren. Die Ergebnisse sind für diese Umstände nicht so schlecht.

Es war sogar eine maximale Teleaufnahme (ohne digitales Zoom) möglich.

Bestimmt sind noch besser Aufnahmen möglich. Erstens von den Wetterbedingungen her, und zweitens, wenn ich die Anleitungen von der CD auf Papier gedruckt habe und nachlesen kann, mit welchen Einstellungen die besten Resultate erzielt werden können. Denn was soll ich auf der Hütte im Wald mit einer CD? Und wo sind die Zeiten der guten, alten Bedienungsanleitung in Form eines Büchleins? Manchmal ist die moderne Technik schon ein Hund - WAU-WAU!