Südsteirische (Astro-)Impressionen

St. Anna am Aigen, Südsteiermark, 06. 10. 2007

20071006neb23.html

Beobachter:Alexander Pikhard, Natalie Ebner
Datum:06. 10. 2007
Zeit:23.00 bis 00.30 MESZ
Ort:St. Anna am Aigen, Südsteiermark
Instrument:Canon EOS 350D
Bedingungen:
Durchsicht:sehr gut (1)
Aufhellung:gut (2)
Freis. vis. Grenzgroesse:6.0
Temperatur:8 °C
Luftfeuchtigkeit:feucht
Wind:maessig aus N
Bemerkungen:Zeitweise Durchzug von Wolken.
Bericht:

Nach einigen Dienstreisen nehme ich eine kurze Auszeit in der südlichen Steiermark. Der Himmel zeigt sich am Samstag grau, eine ziemlich einheitliche, hochnebelartige Bewölkung liegt über dem Land. Umso größer die Überraschung, als am späteren Abend die Wolkendecke aufbricht. Erst steht Capella ganz allein in einem Wolkenloch, wie ein funkelnder Fremdkörper in einem Meer aus Finsternis. Kein Flugzeug, nein, ein heller Stern in einer winzigen Lücke. Doch das ist erst der Anfang und binnen Minuten klart es auf. Der Himmel ist klarer als im Gebirge, der frische Nordwind sorgt für sehr gute Durchsicht. Die Milchstraße zieht in einer Klarheit über den Himmel, wie ich sie bestenfalls von der Ebenwaldhöhe her kenne.

Ich halte ein paar Eindrücke mit der stehenden Kamera fest (teilweise gestackte Mehrfachbelichtungen, Einzelbelichtung 25s bei 1600 ISO und 27mm Brennweite Kleinbildäquivalent).


Westen. Die Milchstraße im Sommerdreieck


Süden. Ein Flugzeug zieht eine Spur um Fomalhaut. Licht von Bad Radkersburg.


Osten. Fuhrmann und Stier, darunter Mars, am Horizont die Schultern des Orion.
Die Lichtverschmutzung von Ungarn ist viel, viel geringer als von unseren Orten,
obwohl hier viel größere Städte liegen (Szombathely).


Norden. Großer Wagen in unterer Kulmination. Es ist Herbst.


Pegasus und Andromeda mit M31, auch M33 ist deutlich zu erkennen.


Die reich strukturierte Milchstraße vom Schwan (rechts) bis zur Cassiopeia (links) ...


... und von Cassiopeia (rechts der Mitte) bis Perseus. h und χ Persei ist auffällig. Ganz links Capella.

Schade, dass in der zweiten Nachthälfte wieder Wolken aufziehen. Die Regulus-Bedeckung am nächsten Morgen kann ich leider nicht beobachten. Erst gegen 10 Uhr ziehen die Wolken wieder ab. Der Himmelsanblick um Mitternacht war aber mehr als eine Entschädigung.