Mond und Jupiter

Wien 12, 06. 09. 2009

20090906api20.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:06. 09. 2009
Zeit:20:00 bis 23:00 Uhr MESZ
Ort:Wien 12
Instrument:6" Skywatcher Refraktor, Canon EOS 350D, DBK 21AU04.AS - USB
Bedingungen:
Durchsicht:sehr gut (1)
Aufhellung:schlecht (4)
Seeing:gut (2)
Wind:kein
Temperatur:14°C
Sonstige Bedingungen:Wolkenlos.
Bericht:

Ein extrem klarer Abend, sehr aufgehellt durch den Mond zwei Tage nach Vollmond. Das Seeing erweist sich als gut, wie ein Blick zu Jupiter zeigt. Und da gibt es gleich ein Zuckerl.


Jupiter mit Europa (am Rand) und deren Schatten. Links Io. 21.54 Uhr MESZ, L1 = 168°, L2 = 163°.
6" Skywatcher und 3x Barlowlinse, F = 3600mm, IR Sperrfilter.


Etwas später, 22.01 Uhr MESZ, L1 = 173°, L2 = 167°. Gleiche Konfiguration.

Wie nicht schwer zu erkennen ist, kämpfe ich noch immer mit den Einstellungen der DBK-Webcam. Dass die mitgelieferte Aufnahmesoftware IC Capture AS auch nicht ganz fehlerfrei ist, ist in der Astroszene auch schon bekannt. Dennoch sind die beiden Bilder nett. Zu den Farben: Der Skywatcher gibt als Achromat natürlich keine so guten Farben. Ich zerlege die Bilder in AstroArt in RGB und korrigiere den Grünkanal anschliessend, so dass die Farbfehler des Objektivs einigermaßen korrigiert werden.

Jetzt zum Mond. Zwei Tage nach Vollmond ist er immer noch recht voll.


Mond in der Totalen. F=1200mm, Canon EOS 350D, verkleinert.

Dennoch sind zwei Details bemerkenswert. Zum einem Mare Crisium am Terminator, zum anderen die markante "Delle" im östlichen Mondrand nahe dem randfernen Grimaldi. Es ist das sehr selten zu sehende Mare Orientale.


Mare Orientale (rechts unten De Vico, rechts oben Grimaldi). Die beiden konzentrischen Anordnungen länglicher Dunkelgebiete am Rand sind Lacus Autumni und Lacus Veris (randnah). Die Randgebirge Montes Cordillera und Montes Rook sind nur am Mondrand andeutungsweise zu sehen. Die Delle selbst ist das Mare Orientale.


Mare Crisium mit Cleomedes (oben). Besonders schön kommt die Enge zwischen den beiden Vorgebirgen Promontorium Lavinium (oben) und Promontorium Olivium (unten) heraus, die sich dann in Proclus P erweitert und dann nach links zum Palus Somni nochmals verengt. Weitere namenlose  "Täler" durchsetzen den Wall des Mare Crisium radial.

Zwei Objekte, aber die sind nicht ohne.