M42 - mein erstes Deep Sky Bild

Taubenberg, Oberbayern, 06. 12. 2009

20091206bko22.html

Beobachter:Bernhard Kohmanns
Datum:06. 12. 2009
Zeit:22:15 bis 23:15 Uhr MEZ
Ort:c, Oberbayern
Instrument:AP Traveler 4" f/5,8
Bedingungen:
Durchsicht:sehr gut (1)
Grenzgröße:6.0
Aufhellung:gut (2)
Seeing:sehr gut (1)
Wind:leicht
Temperatur:-7°C
Sonstige Bedingungen:2 Tage nach Neumond; ab und an Windböen; trocken
Bericht:

Das schlechte Wetter habe ich an den letzten Wochenenden genutzt, um mein erstes Deep Sky Bild zu eigenständig bearbeiten.

Es ist von M42; aufgenommen bereits am 9.2.2008 zwischen 22:15 und 23:15 MEZ in 900m Höhe, 15 km nördlich vom Tegernsee.
Es ist eines meiner ersten Deep Sky Bilder überhaupt, und das allererste, an dem ich selbsttätig Bildbearbeitung "geübt" habe.

M42 ist wegen seiner Helligkeit leicht zu finden und mithin aufnahmetechnisch nicht allzu schwierig; die Bildbearbeitung hinterher hat's aber in sich...

Bedingungen: -7°C, trocken, ab und an Windböen, 2 Tage nach Neumond, Seeing und Durchsicht für unsere Breiten nahezu perfekt, 1-2 auf der Schulnotenskala.

Equipment:

Monti: Losmandy G11
Einnordung: hab ich verpatzt durch Nicht-Beachtung des 2.Sterns in der Grafik des Losmandy-Polsuchers :-(
Kamera: Canon EOS 350D modified Baader-Filter, ISO 800
Teleskop: 610/105mm AP Traveler im Primärfokus
Objektsuche und -zentrierung durch TV Nagler 31mm "Handgranate" + AP Zenitspiegel
Fokussierung: 2-Loch-Hartmannmaske + 2,25-fach Winkelsucherlupe
Belichtungszeiten Lights: je einmal 600, 300, 120, 26, 20, 6 und 5 Sek.
Darks: 600, 300 und 120 Sek.
Flats: keine
Auslösung: Canon 80er Timer
Guiding: visuell durch 1000er Russentonne und Baader Micro Guide 12,5mm; Piggyback auf'm Traveler
Nachführung war Mist: der Leitstern war sehr lichtschwach, ich hab nur alle paar Minuten mal die Nachführung kontrolliert, wissend, daß ich eh schlecht eingenordet war (ja, und auch wegen der Übermüdung und Tränen des Auges in der Frostnacht...).

Die Bearbeitung hat mich 3 Wochenenden gekostet, die Fehlversuche sind zahlreich, und die Lernkurve ist gewaltig.

Ziel der Bearbeitung war die Herausarbeitung feinster Details, auch von (sonst selten beachteten) Staubwolken drumherum, auf Kosten des Rauschens und eines Farbgradienten im Himmelshintergrund.

RAW-Konvertierung ins Tif-Format 16Bit inkl. Preprocesing (Gamma, Sättigung, Kontrast, Weiß- und Schwarzpunkt, Farbtonanpassung) in PS Camera RAW.
Darkabzug in Deepskystacker.
Registrierung und Stacking der 3 Langzeitbelichtungen in Deepskystacker.
Die anderen Bilder mit der PS-Layer-Methode unscharf maskiert und vermindertem "Fill" drüber gestackt (das ging schwer, weil die Verschiebung der Layer ruckartig erfolgt... deshalb hab ich die Sterne nicht genau übereinander gekriegt). Deepskystacker registriert leider keine kalibrierten mit nicht-kalibrierten Bildern :-(
Vom 5 Sekunden-Bild nur das Zentrum ausgeschnitten und reingestackt.
Himmel partiell geschwärzt und Gradienten raus gemacht mit PS (nur in Gebieten, in denen keine Staubwolken zu sehen waren).
Sterne verkleinert, Sternfarben erhöht und zweimal local contrast enhancement mit Carboni's Astro-Tools.
Schärfung und partielle Himmelsebnung mit Fitswork.
Tonwerte, Gradationskurve und selektive Farbtonanpassung (Running Man blau, M42 rot) mit PS.

Zum Schluß noch den Farbraum vom kalibrierten Monitor-Profil ins Web-taugliche sRGB gewechselt, und hierfür nochmals die Farben erhöht (die in meinem Wide Gammut Monitor Profil krachert bunt sind).

Als jpg gespeichert, verkleinert und mit der Demo-Version von Neatimage gaaanz leicht das Rauschen unterdrückt.

Fertig!

Bernhard