Beobachtungsnacht

Hohe Wand, beim Gasthof Postl, 16. 04. 2010

20100416api20.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:16. 04. 2010
Zeit:20:00 Uhr MESZ
Ort:Hohe Wand, beim Gasthof Postl
Instrumente:6" Skywatcher Refraktor auf EQ5, 8" Bresser Messier N203 auf NEQ6pro, DBK 21AU04.AS - USB, Canon EOS 350D
Bedingungen:
Durchsicht:gut (2)
Grenzgröße:5.0
Aufhellung:gut (2)
Seeing:gut (2)
Wind:maessig aus NW
Temperatur:2°C
Feuchtigkeit:trocken
Sonstige Bedingungen:Durchsicht durch Vulkanasche um ca. 1 bis 1,5 mag getrübt. Zu Mitternacht Wolkenaufzug.
Bericht:

Meine Beobachtungen im Rahmen der ersten Nacht unserer Easter Star Party beginnen natürlich - nach Beobachtungen der Wolken bei Sonnenuntergang - mit der wunderschönen Begegnung von Mond und Venus am Abendhimmel.


Schon in der hellen Dämmerung sind Mond und Venus markant

Schon in der hellen Dämmerung stechen die dünne Sichel des zunehmenden Mondes und die Venus zwischen den abziehenden Wolken hervor. Der Anblick wird von Minute zu Minute toller.


Mond im 6" Skywatcher bei F=1200mm, Canon EOS 350D, verkleinerter Bildausschnitt

Der Mond zeigt eine interessante Phase. Obwohl nur zwei Tage alt, steht aufgrund der Libartion die bekannte Kraterkette Langrenus - Vendelinus - Petavius - Furnerius am Terminator. Doch noch viel spektakulärer wird die unbeleuchtete Seite des Mondes.


Mond und Venus in der Dämmerung, von Minute zu Minute toller.

Die Aschenwolke des Eyjafjallajökull sorgt für eine bemerkenswerte Himmelsfärbung; in der fortgeschrittenen Dämmerung stehen Mond und Venus in einem türkisfarbenen Himmel, die Färbung geht fast schon ins Grünliche über und so kommt fast ein wenig Marsstimmung auf.


Aschgraues Mondlicht in der Dämmerung. Wie oben, nur 2s lang belichtet bei 1600 ISO.

Der Himmelsanblick wird immer beeindruckender.


Auffällig sinken Venus und Mond zum Westhorizont, wo sich noch letzte Quellwolken türmen

Der tief stehende Mond wird in der staubreichen Atmosphäre rötlich verfärbt und erinnert bald an eine totale Mondfinsternis, wäre da nicht die hell beleuchtete Sichel.


Wäre da nicht die helle Sichel, es könnte eine totale Mondfinsternis sein.

Unglaublich viel Detail ist auf der von der Erde beleuchteten Seite des Mondes zu erkennen. Was aber kann der Himmel sonst angesichts der Aschenwolke? Nun, zunächst sind heute keine Flugzeuge am Himmel, aber was können die Sterne?


Himmelsausschnitt mit Zwillingen, Krebs mit Mars nahe Praesepe und Kleinem Hund.

Ein Highlight des heutigen Abends ist Mars nahe der Praesepe (M44). Ich fotografiere das mit dem 8" Newton bei F=1000mm und benötige dennoch ein Mosaik aus vier Bildern.


Mars nördlich der Praesepe (M44). Bresser Messier N203 bei F=1000mm, Canon EOS 350D,
Mosaik aus 4 Aufnahmen zu 30 Sekunden bei 1600 ISO, verkleinert.

Das Seeing ist gut. Also statte ich auch den Planeten Mars und Saturn einen Besuch ab. Venus, jetzt schon untergegangen, gab seeingbedingt nichts her.


Mars. Bresser Messier N203 bei F=7500mm, IR Sperrfilter, DBK21 Webcam


Saturn. Bresser Messier N203 bei F=3000mm, IR Sperrfilter, DBK21 Webcam

Geht auch Deep Sky? Durchaus. Auch visuell können wir an Rolands 18" Obsession einiges erreichen. Als Test fotografiere ich das Nonett im Virgo-Galaxienhaufen.


Das Nonett und mehr. Insgesamt 11 Galaxien sind auf dieser Aufnahme der Gruppe um die beiden hellen Galaxien
M84 und M86 drauf. Identifikation am besten über unsere Seite Der Virgo-Galaxienhaufen.

Nur der unangenehme Wind trübt die Freude an dieser ersten Nacht unserer Easter Star Party und verhindert mehr Fotos. Gegen Mitternacht zieht ein großes Wolkenfeld auf und so beschließe ich, wie alle anderen auch, abzubauen und Kräfte für die nächste Nacht zu sammeln.


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Ein Bericht der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.
www.waa.at