Reisebericht Namibia 2010

Hakos/Namibia, Lat. 23°41´21´´ S Long. 16°48´11´´ E

20100722ths00.html

Beobachter: Dr. Thomas SCHRÖFL
e-Mail: schroefl@chello.at
Datum: 4. bis 19.7.2010
Zeit: 00:00 bis 00:00 MEZ
Ort: Hakos/Namibia
Instrument: Celestron CGEPro 1100 EdgeHD, Pentax 75/500 SDHF, Nikon D300, Hutech-modif. Canon 30D, SBIG 2000XM
Bericht:

4./5. Juli:

Nach fast genau einem Jahr brechen Christoph Niederhametner, Wolfgang Weiser und ich wiederum nach Namibia auf, um auf der Farm Hakos 2 Wochen lang nach Herzenslust der Astronomie zu frönen. Wir sind regelrecht ausgehungert, denn die Wetterkapriolen des letzten Jahres führten dazu, daß ich in diesem Jahr weniger Gelegenheit zum Beobachten fand, als in den vorjährigen 14 Tagen auf Hakos.

Am späten Nachmittag des 4. Juli treffen wir uns in Schwechat und fliegen zunächst mit Niki nach München. Zufolge seiner Verbindung mit der Air Berlin ist dieser Anschlußflug derart günstig, daß es sich nicht mehr auszahlt mit dem Auto nach München zu fahren. Benzin, Parken und der Zeitverlust kosten deutlich mehr als das Ticket.

Die Menge unseres Reisegepäcks ließe auf die Absicht schließen, wir wollten auswandern und für immer in Namibia bleiben. Doch der wahre Grund ist der, daß wir uns entschieden Vieles an astronomischer Ausrüstung auf Hakos zu lassen, denn die Erfahrung hat gezeigt, daß einerseits Übergepäck immer teurer wird – die Zeiten wo wir wie 2004, wenn auch als große Gruppe, 300kg Freigepäck als Sportgepäck deklariert mitnehmen konnten sind endgültig vorbei – und andererseits die doch teure und wertvolle Ausrüstung bei der Gepäckabfertigung aufs gröbste behandelt wird.

Christoph und ich haben beschlossen für den Hinflug, einen Nachtflug, Business Class zu buchen, denn in der extrem beengten Economy Class ist an halbwegs Schlafen kaum zu denken. Überdies gibt es bei Business 10kg mehr an Gepäck und auch 2 Stück Handgepäck, das bei uns leider so schwer war wie ein gut gefüllter Reisekoffer. Sicherheitshalber haben wir rechtzeitig vor dem Abflug noch Zusatzgepäck gebucht, denn da kostet das kg Übergepäck nach Windhoek nur € 10.— statt € 20.—wenn man erst beim Check In zahlt. Trotzdem, Air Berlin hat an uns gut verdient, aber das zum letzten Mal. In München treffen wir am Gate Walter, einen deutschen Berufsastronomen (Radio-astronomie), der schon voriges Jahr gleichzeitig mit uns auf Hakos war und auf der IAS-Sternwarte beobachtete.

Mit etwas Verspätung, die wir aber wieder einholen, starten wir in München und genießen zunächst einmal Bequemlichkeit und hervorragende Verpflegung. Deutlich breitere Sitze, die sich fast in Liegestellung kippen lassen und über eine Fußauflage verfügen, lassen mich vom Erreichen der afrikanischen Küste bei Tripolis an bis eine gute Stunde vor der Landung in Windhoek recht gut schlafen. Über Angola und dann Namibia liegt zu unserer morgendlichen Verärgerung eine geschlossene Wolkendecke, die sich beim Sinkflug auf Windhoek als recht dünn (100 bis 200m) herausstellt, aber doch etwas worauf wir in Namibia gerne verzichten. Wie immer empfängt uns unmittelbar nach der Landung ein farbenprächtiger Sonnenaufgang und heuer ist es deutlich wärmer als 2009.

Bei der Gepäcksausgabe kommt dann eine böse Überraschung. Mehrere Gepäckkisten von Christoph und Wolfgang fehlen. Die Gepäckshalle ist menschenleer, das Förderband steht und der Verärgerungspegel steigt deutlich. Schließlich stellt sich heraus, daß die Gepäcksstücke wegen ihrer Größe als Cargo behandelt wurden und deshalb in München nicht rechtzeitig umgeladen wurden. Angeblich sollen sie in 1-3 Tagen nachgeliefert werden.

Walter Straube holt uns vom Flughafen ab und nach ein paar raschen Besorgungen in Windhoek geht es zur Farm Hakos. Wenige Kilometer vor der Farm stoppt uns eine Reifenpanne. Die Lauffläche hatte sich abgelöst und Walters Versuch noch Hakos zu erreichen scheiterte schließlich an einem Patschen. Im Teamwork wird der Reifenwechsel rasch erledigt und kurz darauf können wir auf Hakos Waltraud und Friedhelm herzlich begrüßen.

Und nun habe ich endlich die Gelegenheit mein mit Spannung erwartetes neues „Baby“ ein 11 Zoll Celestron Edge HD (HD steht für High Definition) auf einer Celestron CGE Pro Montierung, das in Hinkunft ausschließlich auf Hakos seine Dienste verrichten wird, erstmals in Augenschein zu nehmen. Für den technisch interessierten Leser ein paar Bemerkungen. Im Herbst 2009 hat Celestron eine neue SCT-Generation vorgestellt. SCT´s hatten bisher zwei mehr oder minder stark ausgeprägte Mängel. Zum Bildrand hin zeigt sich eine Koma, d.h. Sterne werden nicht mehr punktförmig abgebildet, sondern bekommen ein kleines „Kometenschwänzchen“ und überdies ist das Bildfeld gewölbt, also nicht von Mitte bis zum Rand scharf. Fokussierte man auf die Mitte, war der Rand unscharf und umgekehrt. Beide Bildfehler wurden behoben bzw. deutlichst reduziert durch ein in den Baffle eingebautes, aus 2 Linsen bestehendes, Korrektursystem. Zu Zeiten kleiner CCD-Chips, die nur die Mitte des Bildfeldes nutzten, konnte Randkoma und Bildfeldwölbung vernachlässigt werden - bei der visuellen Nutzung übrigens auch die Bildfeldwölbung, da diese von der Akkommodationsfähigkeit des Auges in der Regel ausgeglichen wird - , doch heute im Zeitalter der großen CCD-Chips bis hin zum Vollformat (36x24 mm) werden diese Fehler augenfällig. Weitere Verbesserungen der Edge HD Serie: Belüftung für den Hauptspiegel, deutlich geringeres Spiegelshifting, Hauptspiegelarretierung, serienmäßige XLT-Vergütung.

Die CGE Pro ist eine mittelschwere parallaktische Montierung mit einer Tragkraft von ca. 45 kg. Mein erster Eindruck: grundsolid nur die Bezeichnung als „noch transportabel“ trifft wohl nur auf Governator und Co. zu, nicht aber für normalgebaute Sterbliche sofern man nicht an ausgeprägtester Sehnsucht nach einem Bandscheibenvorfall leidet. Ich möchte nun hier nicht im Detail die Montierung beschreiben sondern nur je ein Pro und Contra anmerken. Ein großer Vorteil ist die Tatsache, daß die Montierung bis 20 Grad über den Meridian hinaus nachführen kann, was der Astrofotografie um den Kulminationsbereich sehr zugute kommt. Ärgerlich, weil leicht vermeidbar, ist die Tatsache, daß auch bei völlig eingefahrenem Stativ – das übrigens an Solidität dem berühmten Giant Field Tripod von Meade ebenbürtig ist – im horizontnahem Bereich nur größtgewachsenen Basketballspielern, nämlich denen, die sich beim Balleinwurf bücken statt springen müssen, der Okulareinblick möglich ist. Ich, mit 178cm wohl von guter Durchschnittsgröße, brauche bis in eine Höhe von ca. 45 Grad einen Stehuntersatz von ca. 30 bis 40 cm Höhe, um einen bequemen Einblick ins Okular zu haben. Also SCT mit einbebautem Dobson-Feeling bzw. Vortraining für unseren nun doch hoffentlich bald einmal eintreffenden neuen WAA-Dobson. Im Laufe der Tage stellt sich dann auch ein Mangel im Manual heraus, nämlich ein fehlender Warnhinweis darauf, daß das Gegengewicht nicht bis an den oberen Anschlag verschoben werden darf, da es dann beim Schwenken an den Motor stößt. Gott sei Dank habe ich das entdeckt bevor es zu einem Schaden kam.

Celestron liefert mit dem Gerät ein 23 mm Axiom Okular mit 82 Grad Gesichtsfeld aus, das aber eine herbe Enttäuschung ist. Wäre es nicht im Paket enthalten, würde ich es sicherlich nicht kaufen. Für Brillenträger völlig ungeeignet, denn es hat einen Augenabstand (eye relief) der sich nur mehr mit negativen Zahlen ausdrücken läßt. Auch wenn man bereits mit den Wimpern die Augenlinse verschmiert gelingt es kaum das gesamte Gesichtsfeld zu überblicken. Dafür ist es aber ähnlich den Pentaxokularen mit einer herausschraubbaren Hülse zur Vergrößerung des Augenabstandes versehen. Da hat mit Sicherheit keiner der Optikrechner je selbst einen Blick hindurchgeworfen.

Kleiner Gag am Rande: die Fa. Baader (immerhin der Generalimporteur für Celestron) lieferte mir eine speziell für das C 11 bestimmte Prismenschiene zur Huckepack-Montage meines Pentax 75 SDHF mit metrischen Schrauben, denn als Generalimporteur weiß man ja nicht, daß amerikanische Teleskophersteller zöllige Gewinde verwenden. In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis zu den Kosten. Ich habe das Gerät in den USA von einem Bekannten besorgen lassen. Sodann ging es per Luftfracht von Pittsburgh in Pensylvania über New York und Frankfurt nach Windhoek, wo noch Zoll zu entrichten war. Kaufpreis plus Frachtkosten plus Zoll, waren um nicht weniger als € 3.000.-- niedriger, als hätte ich es beim Generalimporteur gekauft und von dort nach Namibia geschickt. Jeder weitere Kommentar ist wohl überflüssig.

Nach dem Mittagessen widmete ich mich dem Zusammenbau und der Inbetriebnahme des neuen Gerätes, um dann nach dem Abendessen wenigstens ein kurzes First Light begehen zu können, denn die Wolkendecke wurde wieder dichter. Mein erster Eindruck bestätigt, was bereits andere in der Celestron Edge HD Yahoo-Group geschrieben haben. Gegenüber dem klassischen SCT visuell eine sichtbar bessere Abbildung, vor allem deutlich kleinere und schärfer wirkende Sterne. Eine kurze Überprüfung an einem hellen Stern zeigt eine sehr gute Kollimation, also daß das Gerät den langen Transport gut überstanden hat. Die Bewölkung wird immer dichter und nur mehr vereinzelt sind noch Sterne durch die Wolkenlöcher zu sehen. Da an ein vernünftiges astronomisches Arbeiten heute nicht zu denken ist, gibt es bei Kerzenlicht noch eine kurze Plauderei mit den anderen astronomischen Gästen der Farm, bevor wir ermüdet von den Strapazen des Tages unsere Betten aufsuchen.

6. Juli

Während des Abendessens bricht bei Christoph und Wolfgang helle Freude aus, denn Air Berlin bringt die gestern nicht mitgekommenen Transportkisten, sodaß nun auch ihre Ausrüstung vollständig ist.

Heute steht bei mir zunächst einmal die richtige Inbetriebnahme des Teleskops an, da einiges an Initialisierungs- und Kalibrierungsroutinen nur unter dem Sternenhimmel möglich ist. Besonders hervorheben möchte ich die Methode der Poljustierung der CGE Pro, die ohne Polsucher und ohne Sichtbarkeit von Polaris bzw. Sigma Octans am Südhimmel auskommt. Nach einem gewöhnlichen Alignment stellt man einen Stern nahe des Meridian und nicht zu nahe am Pol ein und synchronisiert die Montierung auf diesen Stern. Startet man das Polar Alignment, so fährt die Montierung zu jenem Punkt am Himmel, an dem der gewählte Stern bei richtiger Poljustierung stehen müßte. Mit der Azimut- und Höhenverstellung der Montierung bringt man dann den gewählten Stern wiederum ins Gesichtsfeld des Okulars, zentriert anschließend mit dem Fadenkreuzokular, drückt die ENTER-Taste und die Poljustierung ist abgeschlossen. Da das Micro-Guide-Okular am C 11 224fach vergrößert, muß man beim Zentrieren des Sterns sehr feinfühlig vorgehen, da der Stern sonst aus dem Gesichtsfeld des Okulars verschwindet und man nicht weiß in welche Richtung, denn gleichzeitig durchs Okular schauen und verstellen geht nicht. Aber auch ohne Assistenten habe ich diese Prozedur in knapp einer Viertelstunde erledigt.

Den Rest dieses Abends verbrachte ich wie es sich für einen astronomischen Dinosaurier, der aufs Aussterben vergessen hat, gehört, nämlich mit einer ausschließlich visuellen Beobachtungsnacht.

Am C 11 verwendete ich je nach Objekt entweder das 35 mm Panoptic Okular (= 80fach, 0,85 Grad wahres Gesichtsfeld) oder das Binokular mit dem Alan Gee Telekompressor und 2 TeleVue Zoom-Okularen mit 8-24 mm (= 69 bis 207fach, 0,58 bis 0,27 Grad wahres Gesichtsfeld). Am Pentax 75 SDHF, der Huckepack montiert als Richfield-Teleskop diente befand sich das 23 mm Axiom Okular (= 22fach, 3,77 Grad wahres Gesichtsfeld). Mit dieser Kombination bin ich für jedwedes Objekt passend gerüstet. Übrigens zur gestrigen Kritik am Axiom Okular: vom etwas problematischen Einblickverhalten abgesehen ist die optische Leistung dieses Okulars als sehr gut zu beurteilen. Jedenfalls konnte ich auch in den Randbereichen keine auffallenden Bildfehler bemerken.

Bei meinen vergangenen 3 Namibiareisen war einmal der Takahashi Mewlon mit 180 mm Öffnung mein bisher größtes Teleskop. Heute, mit 10 cm mehr an Öffnung, wollte ich mir nicht nur die Schmankerln des Südhimmels ansehen sondern auch einige schwierigere lichtschwächere Objekte in meinen Beobachtungsplan einbauen.

Wie gewohnt beginne ich im Westen der Milchstraße bei η Carinae, um mich von dort in Richtung Osten langsam hochzuarbeiten. Unterschiedlicher als im Pentax, der die gesamte Nebelregion überblicken läßt, und dann im C 11, das unendlich viele Detailstudien in diesem Nebel zuläßt, kann der Anblick nicht sein. Die mächtige Dunkelwolke, die den Nebel teilt (Schlüssellochnebel), springt ebenso ins Auge wie die vielen weitverzweigten Filamente. Je größer die Öffnung, umso größer wird auch diese Nebelregion, was mich an meinen vorjährigen Anblick durch einen großen Dobson erinnert.

Die gleich daneben stehenden südlichen Pleiaden (IC 2602 und Mel 101) sind ob ihrer Ausdehnung von über einem Grad ein Objekt für den Pentax. Mit 20 Mio. Jahren sind sie ein recht junger offener Sternhaufen.

Nächste Station ist eines der Paradeobjekte des Südhimmels, das Schmuckkästchen (Jewel Box, NGC 4755) unmittelbar neben dem Stern Mimosa des Kreuz des Südens und am Rande des Kohlensacks gelegen. Der Pentax mit dem großen Gesichtsfeld zeigt ein kleines Häufchen nadelpunktscharfer Sterne in verschiedenen Farben, während das C 11 einen bei höherer Vergrößerung regelrecht in diese Farbenpracht eintauchen läßt, noch dazu mit dem Quasi-3D-Effekt des Binokulars.

ω Centauri (NGC 5139)habe ich abgesehen vom vorigen Jahr in einem großen Dobson noch nie so beeindruckend gesehen, wie im C 11. Bei niedriger Vergrößerung steht eine prächtig leuchtende Sternenkugel im Raum, während sich bei höchster Vergrößerung der Sternhaufen problemlos bis ins Zentrum auflösen läßt und seine Randbereiche bereits das Gesichtsfeld sprengen. Wären es nicht so viele, man würde meinen sie alle zählen zu können.

NGC 6231 im Skorpion ist ein sehr schöner offener Sternhaufen mit einem verdichteten Zentrum von rd. 20 arcmin aus weißen und gelben Sternen und einem weniger dichten aber größeren Außenbereich.

Da heute nur ein mäßiges Seeing herrscht, ist der planetarische Nebel NGC 6302 (Bug Nebula) nicht sehr beeindruckend. Mehr als ein strukturloses verwaschenes Nebelfleckchen ist nicht zu erkennen.

Der offene Sternhaufen NGC 6124 im Skorpion ist sehr großflächig und locker und enthält einige sehr auffallend orange Sterne.

Der gleich neben Antares gelegene Kugelsternhaufen M 4 im Skorpion erweckt von der Sterndichte her gesehen den Eindruck eines Mitteldings zwischen offenem und Kugelsternhaufen. Der gleich daneben befindliche Kugelsternhaufen M 80 hingegen erscheint wesentlich kleiner aber dafür sehr kompakt.

Der Kugelsternhaufen NGC 5824 in Lupus ist sehr klein und schwach; der in der Nähe gelegene Kugelsternhaufen NGC 5986 etwas größer und heller.

Der ebenfalls in Lupus befindliche planetarische Nebel NGC 5882 zeigt sich ebenso wie vorhin der Bug Nebula nur als strukturloses kleines Nebelscheibchen.

Wiederum sind zwei Kugelsternhaufen an der Reihe, nämlich NGC 5927 und 5946, an der Grenze zwischen Lupus und Norma. Ersterer ist sehr schwach und nicht aufzulösen, zweiterer überhaupt nur indirekt eindeutig zu sehen.

Nicht weit entfernt von ω Centauri liegt der sehr schön anzusehende offene Sternhaufen NGC 5460, der aus zwei Teilen besteht, nämlich einerseits einer nördlich des Zentrums gelegenen halbkreisförmigen Sternkette, bestehend aus sieben Sternen, wovon einer auffallend orange ist, und einem südlich davon gelegenem Asterismus, der dem Kasten des großen Wagens ähnelt.

Die Galaxie M 83 (NGC 5263) an der Grenze zwischen Hydra und Centaurus zeigt sich als deutliches ovales nebeliges Gebilde, jedoch ohne erkennbare Struktur.

Der Streifzug führt mich weiter zu einem meiner Lieblingsobjekte am Sommerhimmel, dem offenen Sternhaufen M 11 (NGC 6705, Wildentenhaufen, Wild Duck Cluster), der aus zahlreichen feinen Sternen besteht und bei etwas Phantasie wirklich einem fliegenden Haufen von Wildenten ähnelt.

Der Adlernebel M 16 in Serpens Cauda ist visuell trotz der relativ großen Öffnung kein ganz leichtes Objekt, da in den Nebel ein markanter offener Sternhaufen eingebettet ist, dessen Sterne den Nebel etwas überstrahlen. Dazu kommt noch, daß eine der berühmtesten Aufnahmen des Hubble Space Telescopes M16 ist (Pillars of Creation, Säulen der Schöpfung, Staubsäulen, in denen gerade eine Sternentstehung vor sich geht), die wohl jeder an der Astronomie Interessierte kennt, und man daher an M16 mit einer großen Erwartungshaltung herangeht, die visuell unmöglich erfüllt werden kann.

Ein wesentlich einfacheres Objekt ist da M 17 der Omega- oder Schwanennebel, der einen im Okular regelrecht anspringt.

M 18 in Sagittarius ist ein an und für sich schöner offener Sternhaufen, der aber etwas in dem reichen Sternfeld, in dem er liegt, untergeht.

M 24, die Sagittarius Star Cloud, ist derart groß, daß sie gerade noch im großen Gesichtsfeld des Pentax ihre beeindruckende Wirkung entfalten kann.

Die offenen Sternhaufen des Messierkatalogs M 21, 23 und 25 liegen alle recht nahe beieinander in Sagittarius. M21 ist ein recht lockerer Haufen, dessen Abgrenzung gegenüber den Hintergrundsternen recht schwierig ist, da er in einem reichen Sternfeld liegt. M 23 ist sehr großflächig und mäßig dicht, ähnliches gilt auch für M 25 bei dem eine Kette aus drei gelben Sternen recht auffällig ist.

Ebenfalls in Sagittarius liegen die beiden Kugelsternhaufen M 22 und M 28. M 22 ist einer der am nächsten zu uns gelegenen Kugelsternhaufen. Er wirkt am Rand etwas zerfranst, ist im Zentrum nicht allzu dicht und relativ leicht aufzulösen. M 28 hingegen wirkt recht klein und leuchtschwach.

Ein wirklich imposantes Objekt ist der Lagunennebel M 8 mit dem in ihm gelegenen offenen Sternhaufen NGC 6530. Besonders auffällig ist das dichte dunkle Staubband, das den Nebel teilt.

Deutlich schwieriger hingegen ist M 8 der Trifidnebel zu beobachten. Nur mit indirektem Sehen kann ich die Dunkelbänder erkennen, die den Nebel teilen.

Den Abschluß der heutigen Beobachtungsnacht bildet der offene Sternhaufen M 7, das am südlichsten gelegene Objekt des Messierkataloges, ein sehr großflächiger Sternhaufen, der nur mehr im großen Gesichtsfeld des Pentax so richtig zur Geltung kommt.

Mein Resümee des ersten Beobachtungsabends mit dem neuen Teleskop: eine hervorragende optische Leistung, die deutlich über den klassischen SCT´s liegt. Die CGE Pro Montierung ist von enormer Stabilität und die Steuerelektronik enthält eine Reihe von sehr durchdachten und nützlichen Features, die das Arbeiten mit ihr sehr angenehm machen, Vor allem hervorzuheben ist ihre GoTo-Genauigkeit. Trotz zwischenzeitigem mehrfachen Umschlagens werden alle Objekte im Zentrum des Okulars positioniert. Und nicht zu übersehen: auspacken, aufstellen und loslegen ohne daß es zu irgendwelchen technischen Problemen kommt, ist nicht ganz alltäglich.

Ja und zu guter letzt: der Himmel von Namibia läßt jedesmal das Astronomenherz höher schlagen, noch dazu, wenn man seinem Hobby in der angenehmen und gastfreundlichen Atmosphäre der Hakos-Farm nachgehen kann. Zutiefst zufrieden und müde lasse ich mich um 2 Uhr nachts ins Bett fallen.

7. Juli

Der heutige Tag steht unter dem Motto „Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust“, denn um 19:30 beginnt das WM-Semifinale zwischen Deutschland und Spanien, gleichzeitig ist aber ab ca.19:15 astronomische Dämmerung. Ich löse das Problem derart, daß ich die Nikon Huckepack montiere und mit dem Timer, den es Gott sei Dank seit einiger Zeit auch für Nikon Cameras und nicht nur für die von Canon gibt, Aufnahmeserien programmiere. Während der Timer diese automatisch abarbeitet kann ich in Ruhe das Match verfolgen. Friedhelm hat für diesen Zweck einen Videoprojektor aufgestellt und projiziert das Fernsehbild auf die gesamte große Wand des Aufenthaltsraumes, ein völlig neues Sehgefühl bei einem Fußballmatch. Auf diese Weise fotografiere ich zunächst das Sternbild Skorpion mit 18 mm Weitwinkel, das Zentrum der Milchstraße mit 12 mm Weitwinkel, ω Centauri mit dem 500 mm Pentax und die kleine Magellansche Wolke mit den Kugelsternhaufen 47  Tuc und NGC 362.

Eine erste Sichtung der Aufnahmen in den frühen Morgenstunden zeigt, daß die CGE Pro, vorausgesetzt gut poljustiert, bis zu mittleren Brennweiten für einige Minuten ohne Guiding nachführen kann.

Für Objekte, die keinen oder nur einen mäßigen Halpha-Anteil haben, erweist sich die Nikon D300 als hervorragende Camera. Der nun verwendete CMOS-Chip zeigt keinerlei Glühen in der Ausleseecke – meine ältere D70s mit CCD-Chip erzeugt in der Ausleseecke ein häßliches lila Glühen – und die Auflösung ist mit 12 Mio. Pixel doppelt so hoch, bzw. um die Hälfte höher als jene der modifizierten Canon 30D. Bei 1600 ISO und 3 min Belichtungszeit ist kaum ein Rauschen zu erkennen und auch das Darkframe ist, abgesehen von einigen wenigen Hotpixeln, noch völlig homogen und störungsfrei.

Als lästiger Billigsdorfer erweist sich heute einmal mehr der mitgelieferte Sucher, der sich aus unerfindlichen Gründen verstellt hat und mir damit das Aufsuchen unnötig erschwert. Unverständlich, warum man bei dieser Gerätepreisklasse nicht in der Lage ist, ein Fernrohr mit einem anständigen Sucher auszustatten. Von mir aus soll es ruhig etwas mehr kosten, aber eine stabile Montage und Justiermöglichkeit, ein beleuchtetes Fadenkreuz und einen Zenithspiegel sollte man sich doch erwarten dürfen. Da werde ich wohl bei meinem nächsten Aufenthalt in Hakos noch etwas nachbessern müssen.

8. Juli:

Am berühmten Autoreifen von Hakos – ein alter Autoreifen auf einer Stange in ca. 3km Entfernung von der Farm dient als Anpeilpunkt zum Einsüden der Montierungen – justiere ich tagsüber meinen Sucher neu, in der Hoffnung, daß er jetzt doch einige Zeit auch dorthin zeigt, wohin das Fernrohr blickt.

Nach dem Abendessen ist es fast 2 Stunden windstill und es herrscht ein exzellentes Seeing. Das nütze ich, um mich zunächst dem über 50 Grad hoch stehenden Saturn zu widmen. Ich habe den Telekompressor aus dem Binokular genommen, bei Saturn kommt es ja wirklich nicht auf ein großes Gesichtsfeld sondern vielmehr auf möglichst hohe Vergrößerung an, und so treibe ich diese bis auf das mögliche Maximum von 350fach. Knapp nach der Kantenstellung sind Saturns Ringe nur um einige Grad geöffnet. Zwei Monde kann ich erkennen, auf der einen Seite Titan und auf der anderen mit höchster Wahrscheinlichkeit Rhea, denn alle anderen Möglichkeiten, die mir Starry Night anbietet, haben eine viel zu geringe Helligkeit.

Mit der DBK-Camera habe ich wieder meine lieben Schwierigkeiten. Wieder einmal will die Software IC Capture nicht und nicht Farbe an Registax liefern. Mit MaximDl gelingt mir dann endlich doch noch eine Sequenz.

Nach dem visuellen Genuß montiere ich die modifizierte Canon 30D mit dem Pentax Huckepack, nachdem ich die Poljustierung noch nachgebessert habe. Ein Gesamtgewicht von ungefähr 120kg auf der Wiese aufgestellt, verändert eben doch geringfügig die Ausrichtung. Der Lohn für diese Arbeit sind runde Sterne bei bis zu 3 Minuten Belichtungszeit ohne Guiding.

Folgende Objekte sind heute fotografisch an der Reihe: η Carinae, NGC 6334 der Katzenpfotennebel im Skorpion, die beiden offenen Sternhaufen M 6 und M 7, sowie der Adlernebel M 16. Letzterer gelingt erst nach einer kleinen Panne. Zum Festlegen des Bildausschnittes mache ich kurze Belichtungen von 15 sec. Als ich dann eine Sequenz von 10 x 3 min starte, vergesse ich die Camera auf bulb zu stellen und so macht sie 10 x 15 sec, während ich bei heißem Tee ein halbe Stunde vergeblich warte. Schließlich ist es 2:30 bis ich ins Bett komme.

9. Juli:

Für heute habe ich mir ein besonderes Programm vorbereitet. Nachmittags saß ich auf der Terrasse in der Sonne mit Blick auf die Hakosberge und habe in Hartung´s Astronomical Objects for Southern Telescopes geschmökert, einem Standardwerk für Himmelsbeobachter in der südlichen Hemisphäre. An der 1995 bei Cambridge University Press erschienen 2. Auflage hat kein Geringerer als David Malin mitgearbeitet, photographic scientist am Anglo-Australian Observatory, weltweit bekannt für seine hervorragenden Astrofotografien. Neben den üblichen Paradeobjekten enthält dieses Werk viele nicht so bekannte Sehenswürdigkeiten jeden Schwierigkeitsgrades mit ausführlichen Beschreibungen. Nicht weniger als 1129 werden behandelt, also eine Garantie dafür, daß einem für längere Zeit nicht langweilig wird. Anhand dieses Buches will ich heute wie immer im Osten beginnend mich durch die Milchstraße arbeiten.

Nach Einbruch der Finsternis schwenke ich zunächst auf Venus, bevor sie hinter dem Dach der Farm verschwindet. Venus strahlt gleißend hell (-3.9mag). Bei einer westlichen Elogation von rd. 42 Grad und der hier in Namibia steilen Ekliptik steht Venus in der Abenddämmerung sehr hoch. Noch sind 67% der Planetenscheibe beleuchtet. Das bringt mich auf die Idee morgen zu versuchen bei Tag einige Aufnahmen von Venus zu machen. Von einem deutschen Astronomen darauf aufmerksam gemacht, beobachte ich den Venusuntergang freisichtig, der sich als ein farbenprächtiges Schauspiel gestaltet, denn Venus spielt in allen Farben während sie in der horizontnahen Dunst- und Staubschicht ihrem Untergang entgegengeht.

Wie gestern ist es windstill und es herrscht hervorragendes Seeing. So komme ich nicht umhin auch noch bei Saturn vorbeizuschauen und einige Aufnahmen mit der DBK zu machen.

Anschließen fertige ich mit der huckepack montierten Nikon und dem 12mm Weitwinkel 4 Aufnahmeserien der Milchstraße an, aus denen ich ein Panoramabild anfertigen will.

Als ich schließlich den Hartung zur Hand nehme steht das Sternbild Carina, mit dem ich beginnen wollte bereits dermaßen tief, daß ich erst in Crux mit meinen Beobachtungen beginne.

Im folgenden verwende ich nachstehende Abkürzungen:

OC = open cluster, offener Sternhaufen

GC = globular cluster, Kugelsternhaufen

PN = planetarischer Nebel

Gx = Galaxie

(xxx) Zahl in Klammer entspricht der Objektrandnummer im

Hartung

Sternbild Crux:

NGC 4103 (497): OC, Ø 6ʼ, sehr locker, hellere Sterne bilden einen nach oben gerichteten Pfeil (↑)

NGC 4349 (516): OC, Ø 20ʼ, recht schwache Sterne sehr großflächig verteilt, ohne erkennbare zentrale Kondensation;

α Cru (522):Acrux, blau-weißer Doppelstern, insbesondere die Hauptkomponente wirkt im Okular wie ein blau-weiß funkelnder Diamant, Separation 3,9',

β Cru (555):Mimosa, ein strahlend weißer Stern, knapp südlich liegt im gleichen Feld ein roter Carbonstern (EsB 365 (=CCS 2031, 8,6mag), er wirkt wie das schwache Glimmen einer Zigarette in der Nacht;

γ Cru (529):Gacrux, ein auffallend oranger Stern, vor allem in Kontrast zu einem nahe stehenden weißen Stern;

RCW 71 (559): Gum 46, Nebel im Kohlensack, am Südende einer Sternkette südöstlich von ι Cru. Schon bei der Objektauswahl war es klar, daß das ein sehr schwieriges Objekt wird. Obwohl ich die Koordinaten exakt anfahre, die Gegend um ι Cru genau absuche und den UHC- sowie den OIII-Filter ausprobiere, kann ich den Nebel nicht finden.

Sternbild Centaurus:

NGC 3699 (477): PN, Ø 1', sehr schwacher nebeliger Fleck bei indirekten Sehen, mit OIII-Filter schwach aber deutlich zu erkennen. Das von Hartung beschriebene dunkle Riff im Nebel vermag ich nicht zu sehen.

NGC 3766 (484): OC, Ø 15', lockerer Sternhaufen mit ca. 12 helleren Sternen, im Zentrum etwas verdichtet, ein auffallend oranger Stern;

IC 2948 (486):L-förmiger Nebel um OC Cr 249, sehr loser Sternhaufen, Nebel mit UHC-Filter schwach zu erkennen.

NGC 3918 (487): PN, Blue Planetary, Ø 12', steht schon sehr horizontnahe, kreisrunder deutlich blauer Nebelfleck;

Da Centaurus sich inzwischen auch schon zu weit nach Osten abgesenkt hat, wechsle ich über zum

Sternbild Sagittarius:

NGC 6522 (856): GC, ist an und für sich ein recht unscheinbarer Kugelsternhaufen, sehr klein und schwach, unregelmäßige Form und bei höherer Vergrößerung granuliert. Bemerkenswert ist er, weil er ziemlich genau in Richtung des galaktischen Zentrums liegt, einem nach dem Astronomen Walter Baade Baade´s Fenster genannten (Baade hat erstmals die Entfernung zum galaktischen Zentrum bestimmt), Bereich von 15 arcmin im Durchmesser, in dem nur wenig absorbierender Staub ist. Innerhalb dieses Bereiches liegt NGC 6522.

NGC 6440 (834): GC, ein recht nahe liegender GC, der jedoch infolge der hohen interstellaren Absorption (4mag) nur sehr schwach wirkt.

NGC 6445 (835): PN, ein recht schwacher nebeliger Fleck;

Barnard 289 (843):einmal ein etwas anderes Objekt, nämlich ein recht massive Dunkelwolke, grob 30x15' groß. Auf den ersten Blick fällt sie fast gar nicht auf, blickt man jedoch etwas länger ins Okular, erkennt man dann ganz deutlich den tiefschwarzen Bereich, der sich sogar gegen Namibias dunklen Nachthimmel durch noch mehr Schwärze abhebt.

Barnard 87 (859):eine sehr interessante und auch bekannte Dunkelwolke. Ziemlich genau in ihrer Mitte liegt ein einzelner Stern mit 9,5mag. Wegen ihrer markanten Form trägt sie den Namen Parrots Head.

NGC 6563 v(8879): PN, Ø 45', ein recht lichtschwacher aber relativ großer PN; bei indirektem Sehen ist der bläuliche Farbton zu erkennen;

NGC 6603 (886), Barnard 92 u. 93: ein OC, der nicht leicht zu erkennen ist, da seine Sterne recht schwach sind und er in einem sternreichen Feld liegt. Auffälliger sind die beiden Dunkelwolke B 92 u. 93, wobei in ersterer 2 relativ helle eng beieinander stehende Sterne liegen, die offensichtlich Vordergrundsterne sein dürften.

NGC 6624 (894): GC, ein kleiner recht schwacher Kugelsternhaufen;

NGC 6637 M 69 (904): GC, ebenfalls ein kleiner und schwacher GC, der von seinem Entdecker Lacaille (1752) mit dem Nukleus eines Kometen verglichen wurde.

NGC 6818 (978): PN, ein relativ heller PN, kreisrunde nebelige Scheibe;

NGC 6864 M 75(998): GC, ein sehr eigenartiger GC, sehr klein, aber extrem kompakt.

10. Juli:

Am Nachmittag mache ich eine Tagbeobachtung der Venus, was mit der CGE Pro Montierung besonders einfach ist, das sie über einen Hibernate-Modus verfügt, d.h. das Teleskop wird in eine Parkposition gefahren, der Handkontroller speichert die Alignmentdaten und dann schaltet man den Strom aus. Nach dem „Aufwecken“ des Teleskops kann sofort mit dem GoTo fortgefahren werden, ohne Erfordernis eines neuerlichen Alignments. Auch tagsüber ist Venus sehr hell. Sie hat dzt. eine westliche Elongation von ca. 42 Grad und eine Illumination von 62%, also eine schon sehr ausgeprägte Phase. Wegen des recht starken Windes ist an Aufnahmen nicht zu denken. Ich stecke zwar die DBK in den Auszug, aber Venus tanzt wie wild herum. Der Wind und die gesunkene Temperatur versprechen eine recht kühle Beobachtungsnacht.

Seit ich auf Hakos bin, versuche ich nach Sonnenuntergang Merkur zu entdecken, was mir bisher nicht gelang. Während wir beim Abendessen sitzen, entdeckt Christoph plötzlich in der fort-geschrittenen Dämmerung Merkur knapp über den Hakosbergen. Er hat augenblicklich 13 Grad Elongation, die sich bis zu unserer Abreise noch um 5 Grad vergrößert. Mit der hoch stehenden Venus müßte das in den ersten Tagen nach Neumond ein schönes Motiv abgeben.

Nach dem Abendessen werfe ich nur mehr einen raschen Blick auf Venus, die jetzt fast blendend hell im Okular steht, und auf Saturn, da ich die gestern versäumten Objekte in Carina nachholen möchte, solange das Sternbild noch halbwegs hoch steht. Wieder handelt es sich um Objekte, die ich dem Buch Hartungs entnommen habe.

Sternbild Carina:

IC 2220 (320): bipolarer Reflexionsnebel, Butterfly Nebula, um den roten variablen Stern V 341, der Variable ist auffallend rot, auch bei höherer Vergrößerung ist der Nebel nicht zu erkennen, das Objekt steht jedoch schon sehr tief im Osten.

NGC 2516 (322): OC, Ø 50', 3 markante orange Sterne, ein recht loser OC in dem ich ca. 25 Sterne zähle wovon ca. 10 hellere sind;

NGC 2808 (378): GC, Ø 5', ein recht schöner GC, der sich in den Randbereichen bei 175fach ansatzweise auflösen läßt.

NGC 2867 (387): PN, blau, Ø 12', sehr deutlicher leicht bläulicher Nebelfleck:

IC 2501 (396): PN, Ø 5'schwach und winzig, nur bei höchster Vergrößerung (350fach) von einem stellaren Objekt zu unterscheiden.

NGC 3114 (406): OC, sehr großer OC, der zu seinem sternreichen Umfeld kaum kontrastiert. Am besten als Haufen im großen Gesichtsfeld des Pentax zu erkennen.

IC 2581 (431):Cluster um einen hellen gelblichen Stern, würde Hartung nicht den gelben Stern im Zentrum erwähnen, so ließe sich dieser kleine und sehr lockere Sternhaufen in dem sternreichen Feld gar nicht ausmachen.

NGC 3293 (436): OC, Gem Cluster, Ø 5', ein recht kompakter und junger Cluster (20 Mio. Jahre) bestehend aus rd, 50 blau-weißen Sternen mit einem am Rand des Haufens gelegenen roten Supergiganten.

IC 2602 (443): OC, südliche Pleiaden, ein sehr lockerer Haufen, bestehend aus ca. 20 hellen Sternen, der aber dem Vergleich mit M 45 in keiner Weise standhalten kann.

NGC 3503 (457):Reflexionsnebel, Ø 1,5', tridentshaped asterism, ein sehr sternreiches Feld mit vielen nicht allzu hellen Sternen. Erst nach längerem Suchen finde ich den Asterismus und kann dann auch ganz zarte Nebelschleier erkennen.

NGC 3532 (459): OC, 60x30', im 35mm Panoptic Okular sind nur mehr viele helle Sterne zu sehen, das Gesichtsfeld von 0,85 Grad ist für diesen großen Haufen bereits zu klein. Erst der Pentax mit 2,7 Grad Gesichtsfeld zeigt den Haufen, abgehoben von seiner Umgebung.

NGC 3581-82 (462):Nebel, wedge like, 7x4', Nordteil NGC 3579 u.3584, im SW u. SO Ngc 3576 u, 3586; mit indirektem Sehen kann ich ein kleines längliches Nebelfleckchen erkennen, das entfernt „wedge like“ ist.

Als ich mit den Objekten des Sternbildes Carina am Ende angelangt bin, lege ich eine dreiviertelstündige Pause ein, denn es läuft gerade die Übertragung des Fußballmatches BRD gegen Uruguay, das zur Pause sehr zum Leidwesen unserer deutschen Kollegen 2:1 für Uruguay steht. Doch wie es letztlich ausging hat ein englischer Fußballer so beschrieben: „90 Minuten laufen 22 Mann hinter einem Ball her und am Ende gewinnt Deutschland“.

Sternbild Centaurus:

NGC 4696 (357): Gx, nur indirekt ist ein Hauch von einem kleinen Nebelfleck zu sehen.

NGC 4945 (572): die Gx liegt in einem Sternfeld, es ist eine Kantengalaxie deren Länge gut ein Viertel des Gesichtsfeldes füllt, bei indirektem Sehen wird sie noch deutlich länger.

NGC 5128 (590): Gx, ein sehr schwaches Nebelfleckchen ohne erkennbarer Struktur

NGC 5139 (591): GC ω Centauri, heute ein längeres Spiel mit verschiedenen Vergrößerungen. Bei 80fach im Panoptic kommt ω Centauri so richtig zur Geltung, denn es bleibt genügend dunkleres und sternenärmeres Umfeld als Kontrast. Schon bei dieser Vergrößerung ist er ohne Probleme bis ins Zentrum hinein aufzulösen. Bei 117fach füllt ω Centauri bereits das gesamte Gesichtsfeld aus, ist voll aufgelöst un unzählige Sterne. Bei 233fach ist er bereits  soweit aufgelöst, daß zwischen den einzelnen Sternen ein dunkler Zwischenraum entsteht, ein Effekt, der sich bei 350fach noch verstärkt, doch leidet bereits etwas die Schärfe unter dieser hohen Vergrößerung.

NGC 5286 (610): GC, Ø 2,5', ein sehr kleiner und relative schwacher GC, er liegt neben dem hellen Stern HIP 67234, der ihn teilweise überstrahlt.

NGC 5281 (611): OC, ein sehr eigenartiger Sternhaufen, sehr klein besteht er im wesentlichen aus zwei sich kreuzenden leichten Bögen aus verschiedenfarbigen Sternen.

NGC 5307 (616): PN, Ø 10”, Hour Glass, bei 233fach läßt sich ein ganz schwaches Scheibchen erkennen.

NGC 5460 (629): OC, Ø 25', wiederum ein sehr eigenartiger Sternhaufen; in einer nahezu ½ Grad langen Girlande aus helleren Sternen befindet sich ein Halbkreis mit einem orangen Stern und einem Doppelstern mit 11“ Separation. Im nördlichen Teil ist ein kleiner Asterismus, der an den Kasten des großen Wagens erinnert.

NGC 5617 (644): OC, Ø 15', ein recht schwacher, eher unscheinbarer Sternhaufen.

Sternbild Tucana:

NGC 104 (8): 47 Tuc, GC, im Vergleich zu ω Centauri fällt eine markante zentrale Verdichtung auf. Sonst verhält sich seine Auflösbarkeit sehr ähnlich. Er wirkt nicht ganz so imposant wie ω Centauri.

NGC 362 (28): GC, deutlich kleiner und schwächer als die beiden Paradeobjekte, aber trotzdem von Helligkeit und Größe in der mittleren Klasse von GC´s angesiedelt. Sowohl 47 Tuc als auch NGC 362 liegen am Rande der kleinen Magellanschen Wolke (NGC 292).

NGC 292 : die kleine Magellansche Wolke (SMC = Small Magellanic Cloud); bei nur 14facher Vergrößerung mit dem 35mm Panoptic bietet der Pentax ein Gesichtsfeld von knapp über 3,7 Grad und da paßt die SMC nicht zur Gänze hinein. Langsam fahre ich sie in Längsrichtung ab, Sie zeigt sich als ein milchig weißes sehr längliches Oval, das sich aber nicht in Einzelsterne auflösen läßt; dazu ist ihre Entfernung einfach zu groß. Am C 11 fahre ich dann die SMC im Zick-Zack-Muster ab und entdecke dabei mehrere nebelige Flecken, bei denen es sich teilweise um Verdichtungen in der SMC bzw. um einige NGC-Objekte in ihr handeln dürfte. Die im Okular sichtbaren Sterne sind mit Sicherheit Vordergrundsterne, die nicht zur SMC gehören.

Sternbild Dorado:

NGC 2070 (213):Tarantelnebel in der LMC; Juli ist nicht der ideale Monat für die LMC und überdies sind im Augenblick die günstigsten Sichtbedingungen unmittelbar nach der Dämmerung. Jetzt um Mitternacht steht der Nebel nur mehr ganz knapp, nämlich 2 Grad, über dem Horizont. Aber das ist eben Namibia. Was in unseren Breiten ein Ding der Unmöglichkeit wäre, geht hier noch, auch wenn ich schon durch sehr viel Luft blicke, die sicherlich die Helligkeit um einiges abschwächt. Trotzdem ein interessanter Anblick, vor allem, wenn ich mir vorstelle ca. 170.000 Jahre in die Vergangenheit zu blicken.

Gegen ein Uhr nachts beende ich meine Beobachtungen mit einem Blick auf den inzwischen aufgegangenen Jupiter, der zwar erst 14 Grad hoch steht, aber bereits einen Anblick bietet, den ich in unseren Breiten noch nie so detailreich gesehen habe. Neben dem dzt. nur einem Äquatorialband sind weitere Bänder zu sehen, in diesen Strukturen und die Färbungen der Polarregionen. Auch die vier galileischen Monde haben eine interessante Stellung. Ganymed, Europa und Io auf einer Linie und genau im rechten Winkel zu Io Callisto, beide gleich weit von Jupiter entfernt. Um 01:30 Uhr baue ich schon ziemlich ausgefroren ab. Als ich den Hartung in die Hand nehme, merke ich wieso es heute so unangenehm kalt war, obwohl es von der Temperatur her noch recht moderat war. Es ist die hohe Luftfeuchtigkeit, die das Papier des Buches leicht wellig werden ließ. Wie ich beim Frühstück von den anderen höre, haben in den späteren Morgenstunden teilweise sogar die Optiken beschlagen, etwas das ich bisher in Namibia noch nicht kennengelernt habe.

Conclusio aus zwei intensiven visuellen Beobachtungsnächten: „Der Hartung“ ist für die südliche Hemisphäre so ungefähr das, was Stoyans Deep Sky Reiseführer für die Nordhalbkugel ist. Doch einige der von ihm aufgelisteten Objekte gehören zur berühmten Spezies der „faint fuzzies“. Meinem subjektiven Empfinden nach sind diese Objekte enthusiastischer beschrieben als sie sich dann im Okular darstellen, obwohl ich mit einem Elfzöller doch schon mit der größeren Geräteklasse unterwegs bin. Aber das ist eine sehr persönliche Wertung, denn immer mehr bemerke ich, daß ich nicht mehr die Seefähigkeit der jungen Jahre habe.

11. Juli:

Heute Abend steht eine Premiere auf dem Programm. Christoph hat von seinem C 11 die Hyperstaroptik mitgenommen, die wir an meinem Gerät ausprobieren wollen. Der Hyperstar ist ein Linsensystem, das außen auf der Schmidtplatte anstelle des Sekundärspiegels montiert wird und aus f10 eine Optik mit f2 (!) bei einer Brennweite von 560mm statt 2.800mm macht. Dazu hat Christoph noch die QHY8Pro mitgenommen, eine zweistufig gekühlte Farbcamera mit 6 Megapixel, die sehr leicht und zylinderförmig ist und damit ideal zum Hyperstar paßt.

Während des Abendessens finde ich Merkur knapp über dem gelb -orangen Streifen am Horizont und mache bis zu seinem Untergang einige Aufnahmen.

Als wir dann mit dem Hyperstar mit dem Fotografieren beginnen wollen, tritt das ein, was ich insgeheim befürchtet und vor einiger Zeit auch irgendwo im Internet kurz gelesen habe. Der Hyperstar für die Edge HD Teleskop-Serie braucht einen anderen Adapter als jener für das gewöhnliche C 11, da der Abstand zwischen Hauptspiegel und Schmidtplatte etwas differiert, sodaß man nicht in den Fokus kommt. Genau das müssen wir heute erfahren und können nach einer Viertelstunde wieder alles abbauen.

Dann lege ich wie so Viele heute eine Fußballpause ein, denn das WM-Endspiel wollen sich nur Wenige entgehen lassen.

Als Alternativprogramm entscheide ich mich für Huckepack-Fotografie mit Fotoobjektiven, denn heute geht ein extrem starker Wind, der es nicht nur unangenehm kalt macht, zumal die Temperatur in der Nacht auf -5 Grad absinkt, sondern auch das Fotografieren mit langen Brennweiten unmöglich macht.

Erstes Ziel ist die SMC mit 180 mm Brennweite. Mit dem gleichen Objektiv nehme ich dann Mimosa, aber nicht ihrer selbst wegen, sondern um den knapp neben ihr liegenden Carbonstern (EsB 365 (=CCS 2031, 8,6mag) festzuhalten. Nächstes Objekt ist der Kohlensack, wobei ich hoffe den Nebel Gum 46 auf der Aufnahme entdecken zu können.

Anschließend wechsle ich auf das Weitwinkelobjektiv und fotografiere die Sternbilder Skorpion Schütze. Von beiden Objekten mache ich auch eine kürzer belichtete etwas unscharf fokussierte Aufnahme, damit beim Überlagern der Bilder die Sternfarben besser dargestellt werden. Gegen 2 Uhr nachts habe ich genug gefroren und gehe zu Bett.

12. Juli:

In der Abenddämmerung setzt heute die allgemeine Jagd auf die nur 0,85 Tage alte (1% Illumination)sehr dünne Mondsichel ein. Eine schweizer Astronomengruppe hat das große Fujinon-Bino mit 150mm Öffnung aufgebaut, hinter dem sich rasch eine Schlange von Neugierigen bildet. Mit fortschreitender Dämmerung wird die dünne Mondsichel dann auch freisichtig und ergibt zusammen mit Merkur und der hoch darüber stehenden Venus mit der Silhouette Hakosbergen am Horizont einen malerischen Anblick. Selbstverständlich hält auch ein gutes halbes Dutzend DSLR-Cameras diese Augenblicke fest.

Heute steht wieder eine Premiere auf dem Programm, denn meine anfangs des Jahres erworbene SBIG 2000 CCD-Camera soll ihr first light erleben. Dank des hervorragenden Wetters bei uns bin ich über ein Trockentraining nicht hinaus gekommen. Dieses hat sich so gestaltet, daß ich die Camera am kleinen Pentax montierte und in meinem Arbeitszimmer auf einen Astrokalender ausrichtete.

Ich habe mit voller Absicht das s/w-Modell der Camera gewählt, da ich weniger den Profis der „pretty picures“ nacheifern sondern mich eher „wissenschaftlich“ orientierten CCD-Beobachtungen zuwenden will. Dazu habe ich für heute auch schon ein Thema gefunden. Wie bereits berichtet befindet sich ganz in der Nähe von Mimosa im Kreuz des Südens ein tiefroter Carbonstern. Meine astrophysikalische Überlegung ist die, daß dieser recht kühle Stern sein Strahlungsmaximum im Roten bzw. Infraroten haben müßte. Nimmt man ihn daher mit einem UBVRI-Filtersatz auf, so müßte sich eine auffallende Helligkeitsdifferenz zwischen dem B-Filter und dem R- bzw. IR-Filter zeigen. Ich bestücke daher die 5 Positionen des Filterrades mit Luminanz-Blau-Visibel-Rot-Infrarot.

Obwohl ich am Nachmittag die wesentlichen Teile des Manuals zum Programm CCDSoft nochmals zur Auffrischung gelesen habe, gilt mein Dank den beiden erfahrenen Freunden Christoph und Wolfgang, die mir mit Rat und Tat bei meinem ersten CCD-Abenteuer zur Seite stehen. Trotzdem merke ich jeden Augenblick, daß mir noch die Erfahrung und Routine langjähriger CCD-Fotografen fehlt, denn einerseits dauert alles wesentlich länger, als ich es vom Zuschauen bei Christoph und Wolfgang gewohnt bin und andererseits passieren mir laufend kleine Pannen bei der Steuerung der Camera, Setup der Camera, Fokussieren eines Sternes, Kalibrieren des Autoguiders, Finden eines Leitsterns, Autoguiding und letztlich die Steuerung der Aufnahmen durch 5 verschiedene Filter sind doch eine Vielzahl von vorzunehmenden Schritten. Jeden mache ich zum ersten mal und jeder birgt die Gefahr einen Fehler zu machen. Ich möchte jetzt nicht alle kleinen Pannen vollständig aufzählen, das würde wohl nur langweilen, aber einen skurrilen Fehler will ich doch nicht vorenthalten. Nach dem Start von CCDSoft habe ich den Night View Modus eingeschaltet, also wurde der Bildschirm wie es sein soll rot. Im Fokussiermodus erscheint die noch nicht scharfgestellte Mimosa als rotes Donut (heller Ring mit dem durch die Obstruktion des Sekundärspiegels bedingten schwarzen Kreis in der Mitte). Ein Kurzschluß im Gehirn führt mich zu der Annahme, daß wegen des roten Donuts das Rotfilter im Strahlengang sein muß. So sehr ich auch die Filterpositionen verstelle, das Bild bleibt rot. Also schraube ich das Filterrad auf und kontrolliere, ob sich die Filterscheibe bewegt, was sie nicht tut. Um es kurz zu machen. Ursache war ein im Setup irrtümlich falsch eingestelltes Filterrad (SBIG CWF-8 statt CWF-9). Gut eine halbe Stunde habe ich in Kälte und Finsternis mit klammen Fingern verplempert, um mit einem kleinen Inbusschlüssel das Filterrad zu öffnen, zu kontrollieren und wieder zusammenzubauen. Obwohl nun das richtige Filterrad eingestellt ist und der Filterwechsel auch funktioniert, das verdammte Bild bleibt rot. Dann plötzlich die geniale Erleuchtung: nona, es ist ja der Night View Modus eingeschaltet, da muß das Bild rot sein und übrigens ist eine s/w-Camera ja wohl nicht in der Lage ein rotes Bild zu erzeugen. Die Moral von der Geschicht, Denkverbote gibt es auch in der Astronomie nicht. Mit fortschreitenden Nachtstunden bekomme ich allmählich alles in den Griff und lasse von der Software drei Aufnahmeserien zu je 5 Aufnahmen für jedes der 5 Filter durchlaufen. 3 Serien deshalb, da ich bei der 2. und 3. Serie Mimosa von der Bildmitte einmal an den oberen und dann an den unteren Bildrand versetzt habe, um ja den Carbonstern im Bild zu haben. Erst beim Einschlafen kam mir die Erleuchtung, daß es auch eine Serie getan hätte, hätte ich nur zuerst mit dem Fadenkreuzokular den Carbonstern in der Bildmitte zentriert. Somit habe ich bereits wieder eine Aufgabe für die kommende Nacht.

Gewisse Bedenken hatte ich, daß die Helligkeit des Leitsterns im Infrarot derart abnehmen könnte, daß ihn der Autoguider verliert, aber es hat funktioniert, er ging nicht verloren.

Obwohl es heute bei weitem nicht so windig ist – mit fortschreitender Nacht legt sich der Wind dann fast vollständig – spürt man mit der Zeit doch die Kälte, wenn man nahe regungslos hinter dem Laptop sitzt. Aber erstmals kann ich die Annehmlichkeit genießen eine knappe halbe Stunde im Warmen bei heißem Kaffee oder Tee zu verbringen, währen die Camera alleine ihre Arbeit verrichtet. Einsame Spitze ist in dieser Hinsicht Christoph, der sich ein drahtloses Netzwerk aufgebaut hat und vom Warmen aus 3 Fernrohre mit 3 Cameras steuert.

Zufrieden beende ich um 3 Uhr eine lehr- und lernreiche Beobachtungsnacht. Obwohl die Beobachtungstechnik mit elektronisch gesteuerten, autogeguideten GoTo-Teleskopen und mit computergesteuerten CCD-Cameras eine recht komplexe Angelegenheit ist, zeigt sich doch, daß sich auch diese Technik relativ rasch beherrschen läßt, mag es auch einige Zeit Dauern, bis sich die einzelnen Abläufe automatisiert haben. Jedenfalls kann man sich damit sehr rasch einen völlig neuen Bereich der Astronomie eröffnen. Bei der Vielzahl der Themen, die sich einem damit erschließen, ist die Gewähr gegeben, daß einem bis ans Ende seines astronomischen Daseins nicht mehr langweilig werden kann.

(Nähere Details zu Karbonsternen: http://en.wikipedia.org/wiki/Carbon_star)

13. Juli:

Starry Night verfügt u.a. über die Funktion FOV (=Field of View) d.h. es wird ein Rahmen eingeblendet, der die Teleskop- und Cameradaten berücksichtigend das jeweilige Gesichtsfeld anzeigt. So habe ich ermittelt, daß es sich heute Abend gerade ausgeht (in aufsteigender Reihe) Merkur, den Mond, Venus, Mars und Saturn mit dem 24 mm Weitwinkel in einem Bild vereint unterzubringen. Kurz nach Sonnenuntergang ist der Mond (1,9 Tage, 5% Illumination) bereits zu sehen, ebenso natürlich Venus. Es ist ein Spiel mit der Belichtungszeit und der Dämmerung, bis es mir geling alle fünf Gestirne zu fotografieren. Schwierig deshalb weil der hellere Horizontstreifen, in dem Merkur steht, stark zur Himmelsregion, in der die anderen Planeten stehen, kontrastiert. Entweder ist der Bereich um Merkur überbelichtet und Merkur somit nicht zu sehen, oder die anderen Planeten sind unterbelichtet und somit ebenfalls fast nicht zu sehen. Erst als sich dieser Kontrast ausgleicht gelingt die gewünschte Aufnahme. Den Mond selbst fotografiere ich mit dem 300er Tele mit Belichtungsreihen, sodaß entweder die Sichel richtig belichtet ist oder das aschfahle Mondlicht deutlich hervortritt. Nach dem Abendessen, es ist inzwischen schon fast völlig finster, gibt es noch zwei Naturschauspiele zu bewundern. Das erste ist der Merkuruntergang hinter den Hakosbergen, wobei Merkur immer röter wird und das zweite etwas später der Monduntergang. Die schiffchen-förmige Mondsichel wird für einige Augenblicke zu zwei leuchtenden Hörnern, die dann ebenfalls schnell hinter den Hakosbergen verschwinden.

Heute Abend ist es deutlich wärmer als die letzten beiden Tage und auch der Wind hat sich fast vollständig gelegt. Bevor die Fortsetzung meines gestrigen CCD-Programms folgt, gibt es den obligatorischen Blick zu Saturn. Heute ist deutlich besseres Seeing als gestern und so kann ich Saturns Schönheit wieder mit hoher Vergrößerung bewundern. Auch seine beiden Monde Titan und Rhea sind zu sehen.

Christoph hat eine Bahtinovmaske mit, die das Scharfstellen erheblich beschleunigt und verbessert.

Zunächst nehme ich nochmals den neben Mimosa gelegenen Carbonstern ins Visier, da ich mit der Qualität der gestrigen Aufnahmen nicht zufrieden bin.

Anschließend fahre ich zu dem Sternfeld, in dem Proxima Centauri, der uns nächstgelegene Stern, liegt. Als ich die Aufnahme sehe, fällt mir spontan dazu ein, daß es nicht leicht sein wird Proxima Centauri unter den vielen Sternen zu identifizieren.

Dann nehme ich jeweils 10 x 3 Minutenserien der Objekte ω Centauri, Centaurus A (Radiogalaxie) M 17, M8 und M20 auf.

Ohne Windstöße führt der Autoguider die Montierung im Subpixelbereich genau nach.

Bevor ich diese Beobachtungsnacht beende, schwenke ich noch zu Jupiter und stecke schnell die DBK an um ein paar AVI-Serien zu schießen. Dabei entdecke ich, daß die 2fach Barlowlinse von Baader offenbar mit dem Korrektor des C 11 nicht gut harmoniert, denn während ich mit ihr kein wirklich scharfes Bild bekomme, geling dies mit der 3fach Barlow von Meade.

Heute hat das Arbeiten mit der CCD-Camera bereits begonnen zur Routine zu werden. Natürlich ist noch Vieles zu lernen und Vieles wird sich im Laufe der Zeit besser machen lassen, doch ist es schon erstaunlich wie schnell man diese komplexe Technik in den Griff bekommt. Sobald man damit halbwegs vertraut ist, setzt ein unheimlicher Spaßfaktor ein, man könnte beinahe süchtig danach werden. Jedem, dem das visuelle Beobachten anfängt fad zu werden kann ich nur empfehlen sich eine CCD zuzulegen und es wird ihm auf Jahre hinaus nicht mehr fad werden.

14. Juli:

Nach Sonnenuntergang steht der Mond heute neben Venus und Regulus. Die drei Gestirne bilden annähernd ein gleichseitiges Dreieck; sie sind jeweils nur rd. 4 Grad voneinander entfernt. Wieder fotografiere ich die wie auf einer Perlenschnur aufgereihten Gestirne Merkur-Mond-Venus-Mars-Saturn und beobachte etwas später zuerst den Untergang des Merkur und dann jenen des Mondes, der infolge der zunehmenden Mondsichel heute noch eindrucksvoller wirkt als gestern.

Da ich nun CCD-Blut geleckt habe, wage ich mich heute an die erste LRGB-Aufnahme, wofür ich mit als Objekte den Nebel η Carinae (NGC 3372) und dann den Katzenpfotennebel (Cats Paw, NGC 6334) ausgesucht habe. Diesmal kommt der Pentax mit der kurzen Brennweite von 500mm zum Einsatz, um das für die ausgewählten Objekte geeignete Bildfeld zu haben. Beim Wechsel zu NGC 6334 fängt dann die Montierung zum Spinnen an und fährt irgendwohin, nur nicht dorthin, wohin sie soll. Ganz offensichtlich hat sich die Elektronik verschluckt, wozu mir einfällt, daß am Nachmittag der Gärtner alle Elektroleitungen auf meinen Sessel gelegt hat, bevor er die Wiese goß, und das Teleskop als ich nach dem Abendessen hinauskam seltsamerweise in der Polachse bis zum Anschlag gefahren war und daher den Antrieb abgeschaltet hatte obwohl ich es nicht eingeschaltet und aus dem Hibernate-Modus aufgeweckt habe. Das muß die im Handcontroller gespeicherten Alignmentdaten verwirrt haben. Nahezu eine Stunde vergeht, bis ich die Steuerung dazu gebracht habe ein neues Alignment zu akzeptieren und den Katzenpfotennebel anzufahren.

Erfreulich ist hingegen, daß die Montierung im Autoguiderbetrieb unheimlich exakt nachführt. Die Abweichungen bewegen sich im Subpixelbereich von wenigen Zehnteln.

Wie gewohnt will ich zum Abschluß des Abends noch einen Blick auf Jupiter werfen, doch die Montierung fährt schon wieder spazieren und so stelle ich ihn händisch ein. Wäre ich ein paar Minuten früher dran gewesen, so hätte ich das Erscheinen von Europa sehen können. So steht der Mond schon knapp neben Jupiter. Mit der DBK mache ich einige Serien von Jupiter mit Europa, wobei ich einmal Jupiter überbelichte, um Europa sichtbar zu machen und das andere mal Jupiter richtig belichte. Jetzt muß ich mich nur bei meinen Astrofreunden schlau machen, wie man am besten diese beiden Aufnahmeserien so kombiniert, daß sowohl ein richtig belichteter Jupiter als auch Europa auf dem Bild zu sehen ist.

15. Juli:

Heute ist die erste Nacht, in der sich der zunehmende Mond bereits störend bemerkbar macht, denn Monduntergang ist erst um 21:30, also verlieren wir gute 2 Stunden Finsternis, die fotografisch nicht nutzbar sind.

Da meine Montierung gestern die Orientierung verloren hat, nütze ich die Zeit ihr die sogenannte HAL-Therapie zu verpassen. Wer den Kultfilm von Stanley Kubrik 2001 A Space Odyssey gesehen hat, kann sich sicher noch an die Szene erinnern, in der David Bowman den Bordcomputer HAL seines Gedächtnisses beraubt, nachdem dieser die anderen Besatzungsmitglieder getötet hat. Bevor ich mich noch lange mit dem gestörten Alignment herumraufe, mache ich Ähnliches mit meinem Handcontroller, indem ich im ein Factory Reset verpasse, in dem alle Einstellungen auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Die Therapie war erfolgreich. Nach der Ausrichtung der Montierung nach zwei Sternen wähle ich noch drei weitere Sterne im Bereich Skorpion und Schütze aus, um die GoTo-Genauigkeit in der Region, in der ich heute fotografieren will, zu erhöhen. Das Ergebnis ist, daß die angefahrenen Objekte fast im Zentrum des CCD-Chips stehen.

Gemeinsam warten wir im Speiseraum der Farm auf den Monduntergang. Die Minuten davor nütze ich für eine sehr gelungene Bilderserie des Mondunterganges hinter den Hakosbergen. Ich wähle eine Belichtungszeit bei der das aschfahle Mondlicht gut zu sehen ist und mache alle paar Sekunden eine Aufnahme. Zunächst berührt der Mondrand die Silhouette der Hakoberge, dann sind nur mehr zwei leuchtende Hörner mit dem aschfahlen Mondlicht zu sehen und zuletzt nur mehr dieses, bis es auch hinter den Bergen verschwindet.

Mein erstes fotografisches Objekt, wiederum in LRGB, ist der Dunkelnebel B 72, der Schlangennebel im Sternbild Ophiuchus. Mit im Bild sind die weiteren Dunkelnebel B 68-71 und B 74 unmittelbar neben dem Stern HIP85242, wovon insbesondere B 68 diesen Namen verdient, denn er ist wirklich pechschwarz und ohne jeden Stern. Läßt man sich in Starry Night die Nebelumrisse einblenden, so wird man feststellen, daß es in dieser Grenzregion zwischen Ophiuchus uns Skorpion nur so von Dunkelnebeln wimmelt. Sollte ich noch die Zeit dazu finden, werde ich diese Gegend mit der DSLR und entsprechendem Gesichtsfeld noch fotografieren.

Nachdem diese Aufnahmeserie abgeschlossen ist, wähle ich als nächstes Objekt M 8, den Lagunennebel. Heute bin ich wirklich froh nur zum Nachstellen und Starten der Camera hinaus zu müssen, denn es ist mit 0 Grad schon vor Mitternacht und einem zusätzlichen Wind unangenehm kalt, während Wien bei 36 Grad stöhnt, wie mir am Telefon aus der Heimat berichtet wird. 10 Kältegrade hinauf nach Mitteleuropa und dafür 10 Wärmegrade zu uns hinunter nach Namibia wäre etwas, wovon alle etwas hätten. Die kalten Nächte haben auch meine Nase etwas in Mitleidenschaft gezogen, denn mein Niesen von heute vormittags ist nun in einen veritablen Schnupfen übergegangen. Gegen ein Uhr ist die Belichtungsreihe fertig und ich wende mich dem nächsten und für diese Nacht letzten Objekt zu, nämlich dem Emissionsnebel IC 4628 im Skorpion. Zunächst vermeinte ich bis drei Uhr die letzte Aufnahme im Kasten zu haben und im Bett zu sein, doch im Blaukanal war der Leitstern zu schwach und die Montierung begann zu oszillieren, sodaß die Sterne etwas oval wurden. Ich mußte daher diese Aufnahmen nochmals machen und so wurde es schließlich vier Uhr bis ich müde ins Bett fiel.

16. Juli:

Heute geht der Mond erst nach 23 Uhr unter, weshalb für die Zeit ab Einbruch der astronomischen Finsternis und dem Monduntergang eine neue CCD-Erfahrung auf dem Programm steht. Ich will η Carinae mit Schmalbandfiltern (Halpha, OIII und SII) aufnehmen. Sicherlich kein ganz leichtes Unterfangen, denn in dem wenigen Licht, das diese Filter durchlassen, will ein ausreichend heller Leitstern erst einmal gefunden sein. Noch in der Dämmerung bereite ich alles vor, damit ich unmittelbar nach Einbruch der Finsternis beginnen kann, denn ich möchte die bis zum Monduntergang verbleibenden guten drei Stunden für die Schmalbandaufnahmen von η Carinae benützen. Ich starte die erst Serie mit je 15 min für Hα, OIII uns SII. Gespannt warte ich 15 Minuten bis das Download der ersten Aufnahme erfolgt. Schon das Rohbild ist beeindruckend. In den hellsten Hα-Regionen habe ich die Sättigung erreicht und die erkennbaren Nebelfilamente reichen soweit, daß das immerhin 1,4x1,0 Grad große Gesichtsfeld am Pentax nicht mehr ausreicht, um die Nebelregion vollständig abzubilden. Ich entscheide mich daher die Anzahl der 15min-Bilder zu reduzieren und dafür auch solche mit 3 und 6 min Belichtungszeit zu machen.

Knapp nach 22:30 ist der Monduntergang. Mit dem 300 mm Tele an der Nikon schalte ich auf Dauerauslösung und nehme eine Serie von 120 Aufnahmen im JPEG-Format auf, aus denen ich dann mittels der Freeware Startrails eine Animation anfertige.

Als ich gestern B 72 den Schlangennebel aufnahm, sah ich in Starry Night, daß diese Himmelsgegend voll von Dunkelnebeln ist. Ich mache deshalb heute mit der Canon 2 Aufnahmeserien davon, einmal mit 50 mm Brennweite und dann mit 180 mm.

Das nächste Astromotiv ist die Gegend um Antares. Hier möchte ich versuchen die gelblichen Nebel abzubilden. Nächstes Ziel sind die offenen Sternhaufen M 6 und M 7. Unmittelbar neben M 6 liegt der Emissionsnebel Sh2-12 und neben M 7 der Dunkelnebel B 283. Einige kleinere Sh- und B-Objekte liegen ebenfalls noch im Bildfeld. Den Abschluß der heutigen Nacht bilden M 20 und M8 der Lagunen- und der Trifidnebel, wobei im Bildfeld die Emissionsnebel Sh2-22, Sh2-25, Sh2-26, Sh2-34 und NGC 6526 sowie der Reflexionsnebel IC 4685 liegen. Um 3 Uhr nachts ist diese Serie fertig und ich beende die letzte volle Beobachtungsnacht auf Hakos, denn morgen heißt es früher Schlafen gehen, da wir am Sonntag nach dem Mittagessen nach Windhoek fahren müssen.

17. Juli:

Heute ist die letzte Beobachtungsnacht auf Hakos und daher habe ich mir für diese etwas Besonderes und auch Schwieriges vorgenommen: Meine Version der Pilars of Creation im Adlernebel M 16, wegen des Mondes in Hα, OIII und SII und mit dem C 11 bei 2.800mm Brennweite. Was ich frohgemut angehe entwickelt sich zu einem mehr als zweistündigen Horror. Der Guiding-Chip der Camera erhält natürlich ebenso wie der Aufnahmechip nur das wenige Licht, das die Schmalbandfilter durchlassen, und das ist sichtlich zuwenig, denn der Autoguider verliert immer wieder den Leitstern. Mit vielen Tricks und Kniffs und nachdem ich die Brennweite mit dem Telekompressor verkürzt habe gelingt es mir dann den Autoguider dazu zu bewegen einen Leitstern auch exakt zu verfolgen. Während es anfangs windstill war, kommt später ein böiger Wind auf und führt immer wieder zu Abweichungen von einigen Pixeln, zu erkennen an leicht elongierten Sternen. So kämpfe ich bis nach zwei Uhr, obwohl ich heute früher schlafen gehen wollte.

Zwischendurch um 23:30 mache ich noch ein letztes Mal eine Sequenz vom Monduntergang.

18. Juli:

Es geht sich doch aus bis gegen 10 Uhr zu schlafen. Nach dem Frühstück beginne ich dann mit dem Abbau meines Teleskops und dem Packen. Nächstes mal wird das ganze etwas einfacher, denn Friedhelm wird mein neues C 11 Edge HD samt CGE Pro in der neuen Sternwarte auf der zweiten Säule ständig montieren, sodaß ich bei meinem nächsten und den folgenden Besuchen auf Hakos echten Komfort genießen kann.

Ein letztes mal genieße ich auf der Terrasse die wärmende Sonne mit dem Blick zu den Hakosbergen, bevor wir gegen drei Uhr nach Windhoek aufbrechen. Den Abend verbringen wir schon traditionell in Joe´s Beerhouse, wo ich ebenfalls schon traditionell ein herrliches Zebrasteak medium genieße. Da wir schon um 4:30 aufstehen müssen, gehen wir gegen 22 Uhr zu Bett.

19. Juli:

Friedhelm bringt uns frühmorgens nach Hosea Kutako, dem Windhoek International Airport, der fast so „international“ ist, wie Klagenfurt bei Luftraumsperre. Es wäre nicht Air Berlin, gäbe es nicht wieder Troubles mit dem Übergepäck. Nicht nur, daß ich nicht weniger als € 340.— für 17 kg löhnen darf (Preis eines Ticket Windhoek – München Economy Class für eine erwachsene Person ohne Übergewichtslimit) ist das Bodenpersonal ausnehmend frech und akzeptiert nur Namib Dollar oder Kreditkarten, nicht aber die Heimatwährung der Air Berlin, den Euro. So nebenbei angemerkt funktionierte der Kreditkartenautomat nicht und ich mußte zweimal wechseln gehen. Hier orientiert sich Air Berlin zu sehr an ihrem Geschäftspartner Niki Lauda, in Österreich ja seit seiner letzten TV-Werbung jedermann als Schnitzelreste einpackender Mister „I hob ja nix zu vaschenkn“ bekannt.

Doch davon lasse ich mir die schöne Erinnerung an meinen vierten Hakosaufenthalt nicht verderben. Wenn ich die letzten 2 Wochen revue passieren lasse, waren sie neben allem anderen von zwei Ereignissen geprägt: zum einen hat sich die Anschaffung des Celestron 11“ Edge HD mit der CGE Pro Montierung als eine sehr gute Entscheidung erwiesen, auch wenn man gemeiniglich sagt, man solle nicht die ersten Exemplare einer neuen Produktionsserie kaufen. Wenn auch seit der Übernahme von Celestron durch Synta alles „Made in China“ ist, scheint das Engineering und die Qualitätskontrolle in Amerika gut zu funktionieren. Zum anderen konnte ich am eigenen Leib die Erfahrung machen, daß der Einstieg in die CCD-Astrofotografie, vor der ich zugegebener Maßen einen leichten Bammel hatte, bei etwas Verständnis für Technik und PC heute keine Hexerei mehr ist und innerhalb kürzester Zeit erlernt werden kann. Die an die Aufnahme anschließende Bildverarbeitung der Rohdaten ist dann wieder ein anderes Thema.

Schlußanmerkung: entsprechende Erfahrung im Umgang mit Teleskopen vorausgesetzt, steht mein neues „Hakos Observatory“ allen WAA-Mitgliedern zu Sonderkonditionen zur Verfügung.

PS: die Verarbeitung der über 4 GB an Bilddaten wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Ich hoffe aber so ungefähr ab Mitte August die Bilder sukzessive in der Bildergalerie auf der WAA-Homepage veröffentlichen zu können.