WAA Frühjahrsworkshop 2016

Hohe Wand beim/im Gasthof Postl, 5. bis 8. 5. 2016

An diesem langen Wochenende findet unser heuriger Frühjahrsworkshop auf der Hohen Wand statt. Wir müsssen bis ins Jahr 2012 in der Chronik zurückblättern, um einen solchen Workshop bei guten Wetterbedingungen zu finden. Heuer haben wir Glück. Zu drei Beobachtungsnächten, davon zwei mit exzellenten Bedingungen, gesellen sich noch zwei Workshoptage, in denen sich alles um den Planeten Mars dreht, dessen beste Sichtbarkeit eben gerade beginnt.

Wetter

Das Wetter meint es gut mit uns. Einzig die Nacht von Donnerstag auf Freitag verläuft nach einem anfänglich wolkenlosen Nachmittag doch stark bedeckt durch Cirren. Immerhin, für die Beobachtung von Jupiter reicht es. Die Nächte von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sind so gut wie makellos; so gut wie keine Wolken, kein Wind und noch erträglich niedrige Nachttemperatur, einzig das Seeing lässt Wünsche offen.


Untertags ist das Wetter noch sehr gut am 5. Mai.


Auch am Nachmittag gibt es kaum Wolken.


Am Abend ziehen im Licht der untergehenden Sonne Cirren auf.


In der Nacht werden die Cirren leider sehr dicht. Außer Jupiter geht nichts.


Am 6. Mai herrscht wieder strahlend blauer Himmel untertags.


Das bleibt auch am Abend so, minimale kleine Quellwolken stören niemanden.


Die Nacht vom 6. auf den 7. Mai ist traumhaft.


Auch am 7. Mai herrscht tiefblauer Himmel.


Am Abend gibt es ein paar Quellwolkenreste, sie bleiben harmlos.


über der nördlichen Obersteiermark hat sich am Abend ein Gewitter gebildet, es blitzt dort sogar. Doch der Wolkenturm fällt in sich zusammen, ehe sich Cirren ausbreiten könnten.


Wieder eine traumhafte Nacht von 7. auf 8. Mai.


Der Morgen des 8. Mai ist einmal mehr makellos.


Untertags gibt es am 8. Mai doch auch dichtere Wolken.


Am Abend des 8. Mai ist der Himmel wieder wolkenlos, doch wegen des morgigen Merkurtransits beobachtet heute niemand mehr.

Star Party

Bei jedem Workshopwochenende gibt es auch ein Teleskoptreffen, wir nennen es Star Party, wie es weltweit eigentlich üblich ist. Ja, der Name verwirrt hierzulande vielleicht. Aber wer erwartet, mit irgendeiner mehr oder weniger bekannten Größe aus der Musikszene abtanzen oder bei einem coolen Drink die Probleme der Welt zu lösen, merkt es eh schnell. Teleskoptreffen ist auch ein dummer Name, denn es treffen sich ja nicht die Teleskope. Sondern Gleichgesinnte, die diese schöne Seite der Natur miteinander genießen möchten.

Eine Nacht einer Star Party folgt einem Muster. Zuerst wird der Beobachtungsplatz vorbereitet. Da wird so manche Bank ge-, aber nicht beraubt und so mancher Tisch gerückt. Dann werden die Instrumente sorgsam zusammengebaut und, was noch wichtiger ist, gegenseitig bestaunt und viele Erfahrungen ausgetauscht. Wenn es dann so dunkel ist, dass man einander nur mehr an der Stimme erkennt, dann geht es los mit dem Beobachten.


Bankraub!


Die einen gehen (Gleitschirmflieger), die anderen kommen (Amateurastronomen)


Ein Instrument neben dem anderen wird aufgebaut.


Vier Damen und ein Refraktor.


Wichtig bei einer Star Party: Genaues Inspizieren der Geräte, eine wichtige Grundlage für die nächste Kaufentscheidung.


Aufbau und Fachsimpeln.


Auch ein starkes Teleobjektiv braucht eine gute Montierung.


Ein doch schon größeres Instrument.


Warten auf Dunkelheit.


Zum Glück hilft Jupiter über die lange Dämmerung.


Nochmal Jupiter durch eines der vielen Rohre bestaunen.


Je höher die Ansprüche, desto mehr Technik.


Ein Klassiker: Die Scheunentor-Montierung für Kameras.


Etwas mehr Technik: Der Star Adventurer.


Größere Instrumente brauchen auch mehr Strom. Heute kommt alles aus Batterien. Vor ein paar Jahren haben wir noch Starkstromkabel verlegt.

25" Dobson

Als besonderes Highlight haben wir heuer, Dank tatkräftiger Unterstützung von Michael Landl und Alfred Kramberger, den neuen 25" Dobson mit auf die Hohe Wand genommen. In einer Zeit, da praktisch an jedem Fernrohr eine Kamera klickt, erscheint visuelle Beobachtung ein wenig anachronistisch. Doch die Blicke durch dieses Rohr in den beiden sehr klaren Nächten dieses Wochenendes waren wirklich beeindruckend. So müssen sich William Herschel und Lord Rosse gefühlt haben, als sie in ihren - noch größeren, aber nicht unbedingt lichtstärkeren - Teleskopen erstmals die Whirlpool- oder Feuerradgalaxie gesehen haben.

Das Handling dieses großen Instruments ist nicht einfach, auch nicht bei gut funktionierender Elektronik. Allein die Höhe des Einblicks und das damit verbundene Erklimmen einer Leiter ist für mache ein Hindernis. Beobachten mit einem großen Dobson, das ist schon irgendwie ein Ausflug in eine vergangene Zeit, aber ein lohnender.


Ausladen der Rockerbox samt Spiegelzelle


Einsetzen der Serrurier-Stangen. Das geht recht schnell.


Aufsetzen des "Hutes" mit Fangspiegel, Okularauszug und vorderen Suchern. Sieht schwer aus, ist es aber nicht.


Fertig!


Justieren. Das ist doch etwas trickreich - vor allem, weil der mitgelieferte Justierlaser absolut nicht f?r den Einsatz bei Tageslicht taugt.


Und schon kann beobachtet werden. Allerdings nur auf einer doch recht hohen Leiter. Das ist leider ein Problem mit solchen Dobsons.


Aber dann ... Wow! (Hier Jupiter noch in der hellen Dämmerung)

Hier noch ein beeindruckendes Zeitraffervideo von Michael Landl dazu:

Sonnenbeobachtung

Es ist das Wochenende vor dem Merkurtransit und an allen Tagen ergeben sich mehrere Stunden zur Beobachtung unserer Sonne. Viele nützen die Gelegenheit, die Beobachtung unseres hellen Zentralgestirns zu perfektionieren - und vor allem auch die Fotografie. Denn am Montag nach dem Workshop muss jeder Handgriff sitzen!


Aufbau des Refraktors für die Sonnenbeobachtung.


Action am Teleskop.


Visuelle Sonnenbeobachtung, klarerweise durch die richtige Folie vor dem Objektiv.


Sonnenfotografie. übung für den Transit am nächsten Montag!


Die Sonne mit ein paar Fleckengruppen und klarerweise noch ohne Merkur.

Workshop

Am Samstag- und Sonntagnachmittag dreht sich in unseren Workshops alles um - nein, nicht um den Merkurtransit - den Planeten Mars, dessen beste Sichtbarkeit eben jetzt beginnt. Der Bogen spannt sich von der Himmelsmechanik und warum Mars nur alle zwei Jahre gut zu sehen ist über Tipps zur visuellen Beobachtung bis zur Fotografie von Planeten mit der Webcam und speziellen Tricks dazu speziell für den Mars. Leider gibt es heuer von den Workshops keine Fotos, eine kleine Panne - aber es sind eh die gleichen wie immer: Ein hochmotivierter Vortragender und ein voller Seminarraum mit ebenso motivierten Leuten, die ihr Wissen erweitern möchten.

Beobachtungsberichte

Text und Fotos: Alexander Pikhard



Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.
www.waa.at