Die WAA beim Asteroid Day am Institut für Astrophysik

Universitätssternwarte Wien (Institut für Astrophysik der Universität Wien), 30. 06. 2017

Wie schon öfter bei Großveranstaltungen wurden wir auch diesmal vom Institut für Astrophysik der Universität Wien (Universitätssternwarte) eingeladen, mit ein paar Amateurfernrohren zum kommen, um den Besucherinnen und Besuchern während der Pausen oder ergänzend zu den Vorträgen den einen oder anderen Blick zum Himmel zu ermöglichen.

Fernrohre auf eine Sternwarte bringen, noch dazu auf eine so große? Das klingt wie Eulen nach Athen tragen. Doch es hat einen sehr pragmatischen Hintergrund, der zu einer Win-Win-Situation für das Institut und unseren ehrenamtlichen Amateurverein führt: Jedes Fernrohr braucht ein bis zwei Personen, die es betreuen. Und für öffentliche Beobachtungen stünde am Institut nur der Große Refraktor zur Verfügung, an dem aus sicherheitstechnischen Gründen nur sehr kleine Gruppen von weniger als 10 Personen beobachten dürfen.


Das Portal der monumentalen Wiener Universitätssternwarte (Mit Mausklick vergrößern)


Der ebenso monumentale Stiegenaufgang im Stil eines klassizistischen Theaters (Mit Mausklick vergrößern)


Wir haben zwei Fernrohre mitgebracht. Im Wissen um die Wettersituation werden wir sie wohl eher zur Erklärung verwenden, wie Fernrohre funktionieren. Daher ein Refraktor und ein Spiegelteleskop. (Mit Mausklick vergrößern)

So kommen wir sehr gerne zu Hilfe und bringen zwei transportable Geräte auf die Westterrasse des Instituts, dort wo auch das Radioteleskop steht. Da der Wetterbericht alles andere als gut ist, werden wir die Instrumente eher dazu verwenden zu erklären, wie ein Fernrohr funktioniert. Ganz im Stil von Sternwarten bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts blicken wir durch die geöffnete Tür nach draußen, so kann auch der eine oder andere Regenschauer nichts anrichten. Die Drehkuppeln, die auch für die Wiener Universitätssternwarte charakteristisch sind, kamen erst in den 1830er-Jahren auf. Da der Himmel nach wie vor wolkenverhangen ist, zeigen wir die Blätter der nahen Bäume auf dem Sternwartengelände.


Am Nachmittag und Abend gibt es interessante Vorträge zum Thema Asteroiden im Hörsaal des Instituts. (Mit Mausklick vergrößern)


Angesichts dunkler Regenwolken blicken wir mit dem Fernrohr durch die geöffnete Tür der Westterrasse ins Freie; bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war dies auf Sternwarten Standard, erst dann kamen nach und nach die Drehkuppeln auf. (Mit Mausklick vergrößern)


Da der Himmel wolkenverhangen ist, zeigen wir im Fernrohr zunächst nur die Blätter der nahen Bäume. (Mit Mausklick vergrößern)

Für einen kurzen Moment zeigt sich die Sonne, da dies aber während der Vorträge passiert, bemerkt es fast niemand.


Für kurze Zeit zeigt sich sogar die Sonne. Da gerade keine Vortragspause ist, bleibt dieser Moment eher unbemerkt. (Mit Mausklick vergrößern)


Viel versäumen die Gäste nicht, die Sonne zeigt sich fast fleckenfrei, nur eine kleine Fleckengruppe ist zu sehen. (Mit Mausklick vergrößern)


Ein rasch herbeigeholtes Hα-Teleskop des Instituts bleibt daher auch verwaist und hat bald durch Cirruswolken keine Chance mehr. (Mit Mausklick vergrößern)

Zur Astronomie in unseren Breiten gehört auch immer eine große Portion an Wetterglück und dieses haben wir in der zweiten Vortragspause. Für etwa eine halbe Stunde klart es zwischen den Cirrenschirmen vorbeiziehender Gewitterzellen auf. Der Mond steht deutlich auf blauem Himmel. Rasch tragen wir die beiden Fernrohre ins Freie. Einnorden ist einfach, denn das ganze Gebäude ist astronomisch exakt ausgerichtet. Der Mond ist rasch gefunden und die Goto-Montierung des mitgebrachten Meade findet, dank der Ausrichtung des Gebäudes, auch Jupiter sehr rasch. Das begeistert viele, so gibt es doch Blicke zum Himmel. Zwar keine Asteroiden, aber deren Spuren sind auf dem Mond einfach nicht zu übersehen.


Weil in der Astronomie in unseren Breiten Glück einfach dazugehört, ergibt es sich, dass in der zweiten Vortragspause der Himmel kurz aufklart und sich der Mond zeigt. (Mit Mausklick vergrößern)


Wir tragen die beiden Fernrohre rasch ins Freie, stellen den Mond und auch den Planeten Jupiter ein. Das spricht sich schnell herum. (Mit Mausklick vergrößern)


Besucherinnen und Besucher an den Fernrohren. (Mit Mausklick vergrößern)


Blicke zum Himmel. (Mit Mausklick vergrößern)


Der Mond in einem sehr klaren Moment, der leider nur wenige Minuten lang dauert. (Mit Mausklick vergrößern)

Leider dauert die klare Phase nicht sehr lange, bald wird Jupiter von den Cirren ganz verschluckt und der Mond so diffus, dass sein Anblick im Fernrohr nicht mehr attraktiv ist. Wir tragen die Fernrohre wieder nach drinnen. Auch der beeindruckende Große Refraktor der Sternwarte kann bei diesem Wetter nur besichtigt werden, an eine Beobachtung ist leider nicht zu denken.


Bald bedecken die Wolken den Himmel wieder zur Gänze. Jupiter verschwindet, der Mond wird diffus und im Fernohr unattraktiv. Lediglich das Radioteleskop hätte kein Problem mit dieser Wetterlage, es gibt mit ihm aber keine Vorführungen. (Mit Mausklick vergrößern)


Auch der beeindruckende Große Refraktor der Sternwarte kann heute nicht zum Beobachten genützt werden. Aber alleine ihn zu sehen ist für die Gäste ein Erlebnis. (Mit Mausklick vergrößern)


Das Okularende des Gro?en Refraktors. (Mit Mausklick vergrößern)


Blick vom Rundgang der Gro?en Kuppel auf Wien. (Mit Mausklick vergrößern)


Abstieg vom Gro?en Refraktor. (Mit Mausklick vergrößern)

Gegen Ende der Veranstaltung bauen wir unsere beiden Fernrohre ab. Dunkle Wolken lassen wieder Regen befürchten und wir wollen die Instrumente noch im Trockenen verladen. Am Buffet lassen wir den langen Abend mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts im Geplaudere ausklingen.

Es war wieder eine sehr schöne Kooperation, die uns viel Freude gemacht hat. In diesem Sinn bis zum nächsten Mal!

Text und Fotos: Alexander Pikhard.



Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.
www.waa.at