Das Jahr 2019

Ein astronomischer Überblick

Alexander Pikhard

Kurzfassung

Im Jahr 2019 gibt es einige interessante Himmelsereignisse, an deren erster Stelle zweifellos der Transit des Merkur vor der Sonne am 11. November steht. Zwei Mondfinsternisse runden das Programm ab.

Sonne und Mond

Kalender

2019 ist im gregorianischen Kalender ein Gemeinjahr mit 365 Tagen, der Februar hat 28 Tage. Bewegliche Feiertage:

  • Ostersonntag: 21. April (einer der spätestmöglichen Termine)
  • Christi Himmelfahrt: 30. Mai
  • Pfingstsonntag: 9. Juni
  • Fronleichnam: 20. Juni

Erdbahn und Jahreszeiten

  • Spätester Sonnenaufgang Wien: Dienstag, 1. Jänner, 07.45 Uhr MEZ
  • Perihel: Donnerstag, 3. Jänner, 06.20 Uhr MEZ
  • Astronomischer Frühlingsbeginn: Mittwoch, 20. März, 22.58 Uhr MEZ
  • Frühester Sonnenaufgang Wien: Montag, 17. Juni, 04.53 Uhr MESZ
  • Astronomischer Sommerbeginn: Freitag, 21. Juni, 17.54 Uhr MESZ
  • Spästester Sonnenuntergang Wien: Mittwoch, 26. Juni, 20.59 Uhr MESZ
  • Aphel: Freitag, 5. Juli, 00.11 Uhr MESZ
  • Astronomischer Herbstbeginn: Montag, 23. September, 09.50 Uhr MESZ
  • Frühester Sonnenuntergang Wien: Donnerstag, 12. Dezember, 16.00 Uhr MEZ
  • Astronomischer Winterbeginn: Sonntag, 22. Dezember, 05.19 Uhr MEZ

Die Sonne ist zu diesen besonderen Lagen nicht notwendigerweise von Wien aus sichtbar. Frühester bzw. spätester Sonnenauf- oder -untergang fallen wegen der Zeitgleichung nicht mit den Sonnenwenden zusammen.

Besondere Mondlagen und -phasen

  • Größter Vollmond ("Supervollmond"): Dienstag, 19. Februar, 16.54 Uhr MEZ (Perigäum am 19. 2. um 10.09 Uhr MEZ)
  • Südlichster Vollmond: Dienstag, 16. Juli, 23.38 Uhr MESZ
  • Kleinster Vollmond: Samstag, 14. September, 06.33 Uhr MESZ (Apogäum am 13. 9. um 15.16 Uhr MESZ)
  • Nördlichster Vollmond: Donnerstag, 12. Dezember, 06.12 Uhr MEZ

Der Mond ist zu diesen besonderen Lagen und Phasen nicht notwendigerweise von Wien aus sichtbar.

Siehe auch weiter unten Finsternisse und Bedeckungen!

Planeten

2019 zeigt keine markanten Sichtbarkeiten von Venus und Mars. Jupiter verlegt seine beste Sichtbarkeit weiter in die Jahresmitte und nähert sich an Saturn an (Begegnung: 2020). Merkur zeigt zwei Abend- und drei Morgensichtbarkeiten. Das markanteste Himmelsereignis ist der Transit des Merkur vor der Sonne am 11. November.

Merkur

2019 ergeben sich für unsere Breiten zwei Abend- und drei Morgensichtbarkeiten.

Begegnungen des Merkur mit anderen Planeten oder dem Mond sind in unseren Breiten eher selten, weil schwierig zu beobachten. Bei der Abendsichtbarkeit im Juni kommt es zu einer engen, aber nicht leicht zu beobachtenden Begegnung mit Mars am Ende der alten Sichtbarkeit 2017-2019. Bei der Morgensichtbarkeit im November und Dezember kommt es zu einer weiten Begegnung mit Mars am Beginn der neuen Sichtbarkeit 2019-2021.

Venus

Venus zeigt 2019 keine ausgeprägte Sichtbarkeit. Die Morgensichtbarkeit, die im November 2018 beginnt, wird spätestens im März 2019 sehr ungünstig. Am 14. August steht Venus in oberer Konjunktion. Die darauffolgende Abendsichtbarkeit entwickelt sich erst im Dezember 2019 einigermaßen gut.

Interessante Begegnungen:

Sowohl am Beginn als auch am Ende des Jahres kommt es zu Begegnungen mit den bereits recht nahe beisammen stehenden Planeten Jupiter und Saturn.

Mars

Mars steht am 2. September 2019 in Konjunktion zur Sonne. Somit ergibt sich in diesem Jahr keine ausgeprägte Sichtbarkeit des Roten Planeten. Bis zum Frühsommer kann Mars noch als unspektakuläres Objekt in der Abenddämmerung am Ende der Sichtbarkeit 2017-2019 aufgesucht werden (Begegnung mit Merkur am 18. Juni).

Ab November 2019 ist Mars dann, ebenfalls unspektakulär, in der Morgendämmerung am Beginn der Sichtbarkeit 2019-2021 zu sehen (sehr lose Begegnung mit Mars Ende November und Anfang Dezember 2019).

Jupiter

Jupiter steht am 10. Juni in Opposition zur Sonne. Die beste Sichtbarkeit ist somit von März bis August 2019.

Jupiter zieht 2019 seine Bahn im Schlangenträger; am Beginn und am Ende seiner Sichtbarkeitsperiode kommt es zu Begegnungen mit Venus.

Jupiter ist Saturn schon recht nahe gekommen, zur Begegnung kommt es aber erst Ende 2020.

Saturn

Saturn ist ein Objekt am Sommerhimmel. Am 9. Juli steht er in Opposition zur Sonne. Die beste Sichtbarkeit ist von April bis September.

Saturn zieht 2019 seine Bahn im Schützen; am Beginn und am Ende seiner Sichtbarkeitsperiode kommt es zu Begegnungen mit Venus.

Jupiter ist Saturn schon recht nahe gekommen, zur Begegnung kommt es aber erst Ende 2020.

Uranus und Neptun

Uranus und Neptun sind weiterhin Objekte am Herbsthimmel, wobei sich Uranus schon recht weit von Neptun abgesetzt hat.

Finsternisse und Bedeckungen

Sonnenfinsternisse

2019 finden drei Sonnenfinsternisse statt, von denen keine von Österreich aus auch nur partiell zu sehen wäre. Als Besonderheit ist zu werten, dass es sich um drei Finsternisse im Abstand von jeweils sechs synodischen Monaten handelt. Das ist möglich, da 12 synodische Monate kürzer als ein gregorianisches Kalenderjahr sind und zwei Finsternisse sehr knapp an den Jahresgrenzen liegen.

Mondfinsternisse

2019 finden zwei Mondfinsternisse statt, die beide von Wien aus zumindest teilweise zu sehen sind.

Bedeckungen

2019 gibt es keine Bedeckung eines der hellen Sterne Aldebaran, Regulus, Spica oder Antares durch den Mond. Es gibt allerdings zwei grenzwertige Planetenbedeckungen:

Übersicht für die nächsten Jahre:

Transit

Das seltenste und herausragende Himmelsereignis 2019 ist der Transit des Planeten Merkur vor der Sonne am 11. November 2019. Er ist von Wien aus etwa zur Hälfte vor Sonnenuntergang zu beobachten. Der nächste Merkurtransit wird erst am 13. November 2032 zu beobachten sein.

Weitere interessante Erscheinungen

Kometen

Für das Jahr 2019 sind aus heutiger Sicht nicht viele interessante Kometen zu erwarten, doch das kann sich entdeckungsbedingt noch ändern. Vorhersagen der Helligkeitsentwicklung sind aber immer mit Vorsicht zu genießen. Komet 46P/Wirtanen kann um den Jahreswechsel 2018/19 sogar freisichtig werden. Aus heutiger Sicht sind vielversprechend:

Eine sehr gute Übersicht über die aus heutiger Sicht zu erwartenden Kometen gibt es hier von Seiichi Yoshida:

Zwergplaneten und Asteroiden

Von den helleren Zwergplaneten und Asteroiden werden die folgenden im Jahr 2019 in Opposition heller als 8,5 Größenklassen und sind somit auch mit dem Feldstecher leicht zu erkennen:

Immer wieder nähern sich der Erde so genannte Erdbahnkreuzer. Aus heutiger Sicht kommt es 2019 zu keiner Annäherung innerhalb der Mondbahn. Einige wenige Asteroiden nähern sich der Erde auf weniger als das Fünffache der Monddistanz. Eine Impaktgefahr besteht nicht.

Meteore

Von den bekannten Meteorströmen sind die Bedingungen für die Quadrantiden (starker Strom), die Eta-Aquariden und die südlichen Delta-Aquariden von der Mondphase her günstig. Hingegen werden die beiden starken Ströme der Perseiden und der Geminiden stark beeinträchtigt, da sie ihr Maximum um Vollmond erreichen.


Die wichtigsten Meteorströme 2019

Veränderliche

Derzeit sind die Maxima von Mira (ο Ceti) günstig zu beobachten.

2017 bis 2019 kommt es zu einer Verfinsterung von VV Cep B. Eine solche tritt nur alle 20,4 Jahre ein. Dabei wird der von einer Gasscheibe umgebene Begleiter von dem halbtransparenten Überriesen bedeckt.


Ausblick auf die kommenden Jahre

2020

Das herausragende und wirklich seltene Himmelsereignis in diesem Jahr ist die enge Begegnung von Jupiter und Saturn am 21. Dezember. Die beiden langsamsten der hellen Planeten begegnen einander nur alle 20 Jahre.

2021

Am 10. Juni 2021 gibt es in Österreich die nächste Sonnenfinsternis zu sehen. Sie wird partiell und der Mond wird die Sonne nur zu 11,5% verfinstern.

2022

Am 25. Oktober 2022 gibt es in Österreich wieder eine Sonnenfinsternis zu sehen. Sie wird partiell und der Mond wird die Sonne zo 30% verfinstern.

 

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