Komet 19P/Borrelly

Alexander Pikhard
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Der Komet mit der offiziellen Bezeichnung 19P/Borrelly ist ein kurzperiodischer Komet der Jupiterfamilie. Er wurde am 28. Dezember 1904 von Alphonse Louis Nicolas Borrelly entdeckt.

Bahn:


Die Bahn des Kometen 19P/Borrelly im inneren Sonnensystem.
Aus JPL Small-Body Database Browser.


Die Bahn des Kometen 19P/Borrelly im inneren Sonnensystem.
Aus JPL Small-Body Database Browser.

Komet Borrelly umkreist die Sonne auf einer kurzperiodischen Bahn einmal in knapp 7 Jahren. Sein sonnennächster Punkt (Perihel) liegt in einer Entfernung von 1,36 Astronomischen Einheiten (AU), also zwischen der Erd- und der Marsbahn. Sein sonnenfernster Punkt (Aphel) liegt in einer Entfernung von 5,86 AU, also etwas außerhalb der Jupiterbahn. Die Bahn des Kometen ist um 30° zur Ekliptik geneigt. Der nächste Periheldurchgang findet am 1. Februar 2022 statt. Komet Borrelly wurde bereits aus der Nähe mit einer Weltraumsonde untersucht. Am 22. September 2001 erreichte ihn die NASA-Sonde Deep Space One.

Referenzen:

Sichtbarkeit in Mitteleuropa

Aufgrund seiner großen Periheldistanz kann Komet Borrelly im Perihel in eine oppositionsähnliche Stellung gelangen. Da das Perihel von Süden nach Norden durchlaufen wird, ergibt sich für die Nordhalbkugel eine gute Sichtbarkeit nach dem Perihel.

Bei der Sichtbarkeit 2021/22 erscheint Komet Borrelly Anfang Dezember 2021 weit südlich im Sternbild Bildhauer und wandert vor dem Perihel durch den Walfisch in die Fische. Das bedeutet eine Abendsichtbarkeit im Dezember 2021 sowie im Jänner und Februar 2022. Nach dem Perihel wandert er weiter durch Widder, Perseus und Fuhrmann, wo er aufgrund steigender Entfernung wieder unattraktiv wird. Um das Perihel Anfang Februar ist eine scheinbare Helligkeit von 8. bis 9. Größenklasse zu erwarten, weshalb der Komet in dieser Zeit ein fotografisch interessantes Objekt werden sollte.


Sichtbarkeit von Komet 19P/Borrelly am Abendhimmel für Wien.
Diagramm erstellt mit Stargazer's Almanac for Windows.

Suchkarten

Die Suchkarten gelten jeweils für 0 Uhr MEZ und wurden erstellt mit Cartes du Ciel. Die Suchkarten dienen nur zur Orientierung. Zum Auffinden oder einstellen am Fernrohr empfehlen wir die Verwendung aktueller Smartphone- oder Tablet-Apps.


Ein Beobachtungstipp der WAA
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