Vollmond am 31. Jänner 2018

Astronomische Klarstellungen

Alexander Pikhard

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Der Vollmond vom 31. Jänner 2018 sorgt für großes Medienecho. Dieses ist übertrieben und einige Fakten werden überhaupt falsch dargestellt. Unbestritten ist: Es handelt sich um den zweiten Vollmond im Jänner 2018 und es tritt eine - im Großteil von Europa aber unsichtbare - Mondfinsternis ein.

  • Kein "Supermond"!

    Als "Supermond" oder "Supervollmond" wird bezeichnet, wenn der Vollmond in Erdnähe stattfindet. Das ist alle 14 Monate möglich und zuletzt am 2. Jänner 2018 - also kann es am 31. Jänner 2018 nicht nochmals eintreten.

    Siehe: Warum der Supervollmond nicht wirklich super ist.

    Der Begriff "Supervollmond" kommt nicht aus der Astronomie, sondern aus der Esoterik. Er ist nicht angebracht, da selbst in Erdnähe der Mond nur rund 7% größer erscheint als im Jahresschnitt und weniger als 1% größer als im Monat davor oder danach.

  • Blue Moon

    Der zweite Vollmond in einem Monat wird "Blue Moon" genannt. Das hat aber nichts mit der Farbe zu tun. Der Begriff kommt aus dem englischen Sprachraum und leitet sich von dem heute nicht mehr gebräuchlichen belewe moon, "belügender Mond", her. Da es in einer Jahreszeit normalerweise drei Vollmonde gibt, gaukelt ein vierter Vollmond schon die nächste Jahreszeit vor, obwohl diese noch gar nicht beginnt.

    Siehe: Blue Moon - der zweite Vollmond in einem Monat.

  • "Blutmond" nicht sichtbar

    Am 31. Jänner 2018 kommt es auch zu einer Mondfinsternis. Diese kann eintreten, wenn bei Vollmond Sonne, Erde und Mond genau auf einer Linie stehen, so dass der Mond durch den Schatten der Erde läuft. Da die Mondbahn gegen die Erdbahn geneigt ist, tritt das im Schnitt nur alle sechs Monate ein.

    Die Mondfinsternis vom 31. Jänner 2018 ist total, der Mond wird zur Gänze durch den Erdschatten wandern - allerdings zu einer Zeit, wenn der Mond für Mittel- und Westeuropa noch nicht aufgegangen ist. In Nord- und Osteuropa ist nur das Ende der Finsternis nach Mondaufgang zu sehen. In Österreich, Süddeutschland und der Schweiz wird von der Finsternis also gar nichts zu sehen sein, in Ost- und Norddeutschland das Ende der Verfinsterung im Halbschatten. In vollem Verlauf ist die Finsternis zu sehen in der Arktis nördlich des Polarkreises, in Ostasien, Australien, dem Pazifik inklusive Hawaii und Alaska.

    Siehe: Total Lunar Eclipse of 2018 Jan 31 (Fred Espenak).

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