Das 5. Niederösterreichische Teleskoptreffen

 

Vom 24. bis 27. Mai 2001 fand auf der Ebenwaldhöhe das fünfte Niederösterreichische Teleskoptreffen statt. Die Organisation des Veranstalters Antares war perfekt wie immer und auch das Wetter hatte ein Einsehen und bot uns zumindest zwei brauchbare Nächte.

Bericht und Fotos: Alexander Pikhard

Beobachtungsberichte:

 Tagbeobachtungen, 24. Mai
 Die Nacht vom 24. auf den 25. Mai
 Tagbeobachtungen, 25. Mai
 Tagbeobachtungen, 26. Mai
 Die Nacht vom 26. auf den 27. Mai
 

Das niederösterreichische Teleskoptreffen ist längst der wichtigste Event der amateurastronomischen Szene in Ostösterreich geworden. Heuer sollte es Rekordbesuch geben und den Gasthof Gaupmann und das umliegende Gelände an die Grenzen seiner Kapazität bringen. Wenn auch das Wetter nicht so perfekt war wie im Vorjahr (siehe unseren Bericht von 2000), so war es doch wieder ein großartiges Erlebnis.

Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Niederösterreich, sondern auch aus Deutschland, Ungarn, Wien, Burgenland, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten. Erfreulich: Mehr Teilnehmer von der WAA denn je, geschätzte 25 Mitglieder nützten das Angebot zur ermäßigten Teilnahme und kamen mit beachtlichem Gerät (unter anderem vier LX-200).

Es waren zwar mehr Teilnehmer und viel mehr Autos als im Vorjahr, aber leider etwas weniger Fernrohre - was wohl am nicht ganz so guten Wetter lag, das vor allem die Besitzer sehr großer Instrumente abschreckte. So fehlten die Dobsons zur Gänze, dafür waren sehr viele Refraktoren da, sehr zum Vorteil bei der Beobachtung des Mars.

Wie im Vorjahr gab es ein hochkarätiges Vortragsprogramm und bei den beiden Hauptvorträgen am Samstag Abend von Fritz Sussmann ("hochauflösende CCD-Fotografie") und Michael Jäger ("200 Kometen - eine Bilanz") war der Vortragssaal bis auf den letzten Platz voll.

Heuer bringen wir hier keinen chronologisch strukturierten Bildbericht, sondern lassen einfach die wichtigsten Eindrücke Revue passieren.


Noch herrscht idyllische Ruhe in dieser herrlichen Gegend im Alpenvorland...


... doch bald tummeln sich hier ganz seltsame Gesellen mit eigenartigen Apparaten.



Amateurastronomen sind's, die sich hier in freier Natur versammelt haben, um Erfahrungen oder Zubehör auszutauschen oder einfach fachzusimpeln.
Doch so mancher sucht doch eher die Ruhe und genießt still.



Hoppla, Zwillinge! Oder doch gestern einen zuviel gehoben? Was mag sich Herbert Csadek bei diesen beiden so gleichen Instrumenten wohl denken?


Ein Teleskoptreffen ist nicht nur in der Nacht interessant. Wer auch unter Tags vorbeischaute, konnte so manchen tollen Blick erhaschen, wie hier durch ein Celestron 8 mit Lumicon H-Alpha-Filter einer Linzer Gruppe.



Am Vormittag und am frühen Nachmittag war noch nicht viel los, und man konnte sich in aller Ruhe der Beobachtung der Sonne und anderer Gestirne am Tag (Venus, Merkur, Sterne, Mond) widmen.


Je später der Nachmittag, desto dichter das Gedränge. Jetzt ist an Beobachten nicht zu denken, jetzt heißt es, Fragen zu beantworten und das gerade eingestellte Objekt zu erklären. Ein befreiendes "Ich weiß" verrät erfahrene Amateure und bedeutet Verschnaufpause.



Das NTT ist nicht nur ein Teleskoptreffen, sondern auch eine kleine Tagung, auf der man viel lernen kann.
Und bei den interessantesten Vorträgen war der Saal ja auch bis auf den letzten Platz voll.



Gabi Gegenbauer, Vorsitzende von Antares und Hauptorganisatorin des NTT,
moderiert das Vortragsprogramm. Keine leichte Aufgabe, denn manche Vortragende
nehmen es mit der Zeit nicht allzu genau.


Es muß nicht immer um Dinge gehen, die man gleich draußen vor der
Tür beobachten kann. Anneliese Haika spricht über extrasolare Planeten.
Die kann man zwar mit der neuesten Generation computergesteuerter Teleskope
einstellen, sehen kann man sie aber nicht ...



Hier geht's ja zu wie auf der Uni...


... jetzt aber rasch an die frische Luft!


In der Tat war das Niveau mancher Vorträge sehr hoch - mit ein Grund, warum das NTT bereits so einen bedeutenden Stellenwert in der Astro-Szene hat.



Aber nur zuhören und beobachten geht auch nicht - es muß auch Zeit zum Fachsimpeln geben. Vor allem, wenn man so viel Kompetenz auf einmal an einem Wirtshaustisch findet (die, wie hier Michael Jäger, auch Zeit hat, sich belagern zu lassen).


Da macht es auch nichts, wenn das Wetter einmal nicht mitspielt. Immerhin hat uns ja Karl Beck gezeigt, wie schön es sein kann, Blitze zu fotografieren ...



Wohin mit all den Autos? Langsam wird es eng auf dem Gelände um den Gasthof Gaupmann.
Immerhin - allmählich wird es ein Teleskoptreffen. Nur kein Okular verlieren bei dem hohen Gras.
Oder noch etwas kleineres, vielleicht eine Schraube? Hat jemand vielleicht ein Metallsuchgerät dabei?



Das schöne an einem Teleskoptreffen ist, daß man nicht
nur "Konfektionsware" (à la Celestron, Meade, etc.) findet ...


... sondern auch so manchen interessanten Eigenbau
und andere "Exoten".


Man kann tun und lassen was man will, jeden Tag geht die Sonne unter und es wird dunkel. Jetzt gibt's keine Ausrede mehr, ab zum Aufstellen und Beobachten!



Wie ging das schnell ...?
 


Er war der "Star" des heurigen NTT - Mars nahe seiner Opposition und immerhin 18" groß.
 


Ha, da geht sich doch noch ein Blick über die Bäume aus - wer näher dransteht, hat leider Pech gehabt...


... und der Blick zum Mond ist ja immer wieder faszinierend.



Das ist der Beweis - Astronomie gehört ja doch ins Rotlichtmilieu. Wenn sich doch nur alle so diszipliniert mit dem Licht verhielten...



Mach mal Pause!


Die Nacht ist schließlich noch lang...


Es war, alles in allem, wieder ein Astro-Fest...

Alexander Pikhard (ed.)