| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||||
| Datum: | 21./22. 06. 2003 | ||||||||||||||
| Zeit: | 21.00 bis 01.00 MESZ | ||||||||||||||
| Ort: | Sofienalpe | ||||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX-200, Philips ToUCam Pro | ||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Beobachten in der
kürzesten Nacht des Jahres? Der Wetterbericht ist ja recht gut
(wenn auch zu gut, wahrscheinlich ein wenig gemogelt, um mehr Leute zum
Donauinselfest zu locken), die Wolken lösen sich am Nachmittag
mehr und mehr auf. Aber es wird so spät finster. Ich erwäge
kurz, auf die Ebenwaldhöhe zu fahren, aber für etwas mehr als
eine Stunde astronomische Dunkelheit zahlt sich das nicht aus. Offenbar
haben Arthur Heinz, Hans Peter Müllner und Michael Premlecher
genauso gedacht, denn ich treffe sie auf unserem Wiener Stammplatz.
Für Hans Peter übrigens First Light seines neuen Starfire
Refraktors! Rekordverdächtig: Nur 364 Tage Wartezeit!![]() Einige Restwolken lösen sich auf und im Nordnordwesten, in einem völlig ungewöhnlichen Azimut, senkt sich die Abenddämmerung nieder. Ein malerischer Anblick. Ich benütze die Dämmerung wiederum, ein paar Doppelsterne zu beobachten und aufzunehmen.
Es wird dunkel und bald sieht man den ganzen kleinen Wagen. Wir erreichen eine scheinbare visuelle Grenzhelligkeit von 5,5 mag, was für die Nähe von Wien recht beachtlich ist. Rund um uns Feuerwerke, zum Glück gibt es direkt auf der Sofienalpe kein Sonnwenfeuer.
Ich beschränke mich heute auf visuelle Deep Sky Beobachtungen und muss feststellen, dass die Nacht wirklich sehr gut ist. Zunächst geben die beiden Kugelsternhaufen M13 und M92 im 14mm Pentax ein sehr gutes Bild ab. Dann wage ich mich an Nebel. Der Ringnebel M57 springt mir förmlich entgegen und mit einem UHC-Filter ist es überhaupt nicht mehr auszuhalten, so deutlich ist er. So deutlich, dass ihn zwei Nachschwärmer ohne Probleme erkennen. Die beiden erleben auch hier praktisch an eigenem Leib, was Lichtverschmutzung bedeutet. Sie waren zu später Stunde auf die Sofienalpe gekommen, um eine Strichspuraufnahme vom Sternenhimmel zu machen. Auf die Idee dazu gekommen waren sie - in der australischen Wüste. Dort hat sich so ein Foto quasi automatisch ergeben. Hier haben sie geduldig gewartet, bis sich ein paar Wolken verzogen haben, um festzustellen, dass dieser Sternenhimmel nicht das ist, was sie sich erwartet hatten. Dabei ist heute für Wien eine erstklassige Nacht! Ich erkläre ein paar Sternbilder, wir verfolgen ein paar Satelliten, und der eine oder andere Blick durchs Teleskop ist ein schwacher Trost. Ich montiere das 40mm Pentax mit UHC-Filter. Der Hantelnebel ist ein Traum, ich schaue minutenlang. Dann in den Schwan. Beide Seiten des Cirrusnebel (NGC 6960 und NGC 6992) sind zu erkennen, und auch der Crescent-Nebel (NGC 6888) ist zu sehen. Nicht schlecht, nicht schlecht. Soll ich auf Mars warten? Starry Night demotiviert mich. Bis er hinter den Bäumen hervorkommt, ist es 3.30 Uhr. Das hiesse jetzt noch zweieinhalb Stunden abbiegen, und dazu fehlt mir die Motivation. Ich baue ab. Meine innere Uhr beginnt jedoch zu ticken, und was dabei rausgekommen ist, gibt es hier bereits zu lesen ... |