Sternguckerschule

Sofienalpe, 16. 07. 2003

20030716sgs.html

Autor:Alexander Pikhard,
Datum:16. 07. 2003
Zeit:19.30 bis 01.15 Uhr MESZ
Ort:Sofienalpe
Instrument:Diverse von Feldstecher bis 10" Newton und 10" SCT
Bedingungen:

Durchsicht:wegen Cirren und dann Wolken leider immer schlechter werdend
Aufhellung:irrelevant
Seeing:zunächst noch recht gut
Temperatur:von 34°C auf 25 °C fallend
Bemerkungen:Anfangs klar, am Horizont Wolken, zwischendurch teilweise bedeckt, teilweise wieder recht klar

Bericht:

So soll es eigentlich sein. Herrliches Wetter für unsere Sternguckerschule, optimal für den Ort, den wir heute gewählt haben: Die Sofienalpe. Daher fällt der "theoretische" Teil heute ganz kurz aus und bald findet sich eine grosse Gruppe mit recht vielen Instrumenten auf der Lagerwiese ein.

Leider ziehen von Westen die ersten Ausläufer der vorhergesagten Störungsfront auf - Bolam 21km hatte wieder einmal recht - sodass unser erster Projekt, Jupiter (noch) und Merkur (schon) in der Abenddämmerung aufzufinden, scheitert. Immerhin ist der Himmel noch so klar, dass wir im der Dämmerung nach Arcturus und Vega noch die im Vormonat vorgestellten Doppelsterne beobachten können.


Schon beim Aufbau der Instrumente herrscht reger Erfahrungsaustausch


Erst das Stativ, dann die Montierung, ...

... bald steht ein beachtliches 10"-Newtonteleskop

Wo ist hier bloss Norden? Es ist noch zu hell für Polaris!

Wird schon stimmen. Es ziehen ohnedies Wolken auf. Leider.

Wir beobachten zunächst also - nein, doch Jupiter! Er ist "eine Karrikatur seiner selbst", ohne jegliches Detail, wie ein zu hell geratener planetarischer Nebel in der Dämmerung (nein, daher stammt der Name nicht). Wird wirklich Zeit für die Konjunktion. Dann geht es zu den Doppelsternen: Albireo, Epsilon Lyrae, Alpha Herculis (Ras Algheti), Epsilon Bootis (Izar), Pi Bootis und My Bootis (Alkalurops) sind beliebte Ziele. Ludwig Grandy verpasst mir eine willkommene Nachschulung in Autostar II und zeigt mir, wie man über "Constellation" westentlich schneller zu den Doppelsternen findet als über die endlos lange "Star" - "Double" Liste. Danke!

Das Fachsimpeln dauert bis spät in die Nacht und die immer wieder durchziehenden Wolken können die gute Stimmung nicht dämpfen - ein schon mehrmals beobachtetes, erfreuliches WAA-Phänomen.


Allerorts werden interessante Konstruktionen bestaunt ...

... oder Techniken diskutiert.

Zumindest die Temperatur passt. T-Shirt-Astronomie ist einfach angenehmer als in der Astronautenkluft über vereiste Felder zu wanken. Sogar ein paar Deep Sky-Objekte gehen sich zwischenzeitlich aus: Der Ringnebel in der Leier (M57), vor allem mit UHC- und O-III-Filter beeindruckend. Und natürlich M13.


Reges Treiben - dabei geht es auf Mitternacht zu!


Irgendwie scheint es da oben etwas Interessantes zu geben ...

Erfreulich, wie gut unsere Sternguckerschule angenommen wird; erfreulich auch, dass wir wieder viele neue interessierte Sterngucker(innen) begrüssen durften. Mit den neuen Veranstaltungsorten fallen auch ein paar lästige Restriktionen bei unserer Sternguckerschule weg:

  • Pünktliches Erscheinen ist (zwar nach wie vor ein Gebot der Höflichkeit, aber) nicht mehr unbedingte Voraussetzung für die Teilnahme;
  • Es können - und sollen! - eigene Fernrohre mitgenommen werden, insbesondere, wenn "Nachhilfe" dringend erforderlich scheint; und
  • Nichtmitglieder dürfen selbstverständlich schnuppern kommen. Unsere lockere Atmosphäre wird sie hoffentlich ohnedies überzeugen!
So war es trotz nicht ganz oiptimalen Wetters ein gelungener Abend. Und wer nicht auf den Mars gewartet hat, wurde auch nicht belohnt. Ein kleines Grüppchen hat ausgeharrt - und erlebt, was im folgenden Bericht steht ... Ach ja, und "Hausaufgabe" gab's heute auch keine. Ausser die eine: Das nächste Mal, am 20. August zur Marina am Handelskai, auch so gutes Wetter und so eine gute Stimmung mitbringen!