| Beobachter: | Wolfgang Vollmann | ||||
| Datum: | 16. 09. 2003 | ||||
| Zeit: | 22.00 MESZ | ||||
| Ort: | Wien 21 | ||||
| Instrument: | Refraktor 130/1040mm | ||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Seit drei Abenden beobachte ich nun den Mars - eine herbstliche Schönwetterperiode machts möglich. Trotz für das freie Auge gleichen Bedingungen ist das Seeing (die Luftunruhe) im Fernrohr sehr unterschiedlich. Ich beobachte immer die beiden Stunden um die Kulmination, um den Mars möglichst hoch zu sehen. Der Planet zeigt an diesen Abenden die Zentralmeridiane zwischen 110 und 160 Grad. Bemerkenswert ist das dunkle Gebiet des Solis Lacus und die in der Nähe liegenden Mare Erythraeum und Sirenum. In den besten Seeingmomenten zeigen sie dunklere Stellen und beginnen Strukturen zu zeigen. Die Südpolkappe ist klein aber deutlich zu erkennen. Von den Vulkanen der Tharsisregion kann ich trotz Suche nichts erkennen. Den besten Anblick bot die 260-fache Vergrösserung; an Filtern waren besonders ein Orangefilter Wratten 21, ein Hellblaufilter W82A und zum Erkennen der Nordpolhaube und einiger heller Wolken am Morgen- und Abendterminator ein Gelbfilter W12 und ein Grünfilter W58. Das beste Seeing hatte ich am Abend des 15., am 14. war es auch gut und heute am 16. ist es ziemlich unterdurchschnittlich. Alle Beobachtungen machte ich vom gleichen Standort am nördlichen Stadtrand von Wien (Stammersdorf). Ich suche besonders die Marsmonde Phobos und Deimos (siehe auch den Beobachtungsbericht vom 2./3.Sep.2003). Ich benützte wieder mein "Marsmondokular" mit einem die Hälfte des Gesichtsfelds abdeckenden Streifen Alufolie bei 312-facher Vergrösserung. Am Abend des 15. ist Deimos am besten um 23h30m MESZ zu erkennen. Er steht relativ nahe an Mars, südlich und etwas westlich des Planeten. Trotzdem kann ich immer wieder bei indirektem Sehen am berechneten Ort des Mondes ein Pünktchen aufblitzen sehen. Heute am 16. steht Deimos fast in westlicher Elongation. Zwischen 23h00 und 23h30 MESZ ist er fast einfach sichtbar. Bei indirektem Sehen kann ich ihn die meiste Zeit halten, er ist also nicht nur blickweise sichtbar. Der grössere Abstand vom Planeten hilft sehr und wichtig ist bei der Beobachtung dass die Alufolienblende im Okular scharf erscheint und die Nachführung gut funktioniert. Je besser das Seeing ist umso leichter kann ich Deimos erkennen. Mit Phobos habe ich wieder sehr grosse Schwierigkeiten. Er nähert sich seiner westlichen Elongation und ist nur etwa einen Marsdurchmesser vom hellen Planetenrand entfernt. Trotzdem kann ich immer wieder bei indirektem Sehen blickweise am richtigen Ort ein "Sternchen" aufblitzen sehen: auch Phobos ist sichtbar, aber ein absolutes Grenzobjekt mit diesem Fernrohr unter diesen Bedingungen. Entdecken würde ich die beiden Marsmonde nicht, aber mit der entsprechenden Vorbereitung durch Vorausberechnung und dem Wissen was ich zu erwarten habe kann ich sie immerhin selbst sehen! |