| Beobachter: | Roland Graf, Alexander Pikhard | ||||||||||||||||||||||||
| Datum: | 21. 05. 2005 | ||||||||||||||||||||||||
| Zeit: | 18.00 bis 23.00 MESZ | ||||||||||||||||||||||||
| Ort: | Hohe Wand / Gasthof Postl | ||||||||||||||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX-200, Minolta Dimage Z3, Philips ToUCam pro, 18" Starsplitter Dobson | ||||||||||||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
An sich kein Abend für eine Ausfahrt: Helles Mondlicht und ziemlich durchzogen mit Cirren. Aber Beobachten ist heute auch nicht unbedingt das Ziel des Abends, sondern eher eine Erkundungsmission der Hohen Wand. Dieses weitläufige Areal wird schon von vielen WAA-Mitgliedern bevorzugt besucht, und eigentlich sollten wir es auf unserer Homepage ordentlich dokumentieren. Das ist das eigentliche Ziel dieses Abends, und es gelingt auch, siehe hier. Doch Mond und Jupiter sind lohnende Ziele, und so schlagen Roland und ich hier auf einer Wiese beim Gasthof Postl - einem der vier interessanten Plätze - unser Lager auf; das Gelände ist übrigens so weitläufig und der Gasthof so gross, dass sich hier leicht ein Teleskoptreffen veranstalten liesse.
Sogar bei Tageslicht ist der Mond recht interessant, und erst recht in der Dämmerung. Schön ist hier auch, dass - ähnlich wie auf der Sofienalpe - viele Neugierige auf einen Blick vorbei schauen, solange es noch hell ist. Kein Wunder, ist der Gasthof Postl wie die anderen Gasthöfe und Hütten auf der Hohen Wand ein beliebtes Ausflugsziel und vor allem ein Zentrum der Paragleiter.
Zeit genug, mit dem 75mm Projektionsokular zu experimentieren. Auf den Abstand Okular-Kamera kommt es an! So entstehen dann doch ein paar ganz passable Digicam-Schnappschüsse.
Eigentlich wollten wir Jupiter erst später und den Mond noch länger beobachten, doch eine schöne Jupitermonderscheinung sollten wir nicht versäumen: Io und ihr Schatten wandern gerade über den Planeten, bald wird der Mond auftauchen. Das verlangt nach einer sehr langen Webcamserie. Anfangs ist das Seeing noch recht schlecht, doch zum Gl&auuml;ck wird es besser, so dass Aufnahmen mit 4,5m Brennweite möglich werden. Alle nachstehenden Aufnahmen werden so gewonnen, verwertbar sind dann jeweils rund 400 Frames à 1/25s und recht wenig Nachverstärkung. Alle Bilder sind verkleinert wiedergegeben. Norden ist unten, Osten links. Was passiert: Io wandert (in der Serie von links nach rechts) mit ihrem Schatten über den Planeten, Europa entfernt sich, nach einer Bedeckung, von Jupiter. Es wird vor allem interessant sein, ob bzw. ab wann Io zu sehen sein wird.
Föhn kommt auf, das Seeing wird schlechter, von Süden her ziehen immer dichtere Cirren auf - wie BOLAM vorhergesagt hat. Ein paar Blicke noch zu Doppelsternen. Gamma Virginis scheint mir im 7mm Pentax länglich zu sein, muss mit Wolfang Vollmanns Beobachtungen überprüfen, ob der Positionswinkel stimmen kann.
Das helle Mondlicht ist natürlich nicht geeignet, die Dunkelheit des Platzes zu beurteilen, aber viel küstliches Licht sieht man nicht. Die einzige größere Stadt, Neunkirchen, ist vom Wald weitgehend abgeschirmt. Zu später Stunde besuchen uns noch ein paar Camper. Und nach ein paar kosmolgischen Diskussionen stellt eine Camperin die Frage in den Raum, wie man das alles freiwillig lernen kann. Aber ja, kein Problem! Die Fact Finding Mission auf der Hohen Wand ist erfolgreich und wir werden diesen Platz sicher öfter besuchen, zumal die Fahrzeit von meinem Wohnort im Süden Wiens gerade einmal 40 Minuten beträgt. |