| Beobachter: | Wolfgang Vollmann | ||||||||||||||||||||||||||||
| Datum: | 06. 07. 2005 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Zeit: | 23.00 bis 01.00 MESZ | ||||||||||||||||||||||||||||
| Ort: | Wien 21 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Instrument: | Refraktor 130/1040mm | ||||||||||||||||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Die Nova Aquilae 2005 = V1663 Aql wird nun immer schwächer. Nach meiner ersten Beobachtung am 13.Juni 2005 mit 11,2mag konnte ich noch weitere Helligkeitsschätzungen machen:
Die Helligkeit der Nova nimmt immer weiter ab und ich konnte sie am 6.Juli nur mehr schwer im Sterngewimmel der Milchstrasse finden. Hilfreich war neben der neuen AAVSO-Karte die Karten von Reinder Bouma und Edwin van Dijk (http://www.shopplaza.nl/astro/: Karte). Mit den genauen Karten war die Nova bei 208-facher Vergrösserung bei sehr klarem Himmel zwar ziemlich schwach aber noch eindeutig zu identifizieren. Sie verschwindet jetzt allerdings aus dem Beobachtungbereich meines Fernrohrs. Am 28.Juni entdeckte der Amateurastronom Wolfgang Kloehr eine Supernova: 2005cs in der Galaxie M 51. Der Erfolg war kein Zufall: Wolfgang sucht Supernovae indem er mehrere Galaxien immer wieder mit seinem handelsüblichen Fernrohr (20cm Schmidt-Newton) und einfacher CCD-Kamera um 300 Euro (Meade DSI) aufnimmt und die Bilder vergleicht (siehe seine Webseite: http://www.dsi-astronomie.de/). Ich finde die Entdeckung ziemlich bemerkenswert, da M 51 sicher die meistfotografierte und beobachtete Galaxie am Nordhimmel ist! Die Supernova wurde auch im Helligkeitsanstieg "erwischt". Eine Karte der Galaxie mit Supernova und Vergleichssternen ist hier zu finden: http://www.aavso.org/tmp/ngc5194-tb.png und weitere Informationen zur Supernova sind hier nachzulesen: http://www.aavso.org/publications/newsflash/sp23.shtml. Wir konnten die Supernova am 2.Juli von 23h00 bis 23h15 mit Roland Grafs 18 Zoll Dobson beobachten (Bericht). Bei 285x waren die Zentralgebiete der beiden Galaxien NGC 5194 und NGC 5195 deutlich erkennbar: beide waren stark zentral verdichtete Nebel mit etwa einer Bogenminute Durchmesser und zeigten einen sternartigen Kern. Mir schien der Kern von NGC 5194 kleiner und schwächer zu sein (ca. 14mag) als der von NGC 5195 -- sie zeigte einen deutlicheren sternartigen Kern. Mit der oben genannten Karte von Thompson und Bryant waren die beiden Sterne mit 13,5 und 13,7mag deutlich zu erkennen. Den Stern 15,1mag konnte ich im Fernrohr nicht sehen. Der Spiralarm südlich des Galaxienzentrums in dem die Supernova aufgeleuchtet ist war angedeutet (wir hatten eine freisichtige Grenzgrösse von nur ca. 4,2mag). Die Supernova war sehr deutlich zu sehen und ich schätzte sie auf ungefähr 0,5mag schwächer als den Stern 13,7mag -- also 14,2mag. Einen zweiten Beobachtungsversuch machte ich am 6.Juli um 23h20 MESZ mit meinem 130mm Refraktor bei 208x. Auch an diesem Abend bemerkte ich die unterschiedlich aussehenden Kerne der beiden Galaxien NGC 5194 und 5195. Durch den weitaus kleineren Objektivdurchmesser war das Bild natürlich viel schwächer als im grossen Spiegel, allerdings hatte ich eine um eine Grössenklasse besseren Himmel! Den Stern 13,7mag konnte ich noch schwach sehen. Die Supernova war jedenfalls im kleinen Refraktor nicht mehr eindeutig erkennbar: manchmal vermeinte ich bei indirektem Sehen dort etwas aufblinken zu sehen, konnte es aber nicht halten. Es wird wohl die Supernova gewesen sein -- sie wird, anders als Novae, nur sehr langsam schwächer und Vergleichsbeobachtungen der AAVSO zeigen weiter eine visuelle Helligkeit zwischen 14,0 und 14,5mag (siehe Lichtkurve). Am 5.Juli gab es die Entdeckungsmeldung der Nova Sgr 2005 No. 2 = V5116 Sgr: http://www.aavso.org/publications/alerts/alert320.shtml. Auch diese Entdeckung machte ein Amateurastronom: William Liller ist pensionierter Astronom und beobachtet in seinem Ruhestand in Chile den Himmel und hat schon viele Novae und sogar Kometen entdeckt. Natürlich steht der Schütze in dem Liller viele Novae gefunden hat in Chile sehr hoch am Himmel. Bei uns ist die Nova mit -30,4 Grad Deklination allerdings schwer zu sehen: sie erreicht in Wien nur eine Kulminationshöhe von 11 Grad! Am 6.Juli war es sehr klar und ich machte mich mit der AAVSO Karte auf die Suche. In meinem 130mm Refraktor konnte ich bei 35x das Sternfeld um 23h40 MESZ eindeutig identifizieren und noch den Stern 9,8mag leicht erkennen. Die Nova war deutlich heller und ich schätzte ihre Helligkeit auf 8,7mag im Vergleich mit den Sternen 7,8 und 9,0mag der Karte. Ich war ziemlich froh die Nova gesehen zu haben da ich von meinem Beobachtungsort am nördlichen Stadtrand von Wien Richtung Süden über ziemlich viel Stadtlicht schauen muss. Clear skies, Wolfgang |