Mars und die Pleiaden, Saturn und die Praesepe und weitere Sehenswürdigkeiten

Wien 21, 17. 02. 2006

20060217wvo19.html

Beobachter:Wolfgang Vollmann
Datum:17. 02. 2006
Zeit:19.45 bis 21.30 MEZ
Ort:Wien 21
Instrument:Freies Auge, Newton 10/45cm
Bedingungen:
Bericht:

Nachdems jetzt endlich wärmer ist und meine Beobachtungsterrasse vom Eise befreit ist habe ich natürlich ein paar grössere Wolkenlücken am Abend genützt -- und es gibt derzeit für freies Auge, Fernglas und kleines Rich-Field-Teleskop viel zu sehen!

Besonders hübsch ist jetzt die Stellung des Mars nahe dem Sternhaufen der Pleiaden -- das ist schon mit freiem Auge wunderbar! Bei 15-facher Vergrösserung und gut drei Grad Gesichtsfeld an meinem kleinen 105mm Newton passen sowohl Pleiaden als auch Mars schön ins Feld! Der Farbkontrast zwischen dem gelblich-rötlichen Mars und den weiss-blauen Pleiadensternen ist auch etwas Besonderes. Und selbst bei dieser schwachen Vergrösserung waren die drei Begleiter der Alkyone (η Tau) gut zu sehen!

Wunderbar steht auch der zweite Abendplanet Saturn nahe dem Sternhaufen Praesepe (M44) im Krebs: der Himmel war zu hell um die Praesepe mit freiem Auge zu sehen. Aber im kleinen Newton bei 15x passen Saturn und der offene Sternhaufen leicht ins Gesichtsfeld und bieten einen schönen Anblick. Noch etwas besser war die Szene bei 19x erkennbar: da zeigte sich Saturn schon gut als kleine Kugel mit Ring! Auch Titan war besser bei der etwas höheren Vergrösserung zu sehen.

Ein kleines Beobachtungsprojekt von mir ist auch die visuelle Helligkeitsschätzung der Planeten. Heute schätzte ich für Mars +0,65mag (zwischen Kapella und Aldebaran) -- der Himmelskalender gibt +0,7mag an. Saturn schätzte ich auf +0,16mag (zwischen Kapella und Prokyon) -- auch hier passt die Beobachtung gut zur Rechnung im Himmelskalender: +0,1mag. Natürlich muss auch hier vorher beobachtet und erst nachher mit der Berechnung verglichen werden, um Voreingenommenheit und Wunschsehen keine Chance zu geben. Beim Vergleich fand ich die Übereinstimmung Beobachtung-Rechnung überraschend gut!

Zuletzt wurde auch berichtet dass der halbregelmässig veränderliche rote Riese Beteigeuze (α Ori) besonders hell sei. Ich schätzte heute die Helligkeit des Sterns auf +0,6mag -- auf jeden Fall auf der hellen Seite -- Alpha Ori schwankt zwischen +0,4 und 1,3mag. Allerdings habe ich die Beteigeuze auch schon etwas heller sehen können. Sie ist aber noch immer schwächer als Beta Orionis (β Ori; Rigel), der im Katalog mit V=+0,12mag verzeichnet ist.