WAAfrika 2014 (14/15) - Der Mond

Hakos Gästefarm, Namibia, 30. 06. 2014

Während viele bei einer Reise nach Hakos nicht an Planeten denken, denken alle an den Mond -- sie wählen den Termin so, dass der Mond ja nicht am Himmel steht. Sein helles Licht würde die Brillanz des dunklen Wüstenhimmels zunichte machen. Doch ganz ohne Mond geht es nicht. Auf 23° südlicher Breite steht die Ekliptik zu manchen Zeiten (Juni) am Abend und Morgen senkrecht zum Horizont. Derart steil bedeutet, dass der Mond wirklich nur ein bis zwei Tage rund um Neumond gar nicht zu sehen ist.

Das Altlicht kann bis knapp vor Neumond beobachtet werden, das Neulicht knapp nach Neumond. So erging es uns am Abend des 29. Mai. Alle machten sich auf die Suche nach der ersten dünnen Mondsichel in der Dämmerung.


Neulicht! Der Mond, 21 Stunden nach Neumond, am Abend des 29. Mai

Bedingt durch die niedere Breite gehen die Gestirne rasch unter.


Neulicht im Fernrohr

Der Untergang des Neulicht hinter den Hakos-Bergen, ein besonderer Genuss!


Das Neulicht berührt die Hakos-Berge

Am nächsten Abend (30. Mai) erleben wir etwas, das in unseren Breiten unmöglich ist: Eine knapp zwei Tage junge Mondsichel auf komplett dunklem Himmel. Das geht nur in niederen Breiten dank der sehr kurzen Dämmerung.


Der Mond, schon dicker, in der Dämmerung


Fortgeschrittene Dämmerung mit Mond


Mond mit Erdschein inmitten von Sternen

In den nächsten Tagen würde der Mond weiter zunehmen und unsere Beobachtungszeiten für Deep Sky Objekte weiter in die Nacht verschieben. Doch dazu wird es nicht kommen, denn morgen reisen wir ab.

Alexander Pikhard

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Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.
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