WAAfrika 2014 (13/15) - Planeten

Hakos Gästefarm, Namibia, 30. 06. 2014

Die meisten fahren wegen Deep Sky Objekten nach Namibia. Die großen, flächenhaften Objekte sind auf dem dunklen, trockenen und damit extrem klaren Himmel zweifelsfrei besser zu beobachten als in den meisten anderen Gegenden der Erde, sieht man einmal von Chile ab. An Planeten denken zunächst einmal nicht viele. Doch auch Planeten können durchaus eine Reise in diesen fernen Süden wert sein. Dies hat mehrere Gründe.

Zum einen die geografische Breite. 23° südliche Breite ist jene des südlichen Wendekreises. Der südliche Scheitelpunkt der Ekliptik bei Rektaszension 18 Stunden, der Winterpunkt, liegt zu gewissen Zeiten (21. Juni Mitternacht Ortszeit) praktisch im Zenit. Vor allem der südliche Bereich der Ekliptik steht also höher als in unseren Breiten jemals möglich ist. Selbst die für Namibia am tiefsten gelegenen Teile der Ekliptik erreichen eine Kulminationshöhe (im Norden) von 44°. Während die Ekliptik auf unserer Breite Kulminationshöhen von 18° bis 65° erreicht, liegen diese auf Hakos zwischen 44° und 90°.

Zudem bevorzugen einige Planeten die Südhalbkugel. Vor allem die erdnahen Marsoppositionen finden in südlichen Breiten statt. Auch der sonnennahe Planet Merkur ist aufgrund der Lage seiner Bahn auf der Südhalbkugel der Erde viel besser zu beobachten als auf der Nordhalbkugel.

Bei unserer heurigen Reise boten sich die Planeten Mars und Saturn an. Letzterer erreichte eine Höhe von 82° über dem Horizont. Sein Anblick im 24" Dobson war unbeschreiblich! Auf dem Planeten waren die Wolkenbänder unglaublich deutlich, in den Ringen nicht nur die Cassini-, sondern auch die Encke-Teilung zu sehen und rund um den Planeten scharten sich mit Mimas, Enceladus, Tethys, Dione, Rhea, Titan, Hyperion und Iapetus gleich acht Saturnmonde, die wir deutlich sehen konnten.

Fotografisch versuchte ich mich mit der ASI 120mm Webcam an einem 12" LX-200 von Christoph Niederhametner. Leider konnte ich das gute Seeing nicht für allzu gute Bilder nutzen, dazu erwies sich das SCT "dank" seiner Hauptspiegelfokussierung als zu justier-resistent. Dennoch je zwei Bilder:


Mars am 27.5.2014. 12" Meade LX-200 bei F=7.500mm f/25, ASI 120MM, IRGB.


Mars am 29.5., wie oben, schlechteres Seeing.


Saturn am 27.5., wie zuvor, jedoch LRGB (L = IR Blockfilter).


Saturn am 29.5., wie oben.

Diese vier Fotos können die visuellen Eindrücke leider nicht toppen.

Alexander Pikhard

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Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.
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