| Beobachter: | Wolfgang Vollmann | |||||||||
| Datum: | 18. 08. 2006 | |||||||||
| Zeit: | 23.00 MESZ | |||||||||
| Ort: | Wien 21 | |||||||||
| Instrument: | Refraktor 130/1040mm, CCD-Kamera SBIG ST-237A | |||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
In der letzten Zeit interessierte mich auch die Beobachtung der Eigenbewegung der Sterne (siehe z.B. auch diesen Artikel). Durch die Beobachtung optischer Doppelsterne ist der Nachweis der Eigenbewegung bei einigen hellen Objekten leicht möglich gewesen, so z.B. bei Wega (α Lyr) und Atair (α Aql), den beiden nahen Sternen des Sommerdreiecks. Etwas schwieriger ist die Beobachtung der Eigenbewegung durch astrometrische Messungen. Am einfachsten gelingt sie wohl beim Stern mit der grössten bekannten Eigenbewegung von 10,3 Bogensekunden pro Jahr, Barnard's Pfeilstern. Heuer habe ich diesen Stern am 16.Juli und jetzt wieder am 18.August beobachtet und den Ort mit der CCD-Kamera und Herbert Raab's Astrometrica-Programm sowie dem Sternkatalog UCAC2 vermessen. Mein Ergebnis: in dem etwa einem Monat Zeit zwischen meinen beiden Beobachtungen ist die Bewegung von Barnard's Pfeilstern nach Norden eindeutig nachweisbar!
Der Stern wanderte also nach meinen Messungen in einem Monat um 0,9 Bogensekunden nach Norden. Aus der jährlichen Eigenbewegung von 10,310" in Richtung Positionswinkel 355,8° (siehe Datenblatt) folgt eine Bewegung von 0,86" -- eine praktisch vollständige Übereinstimmung! Auch die gemessene Änderung der Rektaszension ist genau wie erwartet.
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